Sachsen-Express
+ + + DER BESTE JOURNALISMUS AUS DEM OSTEN + + +
 

+ Vom NACHWUCHS-FUSSBALL in DRESDEN und in der LANDESLIGA berichtet +

Riad Jashari vom ins Stadt-Finale eingezogenen DSC (links) zieht an Dölzschens Stefan Sachse vorbei.


STADT-POKAL DRESDEN der B-JUGEND: SpG Dölzschen/VfB 9o vs. Dresdner SC 0:2 (0:1)

(sa-ex) Wenn man denkt, man kennt Elbflorenz aus dem Eff-Eff ... Zu den Winkeln der Landeshauptstadt, die der gewiss kaum als Bewegungs-faul einzustufende Sport-Reporter noch nicht erkundet hatte, gehört Dölzschen hoch über der Ausfahrt nach Freital - eine Art Luft-Kurort mit traumhaften Blick ins Tal. Fußballerisch ist hier die SG 1928 beheimatet, vor zwei Jahren aus der Stadtliga abgestiegen und vorerst nicht zur Rückkehr zu bewegen. Was den Rest der innerstädtischen Konkurrenz in Anbetracht des Ziegel-farbenen Hartplatzes kaum übermäßig wurmen wird. Nachwuchs freilich gibt es auch hier, und die B-Jugend hat sich mit den Gleichaltrigen des eigentlich in Cotta beheimateten VfB 9o Dresden zusammengetan; die Not der Geburten-schwachen Jahrgänge macht erfinderisch. Das liest sich dann auch leicht am Punktspiel-Betrieb dieses Alters-Segments ab; selbiger war aus kreislicher bzw. städtischer Ebene nur mittels einer "Union" mit den Teams der Region Riesa/Großenhain aufrechtzuerhalten, weshalb so manches Auswärts-Match eine echte Fern- wiewohl zugleich Entdeckungs-Fahrt wurde: Wann bekommt ein Großstadt-Teenager denn sonst urig Dörfliches wie beispielsweise Zabeltitz (bei Gröditz) zu Gesicht?

Die Saison ist vorüber, mit dem vielleicht nicht unerwarteten Staffel-Sieg der DSC-Youngster aus dem Ostra-Gehege, nachdem Vorjahres-Champion TSV Cossebaude in den Bezirk abgewandert ist und die beiden anderen vor den Helmut Schön-Erben platzierten Teams (Weixdorf II, Striesen II) wegen Personal-Mangel passen mussten. Die Elf des Trainers Nico Opitz bewältigte die 12er-Staffel bei nur einer Niederlage relativ locker und traf nun im Semifinale des Stadt-Pokals zum dritten Mal im Saison-Verlauf auf die Spiel-Gemeinschaft im Südwesten; die beiden vorausgegangenen Partien hatten jeweils 4:0 bzw. 3:0 für die Friedrichstädter geendet. Nun also ein 2:0, nicht ganz so souverän, weil die Gastgeber energisch gegenhielten und an ihre Mini-Chance glaubten. Die wäre zwar fast schon mit dem ersten Angriff dahingewesen, doch da waren gleich zwei Rot-Schwarze über den Freiraum im Zuge einer Flanke von der linken Seite wohl so sehr überrascht, dass sie das 0:1 verweigerten.

Fortan gestaltete sich die Begegnung ausgeglichener, denn die Jungs des Ciaches Thomas Handschuh versteckten sich nicht, was allein schon an der offensiven 4-3-3-Formation abzulesen war. Und in der Tat bot sich nach 10 Minuten ein echter "Riese", als Dölzschens Ralf Schmidt im Zuge eines feinen Konters den Offensiv-Kollegen Sebastian Dallhammer freipasste, der aber einen Tick zu zeitig und auch zu ungenau abschloss, sodass Martin Kotzauer mit unorthodxer Fuß-Parade klären konnte. Das hätte dem Clinch eine andere Richtung verabreichen können; so aber fand der Favorit langsam, indes stetig "in die Puschen". Riad Jasharis knapp über den Querbalken streichender Distanz-Versuch (18. min) war ein erstes Fanal, dem eine vergebene Groß-Chance durch Julius Wetzel folgen sollte (24. min). Dann freilich hieß es doch 0:1, weil Verteidiger Sebastian Schütze einen Freistoß von der rechten Außenbahn hoch in den Strafraum zirkelte, wo sich niemand für Wetzel zuständig fühlte, der unbedrängt einköpfen konnte (24. min).

Mit der Führung im Rücken spielte der Stadt-Champion seine Cleverness aus, ließ bis zum Pausen-Tee nichts mehr anbrennen. Dennoch eröffnete sich dem Meisterschafts-Fünften nach Wiederbeginn noch eine akzeptable Gelegenheit, den Ausgleich zu erwirken, weil sich Kotzauer infolge eines durch den stämmigen Innenverteidiger Samuel Kolb getretenen Standards einen dicken "Klops" erlaubte, wodurch sich Dennis Tauscher des Abstaubers bemächtigen konnte, der zum Leidwesen seiner Kameraden aus spitzem Winkel nur an den Pfosten klatschte (50. min). Die Vorteile der Schluss-Viertelstunde lagen dann wieder beim Traditions-Club; erst köpfte Hosea Stumpf eine Wetzel-Zuarbeit völlig frei über den Kasten (77. min), dann sorgte der eingewechselte Blondschopf Nick Nowack mit einem 20 Meter-"freekick" aus halblinker Lage für die endgültige Entscheidung (78. min). Endspiel-Gegner wird die SpG Weißig/Schönfeld sein, die sich bereits im April über die Kombination aus SG Bühlau 2oo9 und Fortuna Rähnitz behauptet hatte.

SGD/VfB: Klötzer - Kolb, Naumann, Sachse, Kühne - Schramm (ab 66. min Anselm), Scheidhauer, Olbrich - Tauscher, Dallhammer, Schmidt
DSC 1898: Kotzauer - Heese - Hupka (ab 64. min Nowack), Seidler, Schütze - Hofmann, Jashari (ab 53. min Khidir Diyab), Stumpf, Rabe - Sieradzki, Wetzel

Schiedsrichter: Franz Gerbet (TSV Rotation Dresden) bei einer Spiel-Zeit von 2x 40 Minuten
Torfolge: 0:1 Wetzel (24. min), 0:2 Nowack (78. min)


:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:
:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:-:


LANDESLIGA der B-JUGEND (NACHHOHLER): SG Dresden Striesen vs. BSC Freiberg 5:4 (3:1)

(sa-ex) Was für in Drama bot das wohl letzte aller winterlichen Nachhole-Spiele, ungewöhnlich spät angesetzt. Dieses Bizarre des Termins gilt auch, weil die Ausfall-Rate in dieser Landesliga-Staffel prinzipiell gar nicht so hoch war; zum Rückrunden-Auftakt fiel - den zahlreichen (beräumten!) Kunstrasen-Terrains sei Dank - nur diese eine Partie aus, und erst der nachfolgende 15. Spieltag war ein richtiges Opfer der winterlichen Umstände. Dann wurde der Clinch aus von uns nicht im Detail erforschten Gründen noch zweimal vertagt - drei Tage vor dem Fallen der letzten Klappe nun kamen Striesener und Freiberger endlich zu Potte, nachdem sie sich ganz zu Beginn der Serie in der Bergstadt ein 3:2 geliefert hatten. Ein Punkt oder gar Sieg hätte dem BSC auch diemal gut zu Gesicht gestanden, denn beide Vertretungen rangierten auf den Plätzen unmittelbar vor Schlusslicht Bornaer SV. Es ging also um viel an diesem sonnigen Donnerstag in der schmucken Anlage an der Salzburger Straße zwischen Dobritz und Laubegast, die wir dadurch ebenfalls zum ersten Mal beehren durften.

Das Tore-Spektakel sah sich ohne Zweifel ordentlich an, erhellte andererseits die prekäre Tabellen-Situation beider Teams ziemlich rustikasl: Das Abwehr-Verhalten glich einer Katastrophe! Dies ging kurz nach dem Start los, als Striesens David Werner von der rechten Seite flankte und Robert Fischer unbedrängt einköpfte - 1:22 min waren da absolviert. Und setzte sich fort, als sich Niklas Klinger und Werner zur pfiffigen Freistoß-Variante fanden, die erneut Fischer in Position brachte, der indes an Schlussmann Julian Göpfert scheiterte (9. min); Werner probierte es in der gleichen Minute mit einem strammen Flachschuss, der nur zentimetrig am linken Pfosten vorbeizischte. Die Anfangs-Phase gehörte eindeutig den Hausherren, während sich die Schützlinge des Trainers Mario Wolf noch nicht so recht sortiert zu haben schienen. Ausdruck dessen das 2:0, geboren aus einem an der Mittel-Linie durch Oliver Weinhold abgefangenen Abschlag Göpferts, was Kapitän Klinger zum Lauf-Duell mit dem "Amts-Kollegen" Matti Marquardt einlud - der Dresdner war flinker und traf in flacher Ausführung.

Das sah zwar nicht gut für den BSC aus, aber er vermochte sich zu straffen. Und fand spätestens ins Geschehen zurück, als Kevin Heschel einen Freistoß von der rechten Seiten-Linie schlug und der lange Julius Christopher Otto im Zentrum völlig alleingelassen per Direkt-Abnahme zum Anschluss einnetzen konnte (18. min). Das ließ dann schon - vor Allem im Zustandekommen der Treffer - irgendwo spätere Resultats-Verhältnisse wie beim Handball befürchten; tatsächlich ging das Schützen-Fest noch vor der Pause weiter, weil Gäste-Verteidiger Philipp Georgi einen Zweikampf mit Fischer dermaßen inkonsequent bestritt, dass dieser sich erneut absetzen und allein auf das BSC-Gehäuse zusteuern konnte (24. min) ... da macht das Vollenden natürlich Spaß. Wäre bloß nicht die eigene Defensive, die den Gästen bis zum Pausen-Tee noch zwei vorzügliche Chancen gestattete: Erst holte Otto von der Strafraum-Grenze einen Gewalt-"Hammer" aus dem rechten Fuß, der nur Hauch-zart am Aluminium vorbeisauste (30. min), und dann bediente der auffällig agierende Außen-Verteidiger Patrice Göll mit einem hohen Flugball aus der eigenen Hälfte seinen Stürmer Daniel Mewes, der es wie weiland Uwe Seeler mit dem Hinterkopf probierte - das Runde senkte sich auf statt in das Netz (38. min).

Sah der nach Aussage seines Coaches Ralf Ahrend zwei Meter lange SGS-"goalie" Eric Mesterheide dabei schon nicht richtig gut aus, so sorgte er kurz nach Wiederanpfiff für neue Hoffnung beim da noch Tabellen-Zwölften: Eigentlich wollte der kurz vor Feieraband wegen Meckerns mit "Gelb-Rot" belegte Mustafa Kaya von seiner rechten Seitenbahn nur flanken, aber das Leder senkte sich hinter dem desorientierten Torhüter in die Maschen (41. min). Unverdient war das nicht, denn Freiberg investierte seit etwa der 30. Minute eindeutig mehr in das "Keller"-Duell und wurde schließlich mit dem Ausgleich entlohnt; wieder hatte der gute Göll mit einem weiten Pass seinen Anteil daran, und wieder patzte Mesterheide im Verbund mit Moritz Köhler, sodass Mewes der Nutznießer war (55. min). Die Angelegenheit drohte zu kippen, doch damit waren die SGS-Youngster ihrerseits nicht ganz einverstanden. Hatte Maik Mulansky mit einem sehenswerten Kopfball an den Innenpfosten noch Pech (60. min), so besorgte der eingewechselte Florian Glöß elf Zeiger-Umdrehungen weiter die erneute Führung, indem er einen simplen Abschlag Mesterheides aufnahm und per Diagonal-Geschoss ins entlegene Eck traf (71. min). Es scheint, als würden die Striesener Nachwuchs-Truppen stets die Tore-Unterstützung jüngerer Akteure benötigen - beim 6:3 der A-Junioren über Lok Engelsdorf hatte Ende November der B-Jugendliche Klinger zweimal getroffen ... jetzt machte mit Ex-Dynamo Glöß (auch Weinhold und der Freiberger Heschel trugen schon das "D" auf Wein-rotem Untergrund) ein C-Teenie vom Jahrgang 1996 eine "Bude".

Eine wichtige, wie sich noch herausstellen sollte. Die Eleven des letztjährigen Landesliga-Absteigers gaben nämlich noch immer nicht klein bei und durften sich - mal wieder von Mesterheide "gesponsort", der wirklich keine gute Figur machte (obwohl er in der 68. Minute bravourös gegen Kevin Beier gerettet hatte) - in der "extra time" am Ziel aller Wünsche wähnen: Nachdem sich der "Lange" vergriffen hatte, kam es zum hochgradigen Gewühl im 5-Meter-Raum, bis nach vielem Gestocher der Ball im Netz zappelte (80.+ 2 min). Der gute Referee Ulf Brähler hatte Georgi als den Glücklichen ausgemacht, doch die Auswerter unserer Foto-Abteilung tendieren eher zu Marquardt als Macher des Patts, der den Bergstädtern ja gelangt hätte, um erst einmal vor den Landeshauptstädtern zu bleiben. Brähler freilich sah noch keine Veranlassung zum Abpfiff, und so gelangte Striesen zum einem allerletzten Eckball, den Mulansky trat und Klinger am langen Pfosten nachgeradezu Schulbuch-gerecht unter die Latte köpfte (80.+ 3 min). Furioses Ende eines kuriosen Nachholers; noch können sich die SGS-Rothemden nicht 100-prozentig am Ziel ihrer Klassenerhalts-Wünsche wähnen: Am Sonntag empfangen die Geschlagenen den schon länger feststehenden Meister Chemnitzer FC, und der hat noch eine Aufstiegs-Relegation abzuleisten. "Kann sein, dass die sich schonen und einen 'zweiten Anzug' spielen lassen, der gewiss schlagbar ist", mutmaßte SGS-Coach Ahrend gegenüber unserem Medium. Seine Sorgen sollten sich halbieren lassen, wenn das eigene Heim-Match gegen die Zweite des FC Erzgebirge Aue gewonnen wird ...

SGS: Mesterheide - Ngyuen, Köhler, Weinhold, Kausch - Scholz - Mulansky, Hoppenberg (ab 52. min Gericke), Werner (ab 73. min Konstantinidis) - Fischer (ab 50. min Glöß), Klinger
BSC: Göpfert - Marquardt, Georgi, Schönherr, Göll - Heschel, Otto, Fröbel (ab 55. min Dietrich), Kaya ("Gelb-Rot"/80. min) - Mewes, Beier

Schiedsrichter: Ulf Brähler (SG Wiednitz/Heide) bei einer Spiel-Zeit von 2x 40 Minuten
Torfolge: 1:0 Fischer (2. Minute), 2:0 Klinger (12. min), 2:1 Otto (18. min), 3:1 Fischer (24.), 3:2 Kaya (41.), 3:3 Mewes (55.), 4:3 Glöß (71.), 4:4 Marquardt (80.+ 2), 5:4 Klinger (80.+ 3)

° ° °

AKTUELLE TABELLE:

o1. Chemnitzer FC (72 Pkt./+109 Tore)
o2. Fortuna Chemnitz (57 Pkt./+31 Tore)
o3. VFC Plauen (45 Pkt./+29 Tore)
o4. FC Erzgebirge Aue II (40 Pkt./+19 Tore)
o5. VfL o5 Hohenstein-E. (40 Pkt./-1 Tor)
o6. SC Borea Dresden II (35 Pkt./-15 Tore)
o7. FSV Zwickau (34 Pkt./+9 Tore)
o8. FC Sachsen Leipzig (31 Pkt./-10 Tore)
o9. FC Eilenburg (29 Pkt./-18 Tore)
10. TSV IFA Chemnitz (28 Pkt./-16 Tore)
11. SG Dresden Striesen (27 Pkt./-34 Tore)
12. SC Riesa (26 Pkt./-35 Tore)
13. BSC Freiberg (24 Pkt./-18 Tore)
14. Bornaer SV (18 Pkt./-50 Tore)

° ° °

Der letzte SPIELTAG:

So: FSV ZWICKAU vs. BORNAER SV
So: BSC FREIBERG vs. CHEMNITZER FC
So: FC EILENBURG vs. TSV IFA CHEMNITZ
So: SG STRIESEN vs. FC ERZGEBIRGE AUE II
So: SPORT-CLUB RIESA vs. FC SACHSEN LEIPZIG
So: VOGTLÄNDISCHER FC PLAUEN vs. BOREA DRESDEN II
So: VfB FORTUNA CHEMNITZ vs. VfL HOHENSTEIN-ERNSTTHAL


Striesens Kapitän Niklas Klinger - hier verfolgt von Kevin Heschel (rechts) - könnte mit seinem Treffer in der Nachspiel-Zeit den Dresdnern die Landesliga gerettet haben. (Fotos dieser Seite: SACHSEN-EXPRESS/F.H.)













  Login