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Zum 100. Geburtstag von LANE CHANDLER & zum 30. Todestag von JOHN WAYNE

Seite an Seite in einem Western von Mack V. Wright aus dem Jahr 1936: John Wayne (links) und Lane Chandler.
STURHEIT IST EINE ANDERE FORM VON BEHARRLICHKEIT - ein Ausflug in den B-Western
(sa-ex/F.H.) Die Manie geht weiter, immer weiter: Keinem US-amerikanischen Film-Star war vergönnt, was Marion Robert Morrison widerfuhr - und noch immer widerfährt. Gerade eben lesen wir von einem im Januar veröffentlichten Umfrage-Ergebnis, das sich "The Harris Poll" nennt und das eine Befragung von 2388 (erwachsenen) Online-Nutzern spiegelt, die sich zwischen dem 9. und 15. Dezember 2008 zu ihrem/ihrer beliebtesten Schauspieler(in) - "America's favorite movie star" - äußern durften. Die in Rochester, Bundes-Staat New York, ansässige Meinungsforschungs-Company listete demnach zum dritten Mal in Folge den farbigen Akteur Denzel Washington auf Platz 1, gefolgt von Clint Eastwood. Die dritte Position teilen sich Will Smith und ein gewisser John Wayne, seines Zeichens bereits 30 Jahre nicht mehr unter den Lebenden. (Tom Hanks folgt auf 7, Angelina Jolie als erste Frau auf 9.) Nun darf wie stets trefflich darüber gestritten werden, wie repräsentativ 2388 Umfrage-Teilnehmer für nach Aber-Millionen zählende "moviegoers" in den Vereinigten Staaten sind - andereseits besitzt HARRIS INTERACTIVE ein gehöriges Branchen-Renommee, ist - unter verschiedenen Firmen-Namen - seit 1963 umfragend unterwegs. Und zufällig ist das Ergebnis keineswegs. Schon gar nicht für Wayne: In den vergangenen 15 Jahren belegte er aus gleichem Anlass die Ränge 2 (1994), 1 (1995), 2 (1996), 4 (1997), 2 (1998 bis 2000), 6 (2001 und 2002), 7 (2003 und 2004), 3 (2005 und 2006) und 6 (2007). Der Mann ist einfach nicht totzukriegen, nicht aus den Köpfen der Amerikaner zu eliminieren. Zu Lebzeiten nicht, aber später wohl noch viel schwerer. Ein Indiz von amerikanischem Chauvinismus? Das findet sich höchstens, wenn uns der Wayne-Biograph Garry Wills die "Hit-Liste" von 1995 etwas ausführlicher offeriert: Dort findet sich unter den besten 15 keine einzige Weiblichkeit, aber mit Clark Gable - teilte sich mit Harrison Ford, Paul Newman und Brad Pitt die Position 11 - ein weiterer Toter.
Nein, Chauvinismus ist das wohl eher nicht. Sondern einfach die Sehnsucht nach etwas, was es in der Realität nicht mehr gibt und höchstwahrscheinlich nie gegeben hat. Wills erläutert in seinem hochgelobten Buch "John Wayne - The Politics of Celebrity" (1997) recht plausibel: "For decades John Wayne haunted the dreams of Americans - making his face, said Joan Didion, more familiar to her than her husband's. The protagonist in Walker Percy's novel 'The Moviegoer' remembers Wayne's shoot-out in Stagecoach more vividly than the events in his own life." Wir wollen hier keine neue Biographie über den "Duke" schrieben, sondern bekommen auf diese Weise herrlich die Kurve zum eigentlichen Sinn dieser Abhandlung. Übersetzt bedeutet das soeben Zitierte: "Über Jahrzehnte suchte John Wayne die Träume der Amerikanerinnen heim - ihnen war, so meinte Joan Didion, sein Gesicht vertrauter als das ihrer Ehemänner (Didion ist eine heute 74-jährige Schriftstellerin und Publizistin/d. Red.). Der Protagonist aus Walker Percys Roman 'The Moviegoer' erinnert sich viel lebhafter Waynes finaler Schießerei aus Stagecoach als den Ereignissen seines eigenen Lebens."
Nun denn: Stagecoach (oder im Deutschen Höllenfahrt nach Santa Fé), von John Ford 1939 im Monument Valley gedreht, markierte den wohl endgültigen Durchbruch des Mimen, der doch schon seit 1926 durch die Film-Metropole geisterte, als er sein durch ein Football-Stipendium ermöglichtes Jura-Studium aufgrund einer Verletzung unterbrechen musste, aber schon in Kontakt zu Hollywood geraten war. Tom Mix, George Marshall, Ford - sie alle hatte der damals noch Michael Robert Morrison heißende Jüngling bereits kurz kennenlernen dürfen ... nur weil Mix scharf auf die begehrten Karten für die Football-Matches des Teams der University of Southern California war. An Schauspielerei war damals noch nicht zu denken, jedenfalls nicht sofort; das Schleppen von Requisiten war angesagter. Bis Ford dann doch den athletischen Körper und das gute Aussehen des in Iowa Geborenen vor die Kameras brachte. Wenig später suchte Rauol Walsh verzweifelt nach einem Hauptdarsteller für sein großes Epos The Big Trail und bekam von Regie-Kumpel Ford eben diesen Morrison angeboten.
Nun müsste man meinen, dass die Rolle des Breck Coleman als Inthronisierung des Mimen - der sich von jetzt an John Wayne nannte - im Darsteller-Olymp genügt hätte. Doch weit gefehlt. Der Western als Zelluloid-Gattung hatte nur kurz nach der Einführung des Tonfilms ein kleines Niveau-Hoch zu verzeichnen gehabt, mit Irving Cummings' In Old Arizona (1928), William Wylers Hell's Heroes, King Vidors Billy the Kid und eben Walshs The Big Trail (alle 1930) als anerkannte Eckpfeiler. Danach verschwanden die "outdoors" wieder Knall auf Fall im Billig-Segment, was sicher auch mit der Weltwirtschafts-Krise zu erklären wäre, in deren Verlauf sich der Amerikaner triviale Unterhaltung wünschte, keine Cowboys mit Botschaften oder gar künstlerischen Elementen. Die Entwicklung des Genres verlief bis zum Höhepunkt in den Fünfzigern unglaublich zäh - was die Qualität anbelangt. Nicht die Quantität, denn die war durch die Existenz unglaublich vieler, hierzulande weitestgehend unbekannter "poverty row"-Studios (so die Bezeichnung für die kleinen Film-Gesellschaften, die "Armenhäuder" Hollywoods) in gigantischem Umfang gegeben. Doch so unglaublich schwierig wie es war, der "Pferde-Oper" kulturelle Intelligenz und cineastischen Stil einzuhauchen, so schleppend verlief John Waynes eigene Karriere. Und gerade dieser Umstand macht ihn aus heutiger Warte tatsächlich zu einer Einmaligkeit im Glitzer-Business: Er ließ sich nicht abschrecken, nicht unterkriegen. Er wurde nicht aufmüpfig, wie beispielsweise ein Humphrey Bogart (der sich permanent bei den WARNER-Bossen über schlechte Parts beschwerte), und er wusste es zu schätzen, dass man mit ein paar geringen Fähigkeiten im kalifornischen Leinwand-Mekka jede Menge leichtester Dollars verdienen konnte, weshalb er nie so offenkundig vom Job gelangweilt agierte wie zum Beispiel ein Robert Mitchum in jüngeren Tagen.
Darüber hinaus praktizierte er das "Learning by Doing" wie kaum ein Zweiter; der schon erwähnte PULITZER-Preisträger Wills (berühmt auch für eine kritische Nixon-Biographie von 1970) beschrieb es so: "Egal, wie undiszipliniert oder dem Alkohol zusprechend er war, wenn er nicht filmte: Er war immer frühzeitig am Set, nüchtern, seinen Text kennend und voller Aufmerksamkeit, auch wenn er nicht in der Szene vorkam, die gerade inszeniert wurde. Wie Yak studierte er den gesamten Ablauf der Dreharbeiten und erachtete jeden Tag beim Film als eine Art Schule, die sich zu seiner Ausbildung versammelte. Kein Wunder, dass Wayne von den Arbeitern, Reitern und Stuntmännern späterer Filme bewundert wurde." Wirklich kein Wunder; man kann über den strengen Konservatismus des John Wayne geteilter Meinung sein - darüber, dass er den außergewöhnlichsten aller Wege zum Super-Star ging, besteht nicht der leisteste Zweifel. Das und wohl nur das mochten die Spielfilm-versessenen US-Bürger des Jahres 1949, die ihn erstmals in die "Top Ten" beförderten (dank Hawks' Red River und Fords Fort Apache), und das mag auch der US-Bürger des beginnenden 21. Jahrhunderts, da es keine Western mehr gibt und kaum noch innovatives, von den Sitzen reißendes Hollywood-Kino. Platz 3 für einen seit 30 Jahren begrabenen Schauspieler - das ist fürwahr eine Marke für die Unendlichkeit.
Im letzten Zitat war von einem "Yak" die Rede - dies die Koseform für Yakima Canutt (1895-1986), dem berühmtesten aller Stuntmen im Wild-West-Milieu, und Hollywood hielt sich ein riesiges Heer solcher waghalsigen Typen. Der war schon seit 1915 halsbrecherisch unterwegs, wurde erstmals im Tom Mix-Abenteuer Foreman of Bar Z Ranch gesichtet. Es konnte nicht ausbleiben, dass Canutt und Wayne einander vor den Kameras begegneten - erstmalig geschah dies 1932 (hier stets das Jahr des Kino-Einsatzes; gedreht wurde, da am frühen 1. Februar uraufgeführt, sicher schon 1931) in einem Nicht-Western der Billig-Firma MASCOT mit Titel The Shadow of the Eagle mit dem "Duke" als Artist und Pilot sowie Canutt als "henchman", was - eigentlich ein Gehilfe - vieldeutig zum Einsatz kommt: Sowohl als Gefolgsmann des postiven Helden als auch als Mitglied einer Bande. Im Jahr 1934 gab Canutt zweimal das Double für Wayne, der aber nachfolgend die gefährlichsten "Nummern" meistens selber ausführte; dennoch arbeiteten beide viele Jahre erfolgreich zusammen, mit dem absoluten Höhepunkt der extrem riskanten Postkutschen-Sequenz aus Stagecoach und letztmalig bei Rio Bravo von 1959. Der berühmte Stunt-Koordinator hatte es sich aber auch nie nehmen lassen, kleinere bzw. kleinste Rollen in seinen Streifen zu übernehmen. Anfang der Dreißiger waren diese Aufgaben sogar noch größer; im Jahr 1930 z.B. stand er in einem kleinen Western der Firma NATIONAL PLAYERS mit Titel Firebrand Jordan an dritter Stelle der Besetzungs-Liste. Diese enthielt auch dem Experten bekannte Namen wie Cliff Lyons (1901-1974/später erinnerlicher Regisseur des 2. Stabes bei Klassikern wie Fords Der Teufelshauptmann von 1949), die renommierte Stuntfrau Aline Goodwin (1889-1980/doubelte Vivien Leigh in Vom Winde verweht) und als Titel-Held und somit Hauptakteur einen gewissen Lane Chandler (1899-1972).
Chandlers Karriere ist eine Parade-Beispiel für das, was die Heerscharen von Film-Cowboys der B-pictures ausmacht. Als Robert Chandler Oakes in South Dakota geboren, wuchs der Sohn eines Pferdezüchters in allerbester Tradition der Cowboys auf, übrigens nach mehreren Umzügen der Familie in Culbertson und auch in Helena, beide im Bundes-Staat Montana gelegen. Ein Studium am Wesleyan College brach er ab, um sich als Bus-Fahrer im Yellowstone National Park zu verdingen. Anfang der Zwanziger zog es ihn aber nach Los Angeles, wo er zunächst Autos reparierte. Weil PARAMOUNT (wie andere Studios auch) stets auf der Suche nach guten Reitern für ihre boomenden Stummfilm-Western war, gelangte er alsbald zum Film. (Es ist nirgends verifiziert, aber durchaus möglich, dass ein gewisser, in Helena geborener Gary Cooper dabei geholfen hat. Denn der war auf gleichem Wege, also über seine Fähigkeiten zu Pferde, nach Hollywood gelangt, hatte aber schon seit 1925 regelmäßige Beschäftigung gefunden - Chandler mit einer winzigen Ausnahme in einem älteren Charlie Chaplin-Vehikel erst ab 1927.) Schnell erkannte die damals von Adolph Zukor geführte Gesellschaft das Potenzial des gutaussehenden und obendrein 1,93 m großen Akteurs, und bot ihm - jenseits des Western - beste Chancen an der Seite von Esther Ralston, Clara Bow und sogar in der Greta Garbo-Schmonzette Unsichtbare Fesseln (1929) an.
Aber Chandler wurde ein Opfer des aufkommenden Tons, weshalb er nur einen im Englischen so herrlich umschrieben "brief flirtation with stardom" hatte - einen kurzen Flirt mit dem Star-Ruhm. Da konnte er sogar für etliche Momente mit Cooper konkurrieren, doch seine raue Stimme wie auch sein bisweilen spöttisches Auftreten ließen ihn dieses "Duell" ganz rasch verlieren. Er glitt mehr und mehr ins Nebenrollen-Fach ab, ohne dabei sein Gesicht einzubüßen: Hollywood (später auch das Fernsehen) bot auf diesem Sektor gleichwohl dankbarste Aufgaben; vor allem Cecil B. DeMille besetzte ihn seit Im Zeichen des Kreuzes (1932) - hier als Christ in Ketten - immer wieder in seinen monumentalen Epen. Als sich Mitte der Dreißiger das Ende seines kurzen Höhenfluges unbarmherzig abzeichnete, flüchtete Lane Chandler ohne Kompromisse in die nicht selten in Vor- bzw. Abspann unerwähnten "bit parts", was dann unterm Strich etwa 370 Film-Auftritte ergab. Nebenher war er auch ein cleverer Geschäftsmann, machte Dollars mit Vermögenswerten und Industrie-Aktien. Lane Chandler starb nach einer Herz-Erkrankung am 14. September 1972.
Warum diese Ausführlichkeit? Nun, natürlich sind sich nicht nur Chandler und Cooper, sondern auch Chandler und John Wayne begegnet. "Old" Hollywood ist trotz seiner tausender Namen ein relativ überschaubares Dorf, wenn man die richtigen Fahndungs-Strategien kennt. Der "Beinahe-Star" und der seinerzeit noch völlig Unbekannte trafen sich erstmals am Set eines Sport-Films der FIRST NATIONAL über - wen wundert's - American Football mit Douglas Fairbanks jr. als Hauptdarsteller: In The Foward Pass von 1929 mimt Chandler einen Assistenz-Trainer, während Wayne vermutlich in seinem sportlichen Element durchs Bild huscht (einige Biographen erwähnen diesen Streifen gar nicht, zumal er sowieso als verschollen gilt). Wayne and Lane - das reimte sich nicht nur, sondern "passte" Anfang der Dreißiger auch einige Male intensiver zusammen; in Armand Schaefers Sagebrush Trail aus dem Jahre 1933 ist Wayne als unschuldig Inhaftierter auf der Flucht, um selbst den wahren Mörder zu suchen und ihn in Lane zu finden. Dazu musste er sich übrigens in eine Bande einschleichen, die von Yakima Canutt angeführt wurde ...
Entstand diese Billig-Arbeit noch beim LONE STAR-Studio im Verleih der MONOGRAM, so trafen sich beide drei Jahre später unter den Adler-Schwingen des REPUBLIC-Logos wieder. Das hatte sich 1935 unter der Federführung des Kino-bessesenen Herbert J. Yates (1880-1966) aus verschiedenen kleineren Studios rekrutiert und sollte für die kommenden anderthalb Jahrzehnte der absolute Markt-Beherrscher im Billig-Segment werden. Was niemand unterschätzen sollte: Auch die großen Studios hielten sich die B-Variante als das mehr Gewinn abwerfende Geschäftsfeld; es gibt glaubwürdige Aussagen darüber, dass sich die Großproduktionen überhaupt nur dank der vom jugendlichen Publikum viel mehr angenommenen "zweiten Wahl" realisieren ließen. Jedenfalls damals. Der von Yates geschmiedete "Bund" aus Ex-Firmen wie eben MASCOT, MONOGRAM, MAJESTIC u.a. brach zwar schnell wieder auseinander, weil die anderen Bosse mit Yates' unglaublich herrschsüchtiger Art nicht klarkamen, aber der Umtriebige aus Brooklyn ging seinen Weg, bis das Monopol des Fernsehens ihm in den Fünfzigern das geschäftliche Genick brach. Sage und schreibe 956 Filmchen (da meistens mit einer Länge von exakt einer Stunde versehen) und sogar 849 Serials - Serien im Kino - werden bis zum 23. Januar 1959, dem Premieren-Datum der letzten REPUBLIC-Eigenproduktion Plunderers of Painted Flats (mit Corinne Calvet und Skip Homeier), zu Buche stehen.
John Wayne war in diesem letzten Western des auf dieses uramerikanische Genre fixierten Studios (es wurde freilich auch Anderes gedreht) nicht mehr zu Gange - am ersten, dem per 19. August 1935 uraufgeführten Westward Ho von Robert N. Bradbury, war er hingegen beteiligt. Wayne, der unter den vielen Film-Cowboys des Herbert J. Yates dank seiner nebenher bei Ford und Hawks erzielten Erfolge schon bald eine Sonderstellung einnahm, würde viel Ärger mit seinem Chef bekommen, versuchte er doch mehrmals, aus den Knebel-Verträgen herauszukommen, was jedoch erst Anfang 1952 gelang. Mit dem Status eines Stars, den er nun einmal mit den Kassen-Hits gegen Ende der Vierziger unbestreitbar erreicht hatte, vereinbarte sich die REPUBLIC nun gerade nicht; Wayne aber hielt tapfer durch und wurde dafür auch noch mit der herrlichen John Ford-Komödie Der Sieger belohnt, die zwar Fords ARGOSY produzierte, jedoch durch die REPUBLIC in den Verleih gelangte.
Zurück zu Wayne und Chandler: Unter der Regie des Fließband-Regisseurs Joseph "Joe" Kane traten beide 1936 in The Lawless Nineties vor die Kameras, diesmal aber als befreundete Regierungs-Agenten im Einsatz in Wyoming (allerdings lebt Chandler nicht lange). Und ebenfalls kumpan miteinander verbandelt waren beide schließlich - und darauf sollte dieses extrem lange "Vorspiel" eigentlich hinauslaufen - in Winds of the Wastleland, erstmals am 6. Juli 1936 in den Leinwand-Theatern zu begutachten und selbst dem etwas älteren deutschen Western-Freak vielleicht nicht ganz fremd, lief doch das im Original 54-minütige Werk im Rahmen der populären ZDF-Reihe "Western von Gestern" (Mai 1978 bis Juli 1986) unter dem Titel Die Winde der Wildnis. Ich fand dieses Schmankerl als DVD-Zugabe zum ebenfalls von REPUBLIC gemachten Blut am Fargo River (alter Titel Liebe in der Wildnis, 1945), der wiederum - denn er hätte nicht zwingend interessiert - Bestandteil einer Dreier-Kollektion mit dem Walsh-Klassiker Schwarzes Kommando von 1940 war, welcher in meinem Wissens-Fundus noch fehlte. So also funktioniert das; packt der Autor die Gelegenheit beim Schopfe und gedenkt sowohl des 30. Todestages von John Wayne als auch des 100. Wiegenfestes von Lane Chandler mit einer Rezension dieses Außenseiter-Werkes aus der guten alten "poverty row"-Küche. Nichts unbedingt Leichtes, denn über Meisterwerke wie Fluss ohne Wiederkehr, Rio Bravo oder Cheyenne kann wohl jeder Journalismus-Studiosi ein paar vernünftige Zeilen zurechtzimmern - bei einem B-Western der längst angestaubten Dreißiger sieht das vermutlich ungleich komplizierter aus. Da muss der Leser erst einmal davon überzeugt werden, dass die Schreibkraft verdammt gut über der Materie steht; das ist hoffentlich bis hierher gelungen.
"YOU ARE SMART. I SOLD YOU A LEMON, AND YOU MADE AN ORANGE OUT OF IT."
Das "wastleland" des Originals meint eigentlich weniger die Wildnis im Allgemeinen, sondern spezifischere Formen wie Öd- bzw. Brachland, manchmal auch eine Wüste. Für die Billig-Produktionen galt, was später häufig an deutschen Verleih-Titeln (für A-Produktionen) nervte: Reißerische Aufmachung, fernab des eigentlichen Inhalts. >>Stagecoach<<, moderater vielleicht >>Formation of a Stagecoach Line<< wäre passender gewesen. Denn es geht in Winds of the Wastleland weder um Winde noch um Einöden, sondern einzig und allein um ... Postkutschen. Zunächst aber startet der Streifen mit flotten Bildern vom legendären PONY EXPRESS, dem ebenso berühmten wie kurzlebigen Kurier-Reiter-Dienst des Wilden Westens. Weil im gigantischen Wettlauf der Amerikaner um Fortschritt und Zivilisation der erste transkontinentale Telegraph im Oktober 1861 Salt Lake City erreichte, wurde im gleichen Monat der erst im April 1860 geschaffene Service zu Pferde - gefährlich war er allemal - wieder eingestellt.
Also drehen sich die Gespräche der Bediensteten Larry Adams (Lane Chandler) und Jim (Jon Hall) um das "Danach". Alsbald kommt auch John Blair (Wayne) von seinem letzten Ritt, wird Ed (Art Mix) mit dem "mochila" getauften Postsack auf die Reise geschickt. Dann verabschiedet der Stations-Boss Mister Dodge (Edward "Ed" Cassidy) die Cowboys, beschenkt sie mit jeweils zwei der Gesellschaft gehörenden Pferden als Dank. John fragt Larry, was er denn anstellen wolle; als dieser annonciert, die Vierbeiner zu verkaufen, hat der Kumpel eine bessere Idee: Lasst uns doch eine Postkutschen-Linie gründen. Da Larry einwilligt, machen sich die Beiden auf nach Buchanan City, um dort bei einem Cal Drake (Douglas Cosgrove) vorstellig zu werden, der bereits ein solches Unternehmen betreibt. Dieser fragt seine Gegenüber, ob sie eine Konzession hätten (natürlich nicht) und bietet ihnen dann an, die "vernachlässigte" Strecke nach Crescent City für 3000 Dollar zu drei gleichen Raten zu erwerben. Das Duo willigt rasch ein, denn die Argumentation des Geschäftsmannes klingt plausibel, und die 3500 Einwohner, die ein Informations-Buch angibt, versprechen reichlich Kundschaft.
Um so verdutzter sind John und Larry, als sie nach ihrer Ankunft in der 35 Meilen entfernten Ortschaft nur eine verlassene und heruntergekommene "Geister-Stadt" vorfinden. Schnell wird ihnen bewusst, dass Drake sie betrogen hat. Ganz Menschen-leer ist Crescent City aber doch nicht; ein alter Kauz, der sich je nach Bedarf als Sheriff, Bürgermeister, Postmeister oder nur Stadtrat ausgibt und Rocky O'Brien heißt (Lew Kelly) sowie ein Doktor namens William Forsythe (Sam Flint) sind die letzten Verbliebenen aus den Tagen, als hier noch Gold-Sucher ihr Glück machen wollten. Forsythe war früher Geschäftspartner von Drake, hatte sich aber von dessen schmutzigen Methoden distanziert, worauf Drake nach Buchanan City abgewandert sei. Die alte Postkutsche, die Drake den beiden Reitern versprochen hatte, existiert tatsächlich noch, allerdings in einem reichlich bedenklichen Zustand und von einem Skunk (Stinktier) "bewohnt".
Getreu dem alten Geist der Pioniere machen sich die zwei Helden an der Herrichtung des Gefährts - und John alsbald auf die erste der pro Woche vereinbarten zwie Dienst-Reisen. In Buchanan City angekommen, wird er speziell von Drake zahlreichen Gefolgsleuten verspottet. Doch John macht sich geradewegs auf zum Leiter der Poststelle der Ortes, denn O'Brien hatte ihm von einem Wettrennen berichtet, bei dem für den Sieger eine Subventions-Prämie in Höhe von 25000 Dollar winkt. Zu seinem Erstaunen hat sich bis dato nur Drakes Gesellschaft als Teilnehmer eingetragen; die anderen kneifen, sicher aus Angst vor kriminellen Übergriffen des unfeinen Geschäftsmannes. Derweil ist mit einer anderen Linie die hübsche Barbara Forsythe in der Kleinstadt eingetroffen und wartet auf die Weiterfahrt nach Crescent City, ist sie doch die Tochter William Forsythes. Bevor das passiert, muss sie sich noch eine Hand-feste Prügelei zwischen John und dem ihn provozierenden "Cherokee Joe" (Robert "Bob" Kortman) ansehen, den der Kutscher klar gegen die rechte Hand Drakes gewinnt.
Barbara ist dann logischerweise nicht begeistert von ihrem Fahrer, doch da es keine andere Möglichkeit gibt, arrangiert sie sich mit der Situation. Ihr Vater weiß nichts von ihrem Kommen - und sie weiß nichts vom schlimmen Zustand in Crescent City; John hält sich mit exakten Erläuterungen lieber zurück. So ist dann das Entsetzen der feinen Lady umso größer, doch ihr Drängen dem Vater gegenüber, mit ihr sofort in den Osten zu gehen, lehnt William mit Bestimmtheit ab. Unterdessen ist eine Siedler-Familie im Ort eingetroffen, die dringend Hilfe für ihr krankes Kind benötigt; während Dr. Forsythe zur helfenden Tat schreitet, versucht John mit ruhigen Worten, der noch immer frustrierten Blondine den Standpunkt ihres Daddys verständlich zu erläutern. Dann ist Larry mit der Kutschfahrt dran; John begleitet ihn ein Stück, begegnet den Forsyths und wird auf einen Arbeiter-Trupp aufmerksam gemacht, der in der Nähe die Telegraphen-Leitung baut. Dort angelangt, verhindert John mit einem gezielten Schuss, dass der Vorarbeiter (Christian J. Frank) vom vergifteten Wasser trinkt - jetzt erst erklärt sich der kränkelnde Zustand der übrigen Mannschaft. Nachdem der Arzt die Versorgung übernommen hat, bedankt sich der Leiter der Brigade bei John, welcher wiederum eine sehr praktische Idde hat: Könne die Leitung denn nicht durch Crescent City verlegt werden? Der Vorarbeiter willigt nach Abklärung einiger Modalitäten (es werden 50 Arbeiter und Material gebraucht) ein, was aber auch heißt, dass Buchanan City ohne Draht zur Außenwelt bleibt.
Beim Zusammentrommeln der Hilfskräfte werden Drakes "henchmen" misstrauisch, und der Boss selbst entwickelt umgehend einen perfiden Plan, den lästigen Konkurrenten beim Rennen um den Post-Vertrag loszuwerden. Ihm in seinem Büro etwas Honig um den Mund schmierend ("Ich ziehe meinen Hut vor Ihnen, Blair! Sie sind klug: Ich habe Ihnen eine Zitrone verkauft, und Sie haben daraus eine Orange gemacht."), bietet er ihm die Tilgung einer 1000er-Rate an, wenn er einen Gold-Ladung nach Sacramento bringt, selbstverständlich mit einigen seiner Männer als begleitenden "Schutz". John erahnt die Hinterlist, will sich aber andererseits die finanzielle Chance nicht entgehen lassen. Und es fällt dem erfahrenen PONY EXPRESS-Haudegen tatsächlich nicht schwer, seine vier Begleiter an einer Weges-Gabelung abzuschütteln. Dafür erwischt es in der anderen Richtung Larry, denn Drake hatte gleichzeitig "Cherokee Joe" beauftragt, den anderen Kutscher ebenfalls umzulegen. Doc Forsythe kann Larry ins Leben zurückholen, und John darf sich auf das Rennen vorbereiten.
In der Nacht zuvor legen "Cherokee Joe" und ein weiterer Fiesling in der Scheune, in der Johns Kutsche untergestellt ist, heimlich Feuer. Das kann gerade noch rechtzeitig entdeckt werden, und der Geschädigte feuert im Dunkeln auf die Übeltäter, erwischt einen tödlich. Das wiederum ruft den Marshal (Jack Rockwell) auf den Plan, der den Schützen zu arrestieren hat. Schon frohlockt am nächsten Morgen - es ist der des Wettkampfs auf Rädern - Drake, dass ihm Vertrag und Prämie per "Spazierfahrt" zufallen werden. Doch Forsythe erwirkt in letzter Sekunde eine Freilassung Johns auf Kaution, und der sprintet zu Pferde den bereits gestarteten Kutschen hinterher; sein Gefährt wird vorerst vom alten Rocky gelenkt, da ja Larry noch verwundet ist.
Als John endlich auf dem Bock sitzt, greifen die Rivalen zu letzten heimtückischen Maßnahmen, blockieren die Strecke mit einer Explosion und schießen dann auf den Crescent City-Vertreter. Der - wir erahnen es im Sinne der ewig siegenden Gerechtigkeit - seine Verfolger abschüttelt und vor den Toren Sacramentos als Erster über die Ziel-Linie braust. Dann hält er Barbara vor den Augen der sprunghaft angewachsenen Bevölkerung seiner neuen Heimat-Stadt in seinen Armen, derweil der alte Rocky das Stinktier (das ihm während des Wettlaufs auch noch im Kutschen-Inneren mächtig zu schaffen gemacht hatte) an einer Leine spazierenführt ...
Soweit der Plot. Normal für B-picture-Verhältnisse, sollte man meinen. Aber es gibt auch kleine Entdeckungen zu machen. Etwa jene, dass Wayne schon hier viele seiner typischen Bewegungs-Mechanismen zur Anwendung brachte - besonders typisch sein aufreizender Gang mit dem manchmal leicht geneigten Haupt. Väterlich - wie in seinen späteren Klassikern - kann er hier logischerweise noch nicht sein, nur das Vertrauen in die eigene Überlegenheit ist deutlich ausgeprägt. Der Film folgt dennoch nicht ganz dem typischen Muster, das von strengem Solo-Heldentum oder (seltener) geteilter Partnerschaft ausgeht; hier dominieren Wayne und Chandler über die anfänglichen Passagen hinweg gemeinsam die Szenerie, ehe Chandler ebenso langsam wie behutsam aus dem Blickfeld verschwindet. Der Bösewicht Drake ist nicht auf Anhieb als solchiger zu erkennen, doch das zerschundene Angesicht seines ausführenden Handlangers "Cherokee Joe" symbolisiert schon rasch, aus welchem miesen Holz der Postkutschen-Besitzer geschnitzt ist. Barbara als das unumgängliche weibliche Element bleibt sehr durchschnittlich und blass; lediglich ihr Entsetzen bei der Einfahrt in "ghost town" hat reelle Züge. Noch unwirklicher wirkt das statische Reden und Handeln ihres Vaters, eines übertrieben gezeichneten Gut-Gut-Menschen. Diese kleinen Schwächen werden freilich von Rocky O'Brien kompensiert, der einen fürstlichen Kauz abgibt und für den Genre-Experten fast wie eine Mischung aus Walter Brennan in seinen ulkigsten Tagen und Henry Jones (als Alex Potter) aus Delmer Daves' Ewigkeits-Hit >>3:10 to Yuma<< einherkommt.
Eine Gesamt-Bewertung soll an dieser Stelle tunlichst vermieden werden, denn dafür fehlen so gut wie alle Vergleiche. Von inhaltlichen Anfechtungen ganz zu schweigen - die Billig-Filmer hatten in den seltensten Fällen Botschaften oder Logik im Sinn. Allzu viel Blödsinn gibt's darüber hinaus nicht zu beanstanden: Wieso die beiden Alten in der toten Kommune - die eher nach einem 30-Einwohner-Kaff statt einem für 3500 aussieht - ausgeharrt haben, bleibt unschlüssig; und das Telgraphen-Trupps vor Ort eine Strecken-Verlegung beschließen, ist sicher auch Humbug. Aber der Schaden hält sich in Grenzen, und darüber hinaus gibt es manch lustigen Einfall. Etwa wenn Larry nach Verdauen des ersten Schocks einem Geräusch nachgeht und eine kleine Schweine-Familie durch seine gespreizten Beine huscht. Kaum anzunehmen, dass sehr viele B-pictures diesem Standard entsprachen, der in der Summe als "nicht unübel" bewertet werden kann.
Abschließend noch zu einigen weiteren Personalien: Regisseur Mack V. Wright lebte von 1894 (andere Quellen: 1895) bis 1965. Der aus Indiana stammende Schauspieler und Gelegenheits-Stuntman war seit 1914 im Geschäft, legte aber zwischen 1920 - damals einige Kurzfilm-Western mit Hoot Gibson - und 1947 nur 26 eigene Inszenierungen vor, darunter auch drei frühere Pferde-Opern mit John Wayne, seinerzeit für WARNER BROS. gefertigt (Haunted Gold von 1932, Somewhere in Sonora und The Man from Monterey, beide 1933). Da er weder bei REPUBLIC noch bei der COLUMBIA, für die er u.a. 1938 das Serial "The Great Adventures of Wild Bill Hickok" mit Co-Regisseur Sam Nelson ablichtete, wirklich Bleibendes hinterließ, verlegte er sich ab den Vierzigern auf den Job eines Regie-Assistenten, wobei in dieser Funktion seine Arbeit an Robert Siodmaks Südsee-Abenteuer Cobra Woman von 1944 ein wenig herausragt. Männlicher Star dieser UNIVERSAL-Produktion des Geburts-Dresdners Siodmak war Jon Hall (1915-1979), der in Winds of the Wastleland gleich zu Begin einen kurzen, aber prägnanten Auftritt als Express-Reiter Ed hat, der sich mit Lane Chandler Gedanken über die Zukunft macht. Der in Kalifornien geborene, jedoch auf Tahiti aufgewachsene Charles Felix Lochner kam Mitte der Dreißiger zum Kino, band sich jedoch nicht an die REPUBLIC und wechselte kurz nach dem hier besprochenen "outdoor" zur SAMUEL GOLDWYN COMPANY, für die er unter John Fords gefragter Regie in >>The Hurricane<< (1937) reüssierte. Nach dem Titel-gebenden Part im George B. Seitz-Western Kit Carson von 1940 folgte ein kurzer Höhenflug, der aber nach Kriegs-Ende keine Fortsetzung fand. 1957 tauchte sein Name überraschend noch einmal in den REPUBLIC-Annalen auf, weil das sterbende Yates-Imperium mit Hell Ship Mutiny ein weiteres See-Abenteuer der noch kleineren LOVINA PRODUCTIONS verlieh. Als bei Hall schließlich Blasen-Krebs festgestellt wurde, schied der längst vergessene Akteur freiwillig aus dem Leben.
Keine richtige Berühmtheit war auch die weibliche Heroine Phyllis Fraser (1911-2006), die unter ihrem vollständigen Namen Phyllis Fraser Cerf Wagner oder nur als Phyllis Cerf bekannter war. Geboren worden war sie in Kansas City als Helen Brown Nichols; aufgewachsen ist sie in Oklahoma City, doch ein Cousin führte sie in Hollywood ein, als sie bei ihrer Tante Lela in Kalifornien wohnte. Zwischen 1932 und 1941 trat sie - die der jungen wiewohl weitaus renommierteren Ginger Rogers sehr ähnlich sah - in 18 Streifen auf, zumeist jedoch in völlig unbedeutenden Mini-Parts. Winds of the Wastleland bildete neben dem Kurzfilm Father Knows Best (1935) die einzige Ausnahme in einer wichtigen Rolle. Sicher etwas frustriert, ging sie 1939 zur berühmten New Yorker Werbe-Firma McCANN ERICKSON und heiratete wenig später den nicht minder bekannten Verleger Bennet Cerf. Nach dessen Tod im Jahr 1971 blieb sie auf "Promi-Kurs" und ehelichte den vormaligen New Yorker Bürgermeister Robert F. Wagner jr. Ein Sturz in Manhattan beendete erst vor drei Jahren ihr eigenes Leben, das einen kurzen Flirt mit Hollywood beinhaltet hatte.
Zu den weiteren Personalien soll hier nichts gesagt werden: Bei Namen wie Edward "Ed" Cassidy (gibt den dankbaren Mister Dodge), Lloyd Ingraham (zeigt Barbara die andere Postkutsche nach Crescent City), Joe Yrigoyen (lenkt die Kutsche Drakes beim Wettrennen), Horace B. Carpenter (der Siedler mit dem kranken Kind), Robert "Bob" Kortmann (als Fiesling "Cherokee Joe") u.v.m. schnalzt der REPUBLIC-Kenner - aber auch nur der - mit der Zunge. Sie alle haben keinen Einlass in den Darsteller-Himmel erlangt, aber sie haben den unersättlichen Unterhaltungs-Drang eines Millionen-Publikums bei den über Jahrzehnte funktionierenden Nachmittags-Vorstellungen gestillt. Das muss man weder gut noch schlecht finden - es gehört einfach zum Grundwissen, so man/frau sich mit amerikanischer Film-Geschichte beschäftigt. Und um ein Haar wäre ja auch dieser John Wayne den Weg eines Lane Chandler, also den Weg des Vergessens gegangen. Nur gut, dass sich John Ford schon im Entstehungs-Jahr von Winds of the Wastleland mit dem (wie nebenbei beim Pokern vorgetragenen) Ansinnen an den "Duke" gewandt hatte, ihm die Hauptrolle einer Adaption der Ernest Haycox-Story "The Stage to Lordsburg" anzuvertrauen. Aber Ford musste für das ungewöhnliche Projekt auf Geld-Suche gehen; potenzielle Interessenten gab es, aber die wollten eben auch die Hauptrolle eigenmächtig besetzen, und dies gewiss nicht mit einem Zweitliga-Helden aus der "poverty row"-Gosse. Aber Ford blieb - dem Herrgott aller Cineasten sei Dank - stur. Wie für ihn üblich. Sturheit ist nur eine andere Form von Beharrlichkeit. Heutzutage sind 2388 Amerikaner stur und beharrlich, wählen einen bereits drei Jahrzehnte unter der Erde liegenden Ex-Schauspieler auf Platz 3 ihrer Besten-Liste. Da hat sich unser wie fast immer viel zu ausufernder Intensiv-Exkurs in die Welt der Billig-Western sicher auch aus ehrbarem Blickwinkel gelohnt ...
Wer gewinnt denn nun das Rennen? Sam Flint (links) und Phyllis Fraser-Cerf in der REPUBLIC-Produktion >>Winds of the Wasteland<<. (Fotos dieser Seite: sa-ex/TV)
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Und also sprach
DAS DREHBUCH:
Yul Brynner: "Ich bin ein Verlorener."
Robert Fuller: "Rede doch keinen Unsinn, Chris. Jede gute Tat wird einmal belohnt."
(Aber wohl wirklich nur im Film - hier in Sach-
sen gibt's sowas nicht! Dialog aus >>Return of the Seven<< von Burt Kennedy; Szenen-Foto mit Fuller: sa-ex/TV.)
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