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+++ TV-TIPPS der WOCHE ++ TV-TIPPS der WOCHE ++ TV-TIPPS der Woche +++

Da wird doch nicht etwa eine Dame mit zu langen Nägeln unterwegs gewesen sein? Ach nein: Im Western zählte das, was Randolph Scott in >>Dieser Mann weiß zuviel<< Joan Weldon präsentiert, einfach zur Kriegs-Bemalung.


WOCHE vom 25. FEBRUAR bis 2. MÄRZ 2008


MO: Der Sender Arte beglückt uns in aller Regelmäßigkit mit Perlen des Stummfilms, der von 1903 bis 1927 den Vorläufer des heutigen tönernen Kinos bildete. Auch in der ersten Nacht nach OSCAR 2008 gibt es einen ausgesprochenen Leckerbissen, nämlich Lew Kuleschows 1924 inszenierte Komödie Die seltsamen Abenteuer des Mr. West im Lande der Bolschewiki (0.05 Uhr). Die gerade von einem fürchterlichen Bürgerkrieg, Hunger-Katastrophen und nicht zuletzt Lenins Tod (Januar 1924) erschütterte kommunistische Bastion brauchte ein Prestige-Projekt, und dazu wurde dieser Streifen auserkoren. Die US-Datenbank IMDb beschreibt noch heute anschaulich, worum es geht: Ein gewisser Mister West will die Sowjetunion kennenlernen, doch von allen Seiten wird ihm abgeraten - die Bolschewsiten seinen "horrible" und "evil" (also der blanke Horror und obendrein teuflisch). Der Amerikaner lässt sich davon nicht beirren, nimmt aber der Sicherheit wegen seinen Bodyguard Jeddie mit, der die "Roten" in voller Cowboy-Montur (!) von irgendwelchen Übergriffen abhalten soll. Die Kostümierung verfängt aber offenbar nicht; gleich nach der Ankunft wird dem neugierigen Touristen die Aktentasche gestohlen ... Während in Nebenrollen bekannte Namen wie Vsevolod Pudovkin - er hatte auch das Drehbuch geschieben - und Vladimir Fogel auftauchen, ist die Hauptrolle mit dem leidlich unbekannten Porfiri Podobed (1886-1965) besetzt; der Mime agierte auch nur in fünf Streifen (zuletzt erneut unter Kuleschow in Der Horizont (1932) und probierte sich dann noch einmal als Regisseur (1934 neben Yakov Protazanov bei Marionetki), bevor er gänzlich von der Bildfläche verschwand.


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DI: Randolph Scott war ein großer Western-Star im Schatten der ganz großen Western-Stars. Sein Pech war ein bisschen, dass in seinen besten Jahren - den Fünfzigern - der Western endlich Seriösität erlangt hatte und auch die wirklichen Top-Schauspieler in wirklich guten Pferde-Opern reüssierten. So hinkte der Cowboy aus Orange County in Virginia - übrigens ein enger Freund (vielleicht sogar sehr enger Freund) des mit Wild-West überhaupt nichts am Hut habenden Cary Grant - in der Popularität immer etwas hinter dem schier übermächtigen John Wayne hinterher, obwohl er gewiss kein schlechter Akteur in Boots und Stetson war. 1954, also noch vor seinem berühmten Zyklus mit den sieben Boetticher-Streifen, entstand in der Regie des ebenfalls Genre-erprobten André De Toth Dieser Mann weiß zuviel (20.15 Uhr, Tele 5). Darin gibt Scott einen seinerzeit üblichen Wachmann einer Postkutschen-Linie namens Larry Delong. Weil seine Familie bei einem Überfall auf solch ein Gefährt ermordet worden war, hofft er auf diese Weise, die Verbrecher am ehesten zu finden. Zunächst einmal sind aber die Banditen im Vorteil, weil niemand im Städtchen Deep Water Delongs Version glaubt, dass ein Einbruch in die örtliche Bank geplant ist ... Lustige Fehler gibt es stets auch in den alten Western zu bewundern. Hier kommt eine überfallene Postkutsche im Ort der Handlung an, doch obwohl der Fahrer tot ist, gelangt das vier-rädrige Subjekt zum Stopp. In einer Nebenrolle: Der damals von eigenem Star-Ruhm noch weit entfernte Charles Bronson (1921-2003), im Vorspann als Charles Buchinsky ausgewiesen. Die weibliche Komponente vertritt Joan Weldon als Dame mit dem genüsslichen Namen Orissa.


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MI: Die australische Produktion Das Geheimnis der Alibrandis (0.20 Uhr, ARD) handelt von der Tochter sizilianischer Einwanderer, die es sehrt schwer hat: Zuhause wird sie zwischen strenger Mutter und noch strengerer Großmutter zerrieben, und in der katholischen Privat-Schule hat sie Ärger mit der arroganten weil reichen Carly. Hinzu kommen - sie ist 17 - erste ernsthafte Probleme in Sachen Liebe. Den Herumtreiber, der sie will, will sie nicht, und den reichen John, den sie will, will auch Carly ... Das Beziehungs-Geflecht der Regisseurin Kate Wood gewann im Jahre 2000 fünf der AFI AWARDs (australischer OSCAR), darunter den für Hauptdarstellerin Pia Miranda. Internationalen Pep erfährt die Crew durch die Mitwirkung von Greta Scacchi (Jefferson in Paris).


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DO: Hongkong-Action vom Feinsten verspricht der 1974 entstandene Eastern Die Eroberer (23.25 Uhr, Das Vierte): Im China des 15. Jahrhunderts herrscht Krieg, doch zwischen den Schlachten dürstet es die beiden Anführer des Shan-Heeres nach Abwechslung. Yen Ching (David Chiang) zieht es zu allerlei Frauen hin; so lernt er auch die kaiserliche Konkubine Li kennen, die ihm davon erzählt, dass Rebellen den Sturz des Kaisers planen. Als Yen diesen persönlich kennenlernt, bittet dieser ihn um Hilfe. Unser Held willigt ein - ohne zu wissen, auf was er sich da eingelassen hat ... Regie bei dem aufwendigen Spektakel führte der 2002 im Alter von 79 Jahren verstorbene Chang Cheh.


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FR: Lange vor seiner "wirklich wahrsten (Badewannen-)Wahrheit" über einen gewissen Adolf H. hat Helge Schneider seine ersten Schritte vor einer Cinema-Kamera in Christoph Schlingensiefs Groteske Menu total (0.35, Arte) unternommen. Freilich: Alle Welt wetterte gegen dieses inhaltliche Konstrukt, weil ja auch Schneider längst noch nicht die Reputation genoss, die ihm heute zuteil wird. Mühlheim an der Ruhr ist Schauplatz eines ungewöhnlichen Konflikts zwischen den Generationen. Während seine Eltern surreale Umzüge veranstalten und sogar in alten Nazi-Uniformen herumstolzieren, Junior Joe (Schneider) Tag-ein wie Tag-aus seinen Schmerz heraus, da in seinen Träumen böse Zombies ihr Unwesen treiben. Eines Tages landet er Zwangs-logisch in einem Labor, doch bei Dr. De Pen gibt es auch nur sonderbare Experimente und noch skurrilere Erlebnisse ... "Provokant" wäre wohl noch das verharmlosenste Attribut; "größte Sauerei aller Zeiten" oder "Tabu-brechend und Geschmack-los" waren andere Umschreibungen. Echte Helge-Fans wird das nicht abschrecken, sondern eher anlocken. Und die BERLINER ZEITUNG ging im einem Beitrag vom März 2006 etwas nuancierter mit dem Außenseiter-Film um, Bezug nehmend auf Schneiders späteren Führer-Film: "Steht ein Junge mit schwarzem Bärtchen am Fenster. Hebt die rechte Hand. Gestikuliert. Schreit Unverständliches. Helge Schneider hat das Hitler-Spiel schon vor 20 Jahren geübt. In Christoph Schlingensiefs Gaga-Film Menu total spielt Schneider einen Jungen, der, vom Vater vergewaltigt, ins Kellerloch der Phantasie hinabsteigt. Dort wird er Hitler - und murkst seine Familie ab." Na dann: Viel Spaß!


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SA: Der deutsche Arzt von Struensee ist ein berühmter Gehirn-Spezialist, weshalb er an den königlichen Hof Dänemarks nach Kopenhagen beordert wird, weil der dort residierende junge Monarch offenbar an einer Geisteskrankheit leidet. Von Struensee attestiert seinem Schutzbefohlenen allerdings völlige Regierungs-Fähigkeit, was die Intriganten auf den Plan ruft, die gerne eine Entmündigung des Königs gesehen hätten. Als der charmante Arzt der Königin Mathilde ein Kind macht, ist das Maß voll: Jetzt wird der längst auch in die Regierungs-Geschäfte Kopenhagens Involvierte zum Tode verurteilt ... Großes Star-Kino von Harald Braun (1901-1960), denn O. W. Fischer (als von Struensee), Horst Buchholz, die Französin Odile Versois (als Mathilde), Elisabeth Flickenschildt und Siegfried Lowitz waren in den Fünfzigern echte "Hausnummern".


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SO: Man muss heutzutage schon etwas länger suchen, um alte Hollywood-Kost der Dreißiger und Vierziger im TV-Programm zu entdecken. Dann aber gibt es auch imme rmal wieder was zu entdecken, wie etwa Lewis Seilers Abenteuer-Streifen Überfall auf die Artic Queen (13.15 Uhr, SWR) aus dem Jahre 1938. Erzählt wird vom allseits geschätzten Gold-Händler Mac Drummond, der die Funde der Schatzgräber im kalten Alaska in die Banken der Städte transportiert, um dort einen guten Preis herauszuschlagen. Doch der Dampfer "Artic Queen" wird überfallen, ein Großteil des begehrten Edel-Metalls geht verloren. Und für die enttäuschten Goldgräber ist klar, dass die Männer des Überfalls einen Mitwisser gehabt haben müssen. Zwei Angehörige der Royal Canadian Mounted Police haben einen Verdacht, wo sich die Schurken aufhalten könnten ... Joe Hembus hatte keine Interesse, das Werk in sein >>Western-Lexikon<< aufzunehmen, obwohl die WARNER-Produktion mit Goldgräbertum und den Rotröcken der legendären Berg-Polizei viele Ingredenzien der klassischen Pferde-Oper aufweist. Doch nicht das ist das eigentlich Interessante daran, auch nicht die heute größtenteils vergessenen Protagonisten Dick Foran ("Mountie" Baker), Joseph "Joe" King (Mac Drummond), Gloria Dickson (Joyce) und Patric Knowles ("Mountie" Montgomery) - Kameramann Wilfred M. Cline drehte am kalifornischen Big Bear Lake in Technicolor, das gerade erst erfunden war, was sich auf die optische Qualität sicher leicht negativ auswirkt. Ein Film für Enthusiasten der visuellen Leinwand-Geschichte also; es war aber nicht der erste Farb-Western, denn selbiger wird Regisseur Henry Hathaway und seinem Trail of the Lonesome Pine (1936) zugeschrieben.


Wozu großartige OP-Tische? Man kann mit Hilfe erstklassiger Solinger Messer auch im Stehen transplantieren ... Szene aus dem Hongkong-Eastern >>Die Eroberer<<. (Fotos dieser Seite: Repro)













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