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+++ Vom FRAUEN-FUSSBALL in der KREISLIGA MEISSEN berichtet +++

Mit einigen Anlauf-Schwierigkeiten zum Sieg im Derby: RBCs Patricia Theurig (links), hier gegen Anja Schulze.
FRAUEN-KREISLIGA MEISSEN (21. ST): Radebeuler BC o8 vs. 1. FC Radebeul 4:2 (1:1)
(sa-ex) Wer den Frauen-Fußball unserer Breiten mag, kommt um einen Besuch in der Kreisliga Meißen nicht umhin. Nach der Halbierung des Starter-Feldes im Landkreis Kamenz ist dies das einzige Ranking im Regierungs-Bezirk Dresden mit elf teilnehmenden Mannschaften, auch wenn diese Fülle lediglich über eine indirekte Fusion mit der Region Riesa/Großenhain möglich wurde. Ansonsten gibt es neben der schon erwähnten Kamenzer Runde - aktuell fünf statt vormals zehn Teams - nur noch im Weißeritz-Kreis eine ähnliche Wettkampf-Struktur. Nicht einmal die Landeshauptstadt kann mit einer Stadtlige dienen, will allerdings ab dem Spätsommer zu einer solchigen Anlauf nehmen. Dazu dürfte die Frauen-WM im kommenden Jahr den entscheidenden Kick gegeben haben.
Die scheint auch nach Radebeul zu wirken, denn wie Phoenix aus der Asche stiegen die beiden Newcomer-Vertretungen der innerstädtischen Rivalen RCB o8 und 1. FC 1994 in das laufende Semester ein - und bestimmten das Niveau als "Dauer-Abonennten" der Tabellen-Notierungen 1 bzw. 2. Mit dem Erfolg vom Sonntag freilich ist das Championat entschieden; nur ein Sieg der bis vor dem Anpfiff mit der gleichen Punkte-Anzahl ausgestatteten Gästinnen aus dem "Lößnitz-Stadion" hätte für ein bisschen finale Dramatik gesorgt. Weil die Damen des RCB-Coaches Dirk Schacht noch einen Auswärts-Nachholer beim Vorjahres-Meister (und Jetzt-Fünften) Fortuna Leuben abzuleisten haben, bevor die leichte Halali-Aufgabe bei Schlusslicht SV Frauenhain ansteht, hätte wohl nicht einmal eine Niederlage etwas am Start-Ziel-Durchmarsch des RBC 19o8 geändert. Ein Betreuer sprach in diesem Kontext von einer wohl einmaligen Leistung, denn der Neuling hat damit vier Titel eingeheimst - neben dem Freiluft-Double auch die Hallen-Meisterschaften von Meißen und Dresden, wobei letztere von besonderem Wert sei, da dort auch einige höherklassige Ladys mitwirkten. Respekt!
Der gleiche Insider berichtete außerdem von der großen Brisanz des Derbys und dass eben besonders viel Emotionen im Spiel seien. Das konnte nach Ablauf der 70 Minuten fraglos als Faktum unterschrieben werden, inklusive einer verletzt abtransportierten FCR-Aktrice Anja Schulze. Aber unfair war das Match darob mitnichten, eher angenehm prickelnd. Denn die Angelegenheit bot wechselnde Vorteile und wirklich guten Sport. Den Anfang machte "Clubberin" Elisabeth Zimmermann mit einem starken, aber zu mittig geratenen Geschoss (3. min), und für die Antwort war die Jüngste auf dem Platz zuständig, die erst 15-jährige Sarah Weißflog: Der stramme Versuch der Verteidigerin des Ballspiel-Clubs landete in der 9. Minute am Pfosten. Fast im Gegenzug dann aber das 0:1, wunderschön herauskombiniert zwischen Slavka Zanev, Zimmermann und der cool vollendenden Romy Ebermann (10. min). Das rüttelte am Selbstverständnis der Amazonen aus dem "Weinberg-Stadion"; zwar dominierten sie den Fortgang der Dinge einigermaßen, schluderten indes bei den wenigen sich bietenden Chancen. So bereitete Patricia Theurig exzellent über links vor, ohne dass Franziska Neff daraus einen Nutzen zu ziehen vermochte (15. min); dann zielte Theurig nach einer Ecke ihrer Kameradin Maria Bartsch nur Zentimeter neben das Rechteck (21. min). Was sonst auf das FCR-Tor kam, wurde einer Beute der aufmerksamen Keeperin Anja Bär.
Der Ausgleich fiel dennoch vor der Pause, weil die nicht immer überzeugende Schiedesrichterin Katja Voigt aus Meißen bei einer Harm-losen Rangelei gegen Theurig an der Mittel-Linie auf Freistoß entschied. Selbigen trat die auf Standards abgestellte Bartsch, und das Leder segelte über die völlig falsch positionierte Bär hinweg in die Maschen - so machte die 26-jährige Hüterin ihre zuvor gute Leitung faktisch mit einem Schlag zunichte (24. min). Der Patt ging freilich in Ordnung; während die Einheimischen das aktivere Team stellten, wirkte die Performance der im Schnitt etwas älteren Kickerinnen des Trainers Uwe Czaikowski stets einen Tick durchdachter. Wie zur Bestätigung dieser These gingen sie nach dem Seitenwechsel erneut in Führung, wobei der dazugehörige Spielzug eine glatte Kopie des ersten FCR-Treffers war: Zanev zu Zimmermann zu Ebermann zum 1:2 (40. min). Jetzt nahm die Nervosität an der gastgeberlichen Seitenaus-Linie deutlich zu, denn wie gesagt: Hier ging es ums Prestige. Schon das Hinspiel war eine "enge Kiste" gewesen, mit einem Hauch-zarten 1:0-Vorteil für RCB. Der stark auftrumpfenden Fußball-Club war der Revanche nahe, und sie wäre wahrscheinlicher geworden, hätte nicht ein unglückliches Eigentor das Blatt gewendet. Ausgerechnet die sonst so umsichtige Abwehr-Chefin Evelyn Woiwod drehte sich in eine Bartsch-Ecke von der rechten Seite und lenkte die Kugel mit ihrem Rücken ins eigene Netz (46. min).
Das und die Verletzung Schulzes eröffnete dem Spitzenreiter die Möglichkeit einer sonst kaum mehr für wahrscheinlich gehaltenen General-Attacke. Zuvor nahm sich Theurig eine kurze Aus-Zeit, verbat sich jedoch die auf die von allen Seiten einprasselnden Tipps. Das war auch gut so, denn die gefährliche Angreiferin wusste wohl selber nur zu gut, dass die Säge an diesem Spätvormittag gehörig klemmte. Kaum war sie auf dem Kunstrasen zurück, da hieß es durch sie 3:2, mit viel Anlauf und offensichtlicher Wut im Bauch ins rechte untere Eck gezimmert (62. min). Dem konnten die 94erinnen in dieser späten Phase nichts mehr entgegensetzen. Stattdessen jubelten die Rothemden noch ein viertes Mal, als ausnahmsweise Theurig zum Eckball antrat und Bartsch in der Mitte ungestört einlaufen konnte (67. min). Die Standards machten den Eindruck des Einstudiertseins und waren ein großes Plus beim aufstrebenden Frauen-Krösus aus Karl May-Städtele. Aber auch der Konkurrent hinterließ positive Spuren und trug zu einem sehenswerten Clinch des schönen Geschlechts bei.
RBC: Stephanie Jütersonke - Anne Schlegel, Annemarie Vatterott, Sarah Weißflog - Maria Bartsch - Patricia Theurig, Mandy Rapp ... eingewechselt: Franziska Neff, Anna Mögel, Nadine Müller
FCR: Anja Bär - Evelyn Woiwod, Jana Hille, Anja Schulze - Elisabeth Zimmermann - Romy Ebermann, Slavka Zanev ... eingewechselt: Janine Weigel
Schiedsrichterin: Katja Voigt (SSV Meißen 2ooo) - SA-EX meint: Eine unsichere Leiterin des Geschehens; lag nicht nur beim Freistoß, der zum 1:1 für den RCB führte, vollkommen daneben.
Torfolge: 0:1 Ebermann (10. Minute), 1:1 Bartsch (24.), 1:2 Ebermann (40.), 2:2 Woiwod (Eigentor/46.), 3:2 Theurig (62.), 4:2 Bartsch (67.)
° ° °
Außerdem spielten:
SA: Grün-Weiß Ebersbach vs. Saxonia Nauwalde 0:0
SO: Wacker Zehren vs. DFC Meißen 0:2
SO: SV Fortuna Leuben vs. SV Stauchitz 2:0
SO: TuS Coswig vs. SV Frauenhain "RÖDER-HEXEN" 3:0
° ° °
AKTUELLE TABELLE:
o1. Radebeuler BC o8 (49 Pkt./+105 Tore)
o2. 1. FC Radebeul (46 Pkt./+61 Tore)
o3. Saxonia Nauwalde (39 Pkt./+20 Tore)
o4. SV Königsblau Gohlis (37 Pkt./+11 Tore)
o5. SV Fortuna Leuben (31 Pkt./+20 Tore)
o6. Dynamo-FC Meißen (28 Pkt./-6 Tore)
o7. FSV Wacker Zehren (22 Pkt./-14 Tore)
o8. SV Stauchitz 47 (22 Pkt./-16 Tore)
o9. TuS Coswig "Soccer L." (11 Pkt./-62 Tore)
10. SV Grün-Weiß Ebersbach (9 Pkt./-38 Tore)
11. SV Frauenhain "R-H" (3 Pkt./-83 Tore)
° ° °
NACHHOLER (18. Juni)
FR 18.30 Uhr: SV Fortuna Leuben vs. Radebeuler BC o8
22. und letzter SPIELTAG (20. Juni)
SO 10.30 Uhr: SV Frauenhain "RÖDER-HEXEN" vs. Radebeuler BC o8
SO 10.30 Uhr: DFC Meißen vs. SV Fortuna Leuben
SO 13.oo Uhr: SV Stauchitz 47 vs. TuS Coswig "SOCCER LADIES"
SO 13.oo Uhr: 1. FC Radebeul vs. Grün-Weiß Ebersbach
SO 15.oo Uhr: SV Saxonia Nauwalde vs. SV Königsblau Gohlis
Überraschung am letzten Spieltag der Kreisliga Kamenz: Weil Spitzenreiter Einheit Radeberg in Elstra verlor, dürfen sich Christine Rachel (links) und ihre Mitstreiterinnen von der SG Crostwitz über den Titel freuen; zwar steht eine Wertung des Nicht-Antritts von Schlusslicht FSV Bretnig-Hauswalde bei den Sorbinnen noch aus, doch selbst im Falle einer Neu-Ansetzung werden sich die Pohling-Schützlinge den Triumph kaum nehmen lassen. Die Aufnahme enstand beim letztjährigen Pokal-Finale - auch heuer winkt das Double, wenn die Rothemden am Sonntag in Deutschbaselitz ausgerechnet auf die Meister-Macherinnen aus "Schummlau" treffen. (Fotos dieser Seite: SACHSEN-EXPRESS/F.H.)
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Und also sprach
DAS DREHBUCH:
Yul Brynner: "Ich bin ein Verlorener."
Robert Fuller: "Rede doch keinen Unsinn, Chris. Jede gute Tat wird einmal belohnt."
(Aber wohl wirklich nur im Film - hier in Sach-
sen gibt's sowas nicht! Dialog aus >>Return of the Seven<< von Burt Kennedy; Szenen-Foto mit Fuller: sa-ex/TV.)
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