Sachsen-Express
+ + + DER BESTE JOURNALISMUS AUS DEM OSTEN + + +
 

+ HANDBALL in SACHSEN ++ HANDBALL in SACHSEN ++ HANDBALL in SACHSEN +

Selten konnte sich Rödertals Top-Torjägerin Jurate Kiskyte so wie hier gegen Marta Adamkova in Szene setzen.


FRAUEN-OBERLIGA: SG Rödertal-Weinböhla vs. HCS Neustadt-Sebnitz 20:25 (12:12)


VOR dem ANPFIFF: Die "Anmache" war nicht nur köstlich - sie hat sich offensichtlich auch gelohnt: Da passte - um bei den Worten des stets übermütigen HC Sachsen-Autors zu bleiben - kein "Hering" mehr in die Radeberger Halle; 700 Gäste wurden angegeben, doch die "Dunkel-Ziffer" dürfte, wie aus besseren HVH-Tagen bekannt, noch deutlich höhergelegen haben. Apropos Autor: Wo irgendwo eine menschliche Masse zu erwarten ist, krauchen plötzlich auch die ulkigsten Zeitungs-Genossen hervor. Freund Tino M. aus Deutschbaselitz jedenfalls wurde mit der Vorschau in der SÄCHSISCHEN beauftragt, auch wenn der vorher kaum gewusst haben dürfte, wie das Wort "Handball" geschrieben wird. Dementsprechend uninteressant las sich das Blabla über die neuzugründenden Ligen. Nur dass auf dem Vorschau-Bild die beiden mit Abstand besten Feldspielerinnen der am Erscheinungs-Samstag ja nun wirklich noch nicht absolvierten 60 Hochspannungs-Minuten zu sehen waren ("Katha" Rothe und Helena Binova), lässt uns schon wieder in böse Gedankengänge verfallen - da wird doch nicht etwa ... Immerhin kündigte HCR-Präsident Andreas Zschiedrich in seiner Begrüßungs-Rede wörtlich an, dass es heute definitiv "keinen Verlierer" geben werde, weil ja der Zweite am Ende der Serie auch aufsteigt, aber eben "nur" in die Mitteldeutsche Liga. Das wäre aber - zumindest nach Ansicht von Nachwuchs-Schreibkraft Meyer - gar kein Aufstieg, weil die "Mitteldeutsche" nix Anderes ist als die neu-konstruierte Oberliga. Aber ein Präsident mit eigen-verständlicher Zuversicht gibt so etwas am Mikrophon vor ausverkauften Rängen normalerweise nicht von sich. Ohne jetzt irgendwem irgendwas zu unterstellen, aber es wäre beim Allmächtigen nicht die erste Sport-Veranstaltung unseres Universums, bei der schon vor dem ersten Ball-Wechsel ... ach, lassen wir das.

Weil weiter oben von Heringen die Rede war: Es gab im Vorfeld auch allerlei Personal-Pokereien. Die Rödertalerinnen überraschten mit Diana Braemer im Aufgebot. Die Ohornerin ist zwar fast seit Saison-Beginn in das Geschehen um den "Bienen-Schwarm" involviert - aber, mit Verlaub, als Mannschafts-Leiterin! Jetzt erstaunte sie die Massen, indem sie in kurzen blauen Hosen und weißem Trikot auflief und am Oberliga-"Gipfel" mitwirkte; letztmalig aktiv soll sie 2003 gewesen sein. Ergo vor sieben Jahren und - wir haben's erkundet - in einer Formation mit der damals noch Blut-jungen aktuellen Nationalspielerin Mandy Hering. Kunststück: Braemer war selbst Auswahl-Kader, obschon relativ selten mit Adler auf der Brust zum Einsatz gekommen. Jetzt also hat sie die kleineren Nutzinsekten im Emblem - zum Ergebnis des Sensations-Comebacks weiter unten mehr. Weniger überraschend waren da die Neuen in Blau-Gelb: Im Februar erst angelte sich der HCS eine Susanne Gutsmuths; die war nach der Insolvenz des SC Markranstädt als wichtige Stammkraft der Zweiten, die ja 3. Liga spielte, zum von Michael Zita trainierten SV Aufbau Altenburg (ebenfalls Regional-Liga, allerdings Südwest und dort abgeschlagener Letzter) gewechselt, um nun wieder im Sächsichen zu stranden. In der Skat-Stadt wirkt übrigens auch eine gewisse Sandra Graupner - als Torwart-Trainerin. Neuzugang Numero 2 war noch hochkarätiger und "inspiriert" von der wohl schon Jahre-langen Kooperation mit dem tschechischen Erstligisten DHC Slavia Prag; dort stammte u.a. schon Marta Adamkova her, und jetzt eben Petra Janeckova. Sie drückt den Alters-Durchschnitt der in Neustadt umtriebigen Aktricen aus Nachbar-Ländle mit ihren 25 Lenzen erheblich nach unten; ansonsten erstreckt sich der illustre "Steigerungs-Lauf" von Alexandra Urbanova (32) über Zlata Bradcova (35) und Adamkova (36) hin zu Helena Bínová (37). Doch Alter schützt vor Grauen nicht, hieß es bei Hitchcock ... und vor Können schonmal gleich gar nicht, wie speziell die älteste der Genannten beweisen wird.

Das also um Vorspiel: Es war angerichtet. "Absteiger vom Nordrand der Sächsischen Schweiz oder Aufsteiger aus dem Rödertal und von der Sächsischen Weinstraße" umschrieb Gastgeber-Manager Thomas Birnstein die Konstellation. Zum Zeitpunkt, da die Freunde des Parkett-Zaubers dies im Heftchen BIENEN-GEFLÜSTER zu lesen bekamen, waren die geographischen Aussagen bereits kategorisch überholt; schon am späten Freitag hatte der TuS Weinböhla die Spiel-Gemeinschaft gekündigt. Ein herber Rückschlag für die mit unglaublicher Selbstverständlichkeit ausgestatteten Macher der "Bienen", und vielleicht nicht ganz ohne Einfluss auf die Leistung der Kalinauskaite-Sieben. Keine Sterbens-Silbe verlor Anmoderator Zschiedrich über diesen bösen Fauxpas. Da auch unser Medium erst später von der Geschichte erfuhr, dazu an anderer Stelle mehr. Jetzt erst einmal Entspannung vom vielen Text und die erste Halbzeit im Tore-Durchlauf, damit die hiesige Presse mal eine Ahnung davon bekommt, wie ein Spitzen-Match mit journalistischer Klasse gepaart werden kann!


((()))((()))((()))((()))((()))


ANFANGS-FORMATION der SG: Susann Schulz (TF) - Katharina Rothe (Aufbau Mitte), Nadine Rost (Kreis) - Jurate Kiskyte (Rückraum links), Diana Braemer (Aufbau rechts) - Monika Markeviciute (Linksaußen), Kathleen Nepolsky (Rechtsaußen)

ANFANGS-FORMATION des HCS: Viktorija Sidlovskyte (TF) - Marta Adamkova (Aufbau Mitte), Helena Bínová (Kreis) - Alexandra Urbanova (Rückraum links), Jenny Kolewa (Rückraum rechts) - Petra Janeckova (Linksaußen), Slavka Ninkovic (Rechtsaußen)


((()))((()))((()))((()))((()))


ABLAUF des TREFFER-GESCHEHENS:

o3. min - o1:o0 D. Braemer
o4. min - o1:o1 J. Kolewa
o4. min - o1:o2 S. Ninkovic
o6. min - o2:o2 K. Rothe
o7. min - o2:o3 A. Urbanova (Penalty)
o8. min - o3:o3 J. Kiskyte (Penalty)
o9. min - Zeitstrafe S. Gutsmuths (HSC)
10. min - o3:o4 A. Urbanova
11. min - o4:o4 N. Rost
11. min - Zeitstrafe A. Urbanova (HCS)
11. min - o5:o4 M. Markeviciute
14. min - o5:o5 H. Bínová
15. min - o6:o5 E. Alesiunaite
16. min - o6:o6 M. Adamkova
17. min - o7:o6 E. Alesiunaite
18. min - Zeitstrafe S. Gutsmuths (HCS)
20. min - o7:o7 S. Ninkovic
20. min - o8:o7 K. Rothe
20. min - o8:o8 A. Urbanova (Penalty)
21. min - o8:o9 P. Janeckova
23. min - o9:o9 K. Rothe
24. min - o9:10 M. Adamkova
26. min - o9:11 S. Gutsmuths
28. min - o9:12 J. Kolewa (Penalty)
28. min - 10:12 K. Sander
30. min - 11:12 K. Sander
30. min - 12:12 D. Braemer


((()))((()))((()))((()))((()))


Neben dem Parkett: 'Ich lade gern mit Gäste ein', sagt (oder singt) der Walzer-selige Wiener. Das machten die Verantwortlichen des Tabellenführers auch. Aber in einem so grotesken Umfang, dass so mancher Sport-Fan das kalte Grausen bekommen haben dürfte. Allein der Politiker-Auflauf stellte schlimmste Wahlkampf-Zeiten in den Schatten, und es liegt höchstens die Vermutung nahe, dass die nordrhein-westfälischen Konservativen um Beistand aus Radeberg geworben haben, denn dort drüben wird demnächst gewählt, und Schwarz-Gelb drohen sämtliche Felle davonzuschwimmen. Nun mal ehrlich: Wenn mal ein Urnengang ins Haus steht, lässt man sich solchen Personen-Pomp mit allerlei verdrießlichem Zähneknirschen gefallen, aber doch nicht mitten in einer normalen Saison! Dass die ebenfalls komplett versammelten Größen des ostsächsichen Frauen-Handballs mehr oder weniger sauer gewesen sein dürften, wäre irgendwo logisch - die komplette Vereinnahmung eines zugegeben nicht ganz simplen Oberliga-Matches durch die Politik dürfte in dieser massigen Form einmalig gewesen sein und hinterlässt Wunden. Es wurde ja nicht einmal vollständig vorgestellt - nur das rechte Lager feierte sich, als hätten sie und nicht engagierte Sportlerinnen mit wer weiß was für parteilichen Neigungen das rödertalsche "Wunder" vollbracht. Einer Barbara Lässig mit schließlich ebenfalls zahlreichen Meriten in Sport und diversen Parlamenten galt jedenfalls kein Willkommens-Gruß. Dafür den CDU-Katastrophen Steffen Domschke und Aloysius Mikwauschk, beide nicht gerade bekannt für sehr viel Sachverstand in Bezug auf Handball. (Domschke hatte das - trotz HVH-Präsidentschaft! - im SA-EX-Interview offen zugegeben, später jedoch den Journalisten-Status des Befragers ignoriert; heißt also, er hat anderthalb Stunden seiner Arbeits-Zeit mit einem "Assi" verbracht: in jedem normalen Betrieb wäre er dafür in hohen Bogen auf die Straße geflogen ...) Aber nun gut: Es ist nicht an uns, darüber zu richten. Staffel-Leiter Michael Steidl jedenfalls verfolgte die 60 Minuten trotz weiter Anreise aus Hohenstein-Ernstthal tapfer weil stehend. Hoffentlich bequemere Plätze hatten die Schönheiten dieser sowie anderer Ligen, die von überall gekommen waren, um zu kiebitzen, was das Spektakel hergab: Denise Reichel aus Marienberg (HSV 1956), Marina Dommaschk aus Dresden (USV TU/SF o1), eine per Kreuzband-Riss an Krücken gefesselte Ewelina Zart aus Riesa nebst Nicole Seiffert (Zweitligist SC), Jana Delor aus Oschatz (Trainerin des Noch-Meisters SHV), Ilona Lustova (langjähriger Stammkader des HC Sachsen i.R.) usw. Wie gesagt: Die "Hütte" war zum Bersten gefüllt, und doch hatte der Betrachter eine leicht angenehmere Erinnerung ans Hinspiel, nicht nur des Resultates wegen - in Neustadt mögen sich vielleicht auch "vier Stadt-Oberhäupter begegnet" sein, aber man hat keinen unangebrachten Rummel desderwegen veranstaltet; der Sport gehörte dem Sport und seinen Fans, nicht irgendwelchen Gelegenheits-Numismatikern! Der einizige, welcher im Hinspiel störte, war der Edel-Feind aller berichterstatterischen Wahrheiten namens "Ebbe N."; der kreuzte in Radeberg zwar ebenfalls auf (obwohl "sein" HVH doch gerade "seinen" Beistand beim Männer-Spitzenreiter DHfK benötigt hätte), doch solche Lumpen ignoriert man einfach nur ... Wir kehren zum Kern unseres Beitrags zurück und lassen Halbzeit zwei Revue passieren.


((()))((()))((()))((()))((()))


32. min - 12:13 S. Ninkovic
33. min - 12:14 J. Kolewa
35. min - 13:14 J. Kiskyte (Penalty)
36. min - 14:14 N. Rost
37. min - 15:14 K. Sander
38. min - 16:14 J. Kiskyte
39. min - 16:15 H. Bínová
41. min - 16:16 H. Bínová
43. min - 16:17 H. Bínová
43. min - Zeitstrafe J. Kiskyte (SG)
44. min - 16:18 S. Ninkovic
45. min - 17:18 K. Rothe
46. min - 17:19 S. Ninkovic
47. min - 18:19 K. Nepolsky
49. min - 19:19 J. Kiskyte (Penalty)
50. min - 19:20 S. Gutsmuths
51. min - 19:21 Z. Bradacova
52. min - Zeitstrafe S. Gutsmuths/Rote Karte
53. min - 19:22 Z. Bradacova
54. min - 20:22 K. Nepolsky
54. min - 20:23 H. Bínová
59. min - Zeitstrafe D. Braemer (SG)
59. min - 20:24 M. Adamkova
60. min - 20:25 H. Bínová


((()))((()))((()))((()))((()))


PLAYER of the MATCH: Die Älteste auf dem Feld machte den Unterschied: Helena Bínová stellte nicht nur das litauische Erfolgs-Trio der SG in den Schatten, sondern auch ihre Mitspielerinnen. Geboren im August 1972, wurde sie im Sommer vor zwei Jahren von TJ Sokol Kobylisy an den Rand der Sächsischen Schweiz verpflichtet, wo die Verständigung in Training wie Wettkampf schon lange zweigeteilt in Deutsch und Tschechisch abläuft. Mit der Wiederholung ihrer 6 Tore-Ausbeute vom Hinspiel (diesbezüglich hatte uns in einigen Vorort-Gesprächen das Gedächtnis einen unschönen Streich gespielt; so stark hatten wir die studierte Ingeniuer-Ökonomin nicht in Erinnerung - mann wird halt alt) avancierte sie zur besten Werferin - und sehr wahrscheinlich sogar zur Meister-Macherin. Mit 37! Unser Respekt ist ihr sicher ...


((()))((()))((()))((()))((()))


Die Rödertal-"Bienen" in der EINZEL-KRITIK:

SUSANN SCHULZ: Konnte trotz ganz starker Leistung das Inferno nicht verhindern. Famos bei Würfen von den immer wieder freien Außen-Positionen, aber eine kleine Pause (die sie nicht bekam) hätte ihr vielleicht die Konzentration verschafft, Weitwürfe wie jene von Bradacova auch noch zu entschärfen. Da hierfür aber die Trainerin verantwortlich zeichnete, erhält sie von uns als einzige "Biene" eine glatte Note 1.

ANN RAMMER: Kam nur bei Siebenmetern und konnte so wenig beitragen. Kalinauskaite ignorierte die Uralt-Weisheit, dass man einen Gegner per Torhüterinnen-Tausch auch aus dem Konzept bringen kann. So kam die Pulsnitzerin nur auf ein paar Sekunden der Beteiligung - das gibt aus Anstands-Gründen keine Benotung.

KATHARINA ROTHE: Die mit Abstand beste "Feld-Biene", und das mit starken Offensiv-Akzenten. Dafür ist sie im Normalfall gar nicht zuständig, aber da speziell das Litauen-Trio komplett versagte, rieb sich die in Leipzig Beheimatete komplett auf und machte vorne starke Tore; geradezu sensationell ihr Durchmarsch zum 17. SG-Einnetzer (45. min): Leider, leider fehlten die dabei gelassenen "Körner" hinten, weshalb sie nicht immer ihre Defensiv-Qualitäten entfalten konnte - Note 2 plus.

JURATE KISKYTE: Die Enttäuschung schlechthin. Sie präsentierte sich weder körperlich noch geistig auf der Höhe der schweren Aufgabe; ohne ein einziges Rückraum-Tor (drei Siebenmeter und ein Konter nach eigenem "steal") war die Partie für die Gastgeberinnen nachgeradezu Zwangs-logisch nicht zu gewinnen. Kalinauskaite wird ergründen müssen, weshalb dieses Leistungs-Chaos zum ungünstigsten Zeitpunkt geschah - Note 4 minus.

EGLE ALESIUNAITE: Keinesfalls besser als ihre Landsmännin, aber ihr seien Jugend und relative Unerfahrenheit zugutegehalten. Zweimal traf sie exzellent in der Mitte von Halbzeit eins, was hätte Mut machen können bzw. müssen. Doch das Gegenteil war der Fall, vielleicht auch bedingt durch die schwache Kiskyte-Vorstellung - Note 4.

KATRIN SANDER: Da kam aber wieder der Zyniker durch beim Bericht auf der HC Sachsen-Homepage: "Recht einfache Tore" der SG-Rückraum-Schützin? Der Typ muss ein anderes Spiel gesehen haben; die Sprungwürfe der Ex-Bischofswerdaerin kurz vor der Pause (sie ermöglichten überhaupt erst den Seitenwechsel-Patt) schienen geradewegs einem Lehrbuch für diesen Mannschafts-Sport entlehnt. Bedauerlicherweise gelang keine Fortsetzung, sonst hätte sie die Überfliegerin des Nachmittags werden können; im Fortgang des Geschehens gelang dann nur noch ein glückliches Aufsetzer-Tor - macht unterm Strich eine Note 2 minus.

MONIKA MARKEVICIUTE: Kam nur sporadisch zum Zug und ließ sich ebenfalls von der (unerklärlichen) baltischen Schwäche infizieren. Ein Törchen gab es, wie im Hinspiel, aber da war die dunkelhaarige Schönheit deutlich präsenter - Note 4.

NADINE ROST: Gewohnt engagiert wie immer, aber ohne die nötige Fortüne. Gerade in so einem Hochkaräter muss mehr kommen von der Blondine mit den hohen eigenen Ansprüchen. Wie erfolgreiches Kreis-Spiel auszusehen hat, machte ausgerechnet Positions-Gegenüber Bínová vor. Oder spukte im Hinterkopf die völlig überraschende Offerte aus Neustadt? Die Tschechin wäre wohl für eine Drittliga-Saison doch ein Stück weit zu alt, und HCS-Macher Sturm schielt schon recht laut nach der Ex-Chemnitzerin. Sie wäre nicht die Erste, die von solchen Dingen abgelenkt wird - Note 3 minus.

DIANA BRAEMER: Eine Bewertung ist hier prinzipiell schon deshalb ein Unding, weil ja keinerlei Leistungs-Vorkenntnisse existieren. Wir verzichten der Fairness halber auf eine Note und verweisen lediglich darauf, dass sie mit ihren zwei Treffern vor der Pause starken Eindruck machte, in der Schlussphase aber auch tragisch patzte. So unterband sie - als vielleicht noch etwas gegangen wäre - durch ein ungeschicktes Fuß-Delikt einen Konter und fing sich kurz darauf eine unbedachte Zeit-Strafe ein; da war die Partie dann endgültig verloren. Über die allgemeinen Comeback-Gründe schwiegen sich ihre "Vorgesetzten" übrigens aus.

CAROLIN SCHENKE: Zu kurz im Geschehen, um Akzente zu setzen. Kalinauskaite wäre besser beraten gewesen, der stämmigen Akteurin mehr Zeiten in der Deckung einzuräumen; Neustadt wechselte gleich mit dem Anpfiff zwischen Abwehr und Offensive, was sich auf diesem Niveau - das Tempo war in den ersten 20 Minuten höllisch - bezahlt machen sollte.

JULIA HELLMANN: War das "Bauern-Opfer" für Braemer und kam erst in der Schluss-Viertelstunde zum minimalistischen Einsatz. Beim einzigen Torwurf geblockt.


((()))((()))((()))((()))((()))


Die MATCH-STATISTIK:

SG: S. Schulz, A. Rammer; K. Rothe (4), J. Kiskyte (4/3), K. Sander (3), N. Rost (2), K. Nepolsky (2), E. Alesiunaite (2), D. Braemer (2), M. Markeviciute (1), C. Schenke, J. Hellmann
HCS: V. Sidlovskyte; H. Bínová (6), S. Ninkovic (5), M. Adamkova (3), J. Kolewa (3/1), A. Urbanova (3/2), Z. Bradacova (2), S. Gutsmuths (2), P. Janeckova (1)

Schiedsrichter: Maik Lehmann / Ronny Domke (beide HCS Cottbus)
Zuschauer: 700 in der "Sporthall Berufs-Schul-Zentrum" zu Radeberg
Siebenmeter: SG 3 (alle verwandelt); HSC 3 (3)
Zeitstrafen: SG 2; HCS 4 (darunter 3x Gutsmuths - "Rot"/52. min)
Chronologie: 2:2 (6. Minute), 5:4 (11.), 6:6 (16.), 8:9 (21.), 9:11 (26.) - 12:14 (33.), 16:15 (39.), 16:18 (44.), 19:19 (49.), 20:23 (54.)


((()))((()))((()))((()))((()))


NACH dem SCHLUSSPFIFF: "Wenn meine Freunde gehen, seh' ich ihnen lange nach ..." sang mal ein ostdeutscher Schlager-Interpret. Nun, wir haben uns dieses eine Mal auch etwas mehr Zeit gelassen, dem "Danach" zuzuschauen, denn so richtig begreiflich war die Angelegenheit nicht. Am Verdienst des sportlichen Gäste-Triumphs bestand nicht der leiseste Zweifel, nur blieb das Rätsel der gar zu krassen Entzauberung des "Bienenstock"-Wunders. War die Pokal-Pleite von Marienberg am Ende gar nicht gewollt, sondern schon der traurige Vorbote für diesen 7. März? Es gibt in unserer modernen Sport-Welt leider Gottes immer wieder Hintergrund-Details, die sich selbst dem besten Sport-Journalisten der Nation verschließen. HCS-Trainerin Bärbel Wessel jedenfalls genoss diesen nachgeradezu epochalen Triumph, indem sie nicht wie weiland Franz Beckenbauer durch die sich leerende Halle stapfte. Nö nö: Sie lief durchaus eine letzte "Ehren-Runde" über das Parkett, aber nur, um den Hallen-Wart zur Übereignung des Kabinen-Schlüssels zu suchen (und auch zu finden) - ein anderer Gäste-Betreuer schien dazu wohl jubelnderweise nicht mehr in der Lage. Bei den Gastgeberinnen wurde nach dem Trocknen der ersten Tränen schnell wieder der "team spirit" bemüht, in kreisiger Runde mit Geschenken operiert. Für wen oder wofür auch immer - der Journalist hält sich da dezent zurück; ein Geburtstag-Motiv lag nach unseren Erkenntnissen aktuell nicht vor. Der Schock jedenfalls war entweder flugs verdaut oder aber geschickt überspielt, aber er schwebte im Raum, unmerklich und doch greifbar. Es kam eine Menge zusammen, was diese Niederlage erklärt. Vor Allem aber sollten Andreas Zschiedrich und Thomas Birnstein die Lehre ziehen, dass die Gesamt-Präsentation als ebenso gelungen wie misslungen zu analysieren ist. Es geht nicht an, der (hier in Sachsen ohnhin schlechten) Politik einen Diener bis unterhalb des Hallenbodens zu machen; jeder dieser Damen und Herren darf gerne zu einem solchen Top-Event kommen, aber bitteschön als Privat-Person und nicht als über Gebühr gefeierter Star! Da ist nicht einmal auszuschließen, dass einige der "Bienen" allein schon deshalb nicht in Normalform "summten". Das war es, was einer aus Westlausitz-Warte ohnehin schmerzlichen Pleite den unschönen Rest verabreichte. Am gleichen Sonntag hatten sich im fernen Aschheim die Frauen des FC Bayern München und vom 1. FFC Frankfurt/Main getroffen - eine absolute Spitzen-Begegnung der Bundesliga im Lande des amtierenden Weltmeisters. 520 Zuschauer lockte das an. Radeberg war besser. Ob das in naher oder ferner Zukunft zu wiederholen sein wird, bleibt sehr fraglich. Die Meisterschaft jedenfalls müsste nach menschlichem Ermessen futsch sein. Die "Ehe" mit Weinböhla ebenso. Da ist innerhalb kürzester Zeit eine Menge zu Bruch gegangen. Und das Team wird in Naunhof zeigen müssen, wie es mit der Kittung der Scherben aussieht ...


Am Ende jubelte nur Blau-Gelb. Die Fan-Kolonie aus der Region Neustadt mit der ja gar nicht so weiten Anreise dürfte noch einen feucht-fröhlichen Abend verbracht haben. Die Meisterschafts-Feierlichkeiten müssen allerdings noch ein bisschen warten, und man hat ja schließlich schon Pferde erbrechen sehen, mit einem Rezept zwischen den Kiemen und direkt vor diversen Handball-Arenen ... (Fotos dieser Seite: SACHSEN-EXPRESS/F.H.)













  Login