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+ GEMEINDERATS-SITZUNG und KIRCHEN-NEUEINWEIHUNG in HASELBACHTAL +

Haselbachtals Groß-Projekt bleibt die KiTa Bischheim. Hier die Vorbereitungen zur Installation des Solar-Daches.


FINANZEN WERDEN KNAPPER - GEMEINDE HASELBACHTAL TROTZDEM MIT VORZEIGBAREM

(sa-ex) Die jüngste Gemeinderats-Sitzung im Haselbachtaler Orts-Teil Reichenbach - ein Akt des Kurzen und Knappen: Ganze drei Tagesordnungs-Punkte, die eigentlich nicht einmal als solchige zu umschreiben sind (die Bestätigung des Protokolls der vorausgegagngenen Tagung ist eher eine formelle Angelegenheit); dazu ein paar Infos und kein Beschluss - wer als Beobachter noch die letzte Arbeits-Einheit des Uli Hoeneß als Bayern-Manager am Fernseher verfolgen wollte, kam Problem-los in diesen Genuss. Das Wenige an Vermittelnswertem hatte es freilich in sich, wie stets, wenn das leidige Thema der Finanzen gewälzt wird. Kämmerin Ines Klingst gab Auskunft sowohl zur diesjährigen Situation als auch zur vorzubereitenden Haushalts-Satzung für 2010. Die getätigten Investitionen betrafen Nebenstraßen wie den Sportplatz-Weg in Möhrsdorf, aber in erster Linie natürlich der Kinder-Tages-Stätte Bischheim, die mit einem Gesamt-Volumen von 1,7 Mio. Euro nach wie vor das Prestige-Projekt der Westlausitz-Kommune ist (Fertigstellung im Frühjahr). Während es für die erstgenannte Maßnahme eine Fördergeld-Kürzung in Höhe von 3000 ¤ gegeben hatte, bezeichnete Klingst die für die KiTa fließenden Mittel als "Glücksgriff"; immerhin beteiligen sich Kreis, Land und Bund an der Unterstützug. Zu diesen Objekten gesellten sich noch weitere, ermöglicht durch das Konjunktur-Paket II der Berliner Regierung - in diesem Rahmen erhielt Reichenbach einen neuen Kinder-Spielplatz, wurde die FFw Bischheim-Häslich mit einen neuen, freilich stolze 27000 ¤ teuren Mannschafts-Transportwagen ausgestattet (Förderanteil war 15000 ¤). Beschlossen sind des Weiteren gestalterische Arbeiten inklusive Park-Möglichkeiten für die KiTa Gersdorf.

Dennoch bleibt unterm Strich für das Gemeinde-Säckel, was nicht anders zu erwarten war: Ein deutliches Weniger gegenüber früheren Finanz-Plänen. Beläuft sich der laut Klingst "mit Ecken und Kanten angepasste" Verwaltungs-Haushalt auf rund 3773000 ¤, so stünden im Vermögens-Haushalt an Eigenmitteln nur bescheidene 280000 ¤ zur Verfügung - ein Summe, die allerdings keine Förderungen enthält und dann entsprechend höher ausfallen würde. Solche unterstützenden Gelder werde es sicher auch noch 2010 geben, aber in immer kleinerem Umfang eben. Die geplanten Bau-Maßnahmen werden ohnehin hauptsächlich über die sogenannten Haushalt-Reste abgefedert, die nicht im Vermögens-Haushalt ausgewiesen sind. Kompliziert, dieses Verwaltungs-Deutsch. Und einfacher wird's zudemal nicht: Bürgermeisterin Margit Boden verwies in ihren Ausführungen auf die von oben diktierte Einführung der "doppischen Haushalts-Führung; ab dem 1. Januar 2013, so das Gemeinde-Oberhaupt, sei diese Neuerung für alle Kommunen bindend. Schnell eingefügt als Wissens-Angebot: "Doppik ist die Abkürzung von 'Doppelter Buch-Führung in Konten' und bildet das passende Gegenüber zu dem Begriff 'Kameralistik'. Wer doppelt bucht, verwendet ein kaufmännisches Rechnungswesen (doppelte Buch-Führung) - wer kameral bzw. nur einfach bucht, hat die Kameralistik (vor allem in der öffentlichen Verwaltung) im Einsatz. Buch-Führung ist die planmäßige und Lücken-lose Aufzeichnung aller Geschäfts-Vorfälle einer Organisations-Einheit mit dem Ziel, jederzeit einen Überblick über die Vermögens-Lage und den Stand der Schulden zu ermöglichen. Die doppelte Buch-Führung ist das System der kaufmännischen Buch-Führung gemäß § 238 HGB, welches die Ermittlung eines Perioden-Erfolges zweifach ermöglicht: Bei der doppelten Buch-Führung werden die Geschäfts-Vorfälle in zweifacher Reihenfolge und sachlicher Ordnung mit Auswirkung auf das (Betriebs-)Vermögen gebucht. Die Buchung erfolgt auf mindestens zwei Konten. Die doppelte Erfolgs-Mitteilung geschieht durch (Betriebs-)Vermögens-Vergleich und durch Gewinn- und Verlust-Rechnung. Dagegen gibt es bei der einfachen Buch-Führung keine Sach-Konten; die Bilanz-Erstellung ist nur durch Inventur möglich und die Gewinn-Ermittlung erfolgt nur durch (Betriebs-)Vermögens-Vergleich. Es liegt also keine Kontrolle durch Gewinn- und Verlust-Rechnung vor (Quelle: www.shp-kommunaleberatung.com). Alles verstanden? Bodens Stoßseufzer der eigentlich nicht Druck-reifen Art: "Es wird Grauen-voll" ...

Noch einmal zum Moneten-Karussell für das hübsche Fleckchen Erde zwischen Kamenz und Pulsnitz: An Einnahmen, und da wohl hauptsächlich aus der Gewerbe-Steuer, stehen 130000 ¤ weniger zur Verfügung, aber die Ausgaben steigen um mindestens 71000 ¤! Einer der Gründe für Letzteres ist die ungeplante Erhöhung der Kreis-Umlage; beschlossen vom "FaGaunaWidu"-Parlament in Bautzen und deshalb bindend. Zwischenfragen eines Abgeordneten, was das mit den versprochenen Einsparungen im Zuge von Kreise-Kastration und Verwaltungs-"Reform" gemein habe, erübrigen sich - der Mann hätte schon vor langer Zeit in unserem Medium lesen können, dass es hierbei nur um die Profit-Maximierung einiger Auserwählter zu Lasten der sächsischen Bürger ging und geht. Wie die sächsischen Verfassungs-Richter ein dermaßen verbrecherisches Konstrukt absegnen konnten, spricht für den Fakt, dass der hiesige Freistaat der beschissenste im deutschen Bundesländer-Geflecht ist.

Und der bösen Orakeleien nicht genug, ging Margit Boden auch noch auf eine aktuelle Zeitungs-Meldung ein, wonach im unweiten Bernsdorf der "run" auf die nächsten Eingemeindungen fast schon in vollem Gange sei. "Es wird eines Tages so sein", sinnierte die Reichenbacherin, "dass der Landkreis nur noch aus drei, vier Städten besteht." Gott, Allah, Buddha, Manitu, vielleicht auch Sindbad, John Wayne und Freddy Krueger mögen uns vor dieser Horror-Vision bewahren. Und der Bürger muss endlich aus seinem Tiefschlaf erwachen, denn er wird geschädigt, wo es nur geht, und rührt keinen Finger des Widerstandes! Das ist nicht im Sinne von Demokratie, von Volks-Mitbestimmung!

Die finanziellen Belastungen also müssen - es geht nicht anders - an die Einwohnerschaft weitergegeben werden. Vor allen Dingen der Sport wird darunter zu leiden haben, doch was heißt hier "leiden": Die bisherigen Angebote zur Sportstätten-Nutzung liegen weit unter dem im Kamenzer Landkreis üblichen Gebühren. "Es kann nicht sein, dass Sportler aus anderen Ortschaften zu uns kommen, nur weil hier deutlich niedrigere Beiträge erhoben werden", gab Boden zu Protokoll. Sie könne sich zwar die heftigen Proteste gut vorstellen, wenn die Nutzungs-Pauschalen erhöht würden, aber anders geht es nun einmal nicht. Und in der Tat waren (Hallen-)Fußball, Tischtennis, Kegeln etc. bis dato günstiger als anderenorts. Das wird sich definitiv ändern - darauf müssen sich SV Haselbachtal, SV Bischheim-Häslich, HVH und TuS Gersdorf-Möhrsdorf ohne Wenn und Aber einstellen.

Ein letzter Hinweis galt der Verbindungs-Straße zwischen Häslich und Reichenbach, mit deren Erneuerung eigentlich schon 2008 angefangen werden sollte. Aber damals führte in des Wortes wahrster Doppeldeutung "kein Weg rein"; wegen der Kreisgebiets-Verunstaltung begingen in jenem denkwürdigen Jahr die hiesigen Behörden über Monate hinweg strikte Arbeits-Verweigerung. Heute ist Margit Boden - im sarkastischsten aller Sinne - froh darüber, dass wenigstens die Unterlagen nicht verlorengegangen sind. Soll ja bei Umzügen öfters mal vorkommen. Der Stand der Dinge ist nun so, dass die ausführende Firma bis Februar begonnen haben muss. Wie bitte? Und wenn morgen sibirischer Frost alle Erderwärmungs-Theorien über den Haselbachtaler Haufen würfe? "Es genügt, wenn die Baustellen-Einrichtung steht ..." Bloß gut, dass man in all diesem sächsischen Kommunalpolitiks-Elend (für das die "kleinen" Vorort-Abgeordneten wenig können) noch ein bisschen schmunzeln darf. Und sei es das Schmunzeln der Briten über Humor, der schwärzer als die schwarzeste Nacht einherschwänzelt. Was Wunder in einem Land mit zuviel Schwarzen an der Macht.


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VON WETTERFAHNEN, DIE GAR KEINE VERKEHRTE WIND-RICHTUNG ANGEBEN KÖNNEN

(sa-ex) Nein, irgendwelche Garantie-Ansprüche wolle sie nicht geltend machen. So Haselbachtals Pfarrerin Birgit Silberbach auf den Einwurf eines Bürgers, dass die Wetterfahne der rekonstruierten Bischheimer Kirche am Buß- und Bet-Tag eine völlig verkehrte Richtung des Windes anzeigte. "Dort oben", so die Geistliche, "herrschen andere Prioritäten." Schön für die Religiösen, schlecht für den Fahrrad-Abhängigen. Schon zur Einweihung am 8. November war die Pastorin auf dieses Phänomen eingegangen; die Wetterfahne, so Silberbach damals, "steht für wechselnde Wind-Richtungen, zeigt aber auch an, dass aus allen Richtungen der Wind Gottes weht."

"Endlich erstahlt unsere Kirche in neuem Glanz. Zu allen Zeiten wurden Kirchen gebaut, um den Gemeinden Raum zu geben für das Beten und das Singen." Mit diesen Worten eröffnete Birgit Silberbach den festlichen Gottesdienst, zu dem sich am zweiten November-Sonntag viele Einwohner Haselbachtals versammelt hatten. Der vereinte Kirchen-Chor - rein Verwaltungs-technisch sind Bischheimer und Gersdorfer Religions-Gemeinde noch immer getrennt (was Silberbach mächtig wurmt) - untermalten den feierlichen Akt musikalisch, und nach der christlichen Zeremonie folgten längere Ausführungen zum Bau-Geschehen, inklusive einer Dia-Show. Besonders gewürdigt wurden die ausführenden Firmen samt Mitarbeiter; dass kein Gemeinde-Vertreter vor den Altar zitiert wurde, wie sonst bei derolei Anlässen genereller Usus, wollte Silberbach auf Nachfrage unseres Mediums keineswegs als Affront verstanden wissen: "Nein, nein, die Gemeinde hat uns nach Kräften unterstützt. Nur haben wir im Kirchen-Vorstand lange beraten, wie die Dank-Sagung zu gestalten sei. Wir hätten ja auch alle Spender nach vorn bitten können, egal welche Summe sie beisteuerten. Aber das ging schon deshalb nicht, weil einige anonym bleiben wollten. Also einigten wir uns auf die Lösung der Würdigung aller am Bau beteiligten Arbeitskräfte, nach meinem Dafürhalten ein guter Kompromiss."

Überhaupt: Die Finanzierung. Lange Zeit wurden Kollekten einzig und allein unter der Prämisse der Dach-Erneuerung gesammelt. Da stutzet der Beobachter schon irgendwie, wenn während des Sommers und Herbstes der komplette Außenputz hinzukam. Silberbach relativiert: "Ein Teil des Putzes, speziell am Turm, war ohnehin mitveranschlagt gewesen. Als unser Vorteil erwies sich, dass die Schadens-Kalkulation von vornherein großzügig ausgelegt war. Wir rechenten also von Hause aus mit einem Mehr-Aufwand, der während der Arbeiten auch ganz offensichtlich wurde. Das war unser eines Standbein; hinzu kamen die günstigen Angebote der ausführenden Gewerke, und auch das Spenden-Aufkommen kann nicht hoch genug bewertet werden." Zahlen als Nebensächlichkeit; es bleibt die Aussage, dass die gesamte Finanzierung "gedeckelt" sprich Schulden-frei einherkommt.

Berichtet wird anlässlich der Weihe auch von leichten fachlichen Differenzen bei der Wahl des Putzes. Dem Bau-Unternehmer schwebte Anderes vor als etwa Norbert Hesse in seiner Funktion als Bau-Pfleger der Landeskirche. Am Ende setzte sich der Letztgenannte durch, und so ergibt sich jetzt dieser Sand-farbene Anblick, "herrlich anzusehen, wenn man aus der Ferne blickt", wie Hesse zum Gottesdienst bekannte. Möge also das neue Antlitz allen Umwelt-Katastrophen und Erderwärmungen trotzen. Der 23 Meter hohe Kirchturm mag zwar eine nicht ganz exakt funktionierende Wetterfahne beherbergen, doch er erfüllt laut Pfarrerin Silberbach ohnehin noch eine ganz andere Funktion: "Der Turm einer Kirche ist wie ein Zeigefinger, der uns sagt: Überall ist Gott."


Pfarrerin Birgit Silberbach (im Vordergrund) während der Würdigung der Bau-ausführenden Gewerke anlässlich des Fest-Gottesdienstes am 8. November. (Fotos dieser Seite: SACHSEN-EXPRESS/F.H.)













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