Sachsen-Express
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Ähnlichkeiten zu einem Fußball-Profi aus Köln sind gewiss unbeabsichtigt: "Poldi" und sein Herrchen Jens Schlicht.


VON EINER (SCHIZOPHRENEN) WELT VOLLER GAUNER, GANOVEN & EHRBARER RENTNER ...

(sa-ex) Die Welt ist schizophren. Das war sie schon immer, und das wird sie immer bleiben. "Poldi" spricht während der Senioren-Veranstaltung in einer ehemaligen Bischheimer Gaststätte aus, was jeder im Lande wissen sollte, wissen muss ... und doch ignoriert: "Die ganze Welt ist voll von Gangstern, Gaunern und Ganoven!" Für diese Erkenntnis braucht es eigentlich keinen Plüsch-Dino der polizeilichen Präventions-Arbeit. Schon gleich gar nicht einen der sächsischen Polizei, gilt doch der südöstliche Freistaat als das Land mit der Bundes-weit größten Korruption. Im Dschungel von Justiz-Behörden und Politik, wohlgemerkt. Der Sorbe Stanislau Tillich ist als Ministerpräsident nicht wirklich geeignet, diesen traurigen Zustand wesentlich zu verbessern. Doch wie üblich können die Kleinen nichts (oder wenig) für den "Filz" der Großen, und das meint eben auch den "kleinen" Beamten. Der Streifendienstler ist kaum haftbar zu machen dafür, dass die wahren Gangster, Gauner und Ganoven vielleicht mal gefasst, aber schnell von käuflichen Justiz-Organen mit Straf-Freiheit belegt werden. Nur wenn mal ein findiger Journalist den üblen Machenschaften zu sehr auf den Grund geht (was für einen guten Journalisten hierzulande - leider! - nicht allzu schwer ist), werden diese Traumtänzer von Staatsanwälten plötzlich hyperaktiv. Wir sind diesbezüglich beim intensiven Sammeln eigener Erfahrungen; demnächst in Bautzen mit der nächsten Folge der "Reality"-Serie >>Allein gegen die (Amtsgerichts-)Mafia<< ...

Die Welt aber ist nicht hauptsächlich unterteilt in ehrliche und beschissene Staatsanwälte, in Recht sprechende und Recht beugende Richter - sie ist unterteilt in Gut und Böse. Und kein Beruf ist immun gegen Letzteres. Polizei-Oberkommissar Jens Schlicht, sein die Technik bedienender Assistent Uwe Mittag (Obermeister) und Kriminal-Oberkommissar Burkhardt Röwer können letztendlich nichts für die verwerflichen Gesetzes-Übertretungen einer Richterin K. und nachfolgend eines Staatsanwaltes M. am Amtsgericht der Lessingstadt. Das muss man/frau immer irgendwie trennen. Oder es jedenfalls versuchen. "Poldi" macht das ja schließlich auch. Denn seinem oben zitierten Spruch schiebt er umgehend, um nicht missverstanden zu werden, hinterher: "Hier im Saal sind natürlich alles brave und ehrliche Bürger." ((Hi, hi, hi: Da hat ja auch den SA-EX-Chef gemeint !!!)) Also wie nun - die ganze Welt verbrecherisch oder die ganze Welt mit Ausnahme der RentnerInnen von Bischheim-Häslich? Diese Welt ist doch schizophren. (Und am Schlimmsten sind die Psychologen, die diese Schizophrenie nicht verhindern, sondern mit ihrer Geist-losen Quacksalberei meistens noch befördern!)

Wir wollen jetzt nicht noch tiefer in die Schnittwunde hauen - wir brauchen die scharfe Munition noch für die Berufungs-Verhandlung in Senfstadt. "Poldi" ist ein Präventions-Künstler, und Prävention bedeutet nicht nur im Westlausitz-Deutsch schlicht und ergreifend "Vorbeugung". Das ist löblich, kommt aber in dem einen oder anderen Fall zu spät. Die Kriminalitäts-Skala gegen die älteren Jahrgänge umfasst jedenfalls die Schwerpunkte betrügerische Verkaufs-Busfahrten, Wohnungstür-Überrumpelung per vorgetäuschter Nettigkeit und schlussendlich den "Enkel-Trick", der erst in jüngster Vergangenheit die Runde macht. Gangster, Gauner und Ganoven unterliegen wie Karl Lagerfeld bestimmten Mode-Einflüssen. Nur dass sie die Kleidung und wohl auch die Machenschaften nicht ganz so häufig wechseln. Weil es den Diebstahl unter Vorgaukelung falscher verwandtschaftlicher Beziehungen erst seit etwa drei, vier Jahren gibt, "kann ich mit keiner Aufklärungs-Rate dienen", so KOK Röwer auf entsprechende Nachfrage unseres Mediums. Das ist vielleicht auch gar nicht sein "Revier" - das Trio untersteht nun einmal der entsprechend präventiven Abteilung der Polizei-Direktion Oberlausitz-Niederschlesien. Ermittlung und Dingfestmachung sind andere Westentaschen ein und derselben Uniform.

Jens Schlicht ist nicht der einzige "Poldi"; jede Direktion guckt sich talentierte Beamte aus, die dann geschult werden und durch die Sachsen-Lande reisen, wie KOK Röwer erläutert: "Mich hatte man auch schon gefragt, aber ganz mein Ding ist es nicht. Und außerdem ist Jens Schlicht hervorragend prädestiniert, tritt ja auch anderweitig auf." Das spürt man. Seine Aufführung ist professioneller, als es die eigentlichen Zielgruppen der lustigen Vorträge verlangen. Denn neben, besser gesagt noch vor den Senioren galt "Poldi" als Magnet für die Kinder, um ihnen eventuelle Ängste oder Scheu vor den Bediensteten in Grün (meistens; es gibt ja auch Khaki, Dunkelblau und Ganzkörper-Schwarz) zu nehmen. Für die Kleinen ist das Stoff-Tier ein Star, für die Altgewordenen immer noch eine willkommene Abwechslung. Dass einigen der Zuhörer das Schmunzeln sicher nicht leicht fiel, mag am ausgedehnten ersten Sketch gelegen haben - jener Kaffee-Fahrt ins Erzgebirge mit verlockenden Geschenken wie dem "echt original Hand-geschnitzten deutsch-chinesischen Gartenzwerg" und veranstaltet von einer Firma mit dem entlarverischen Namen REIBACH. Denn Hand aufs Herz: Welcher Rentner hier im Ländlichen war nicht schon ein- oder mehrmals auf derolei Reisen und hat mitgenommen, was im Zuge der Billig-Anpreisung mitzunehmen ging, auch wenn sich die Offerten im Nachhinein als ziemlicher Schrott erwiesen haben. Besser als hinterm heimischen Ofen zu hocken war es allemal, und es ist auch noch kein Fall bekanntgeworden, dass besonders widerspenstige Nicht-Käufer von Lama-Decken und sonstigem Plunder den Heimweg einer solchen Überland-Partie zu Fuß antreten mussten.

Das ist schon ein bisschen heikel auch, wenn hier vor etwas gewarnt wird, wovon diese Markt-Wirtschaft und damit die Gesellschaft insgesamt im Grunde lebt: Verkauf um jeden, aber auch wirklich jeden Preis! Kein "Poldi" stellt sich schließlich hin und warnt vor Gammelfleisch im Supermarkt, oder? Und wer von den anwesenden Rentnern erinnert sich nicht auch daran, dass in Haar-genau der gleichen Räumlichkeit, die jetzt von polizeilicher Prävention ausgefüllt wird, in den Neunzigern sogenannte Werbe-Veranstaltungen am Fließband über die Bühne gingen? So konnten wir uns eben der provokanten Schlussfrage nicht enthalten, ob solche durchaus löblichen Aktionen der Polizei kurz nach der Wende nicht weitaus angebrachter gewesen wären. Das mag schon sein, so Burkhardt Röwer, "aber damals kannten wir das Alles noch nicht. Diese neuen Kriminalitäts-Formen haben uns regelrecht überrumpelt." Nun gut, das darf so unterschrieben werden. Schön ist es nicht, aber was ist schon schön? Vielleicht Jens Schlichts warmherziges Kompliment an die Rentner im Saal, als er einen der Gründe nannte, weshalb noch immer mancher Opa, manche Oma so böse "geleimt" werden: "... weil ja gerade unsere älteren Leute sind, wie sie sind: Sie wollen immer helfen, hilfreich sein." Helfen aber ist in dieser Gesellschaft ein scharfes Schwert, das allzu oft zum Arschtritt fährt, pardon, führt ...



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GLÜHWEIN IM WASSER MACHT DAS ANBADEN NOCH NASSER ...


(sa-ex) Plus 8° Celsius in der Luft, plus 3° im Wasser und dazu eine 3-zentimetrige Eis-Schicht, bei der wohl selbst ein Eichhörnchen große Gefahr gelaufen wäre, sinkend einzubrechen - das waren die äußeren Begleit-Umstände des 2008er Anbadens der Kameraden der Rettungswacht Kamenz e.V. im DRK. Da hingegen fand das gleiche Personal im aktuellen Januar nachgeradezu paradiesische Zustände vor. Na gut: Plus 2° drinnen wie draußen sind für die Härtesten der Harten nicht wirklich "paradiesisch", aber fürs normale Volk, das in Scharen ins Bischheimer Freibad "Wiesdengrund" gepilgert war, abschreckend genug.

Nur Annett Sauer scheute sich vor dem etwa 8 x 10 Meter großen Loch, das quadratisch (oder eben rechteckig), praktisch, gut in die gefrorene Oberfläche "gestanzt" worden war. "Ich bin leicht erkältet und will da nicht allzu viel riskieren", so die Pädagogin auf SA-EX-Nachfrage. Um hinterherzuschieben: "Aber nächste Woche bin ich mit dabei." Das "nächste Woche" meint den eigentlichen Zweck der Übung an frischer Westlausitz-Luft: Das alljährliche "Donau-Schwimmen" in Neuburg im Oberbayrischen. Mit nunmehr 40-facher Präzision wird dort in Lederhosen-Ländle zum wohl größten Winter-Schwimmen ganz Europas eingeladen, und zum 13. Mal überwindet die Haselbachtal/Kamenzer Delegation die Demarkations-Linie zwischen Deutschland Ost und Deutschland West, um zu Füßen des renommierten Neuburger Schlosses abzutauchen.

Dreizehn auch die (An-)Zahl der Wasserwächtler, die am vergangenen Sonntag für vormittägliche Stimmung an der Jahnstraße sorgten. Was so mancher der Zuschauenden gedacht haben mag, als den schon einige Minuten im kühlen Nass herumtollenden Damen und Herren verschiedenster Alters-Segmente am "Ufer" ein Tablett mit Tassen voller Glühwein gereicht wurde, haben wir lieber nicht recherchiert. Auch das ja "nur" eine Trocken-Übung für Neuburg, wo des Abends der Flüssigkeits-Pegel keineswegs absinken soll. Nur dass dann nicht mehr über 2000 menschliche Bäuche umspült, sondern beinahe ebenso viele durstige Kehlen befriedigt werden; Scotch mit Eis sozusagen ...


Auch unser Kameramann kannte mal wieder keinen Schmerz. Kleiner Scherz ... (Fotos dieses Beitrags, auch Ankündigungs-Seite: SACHSEN-EXPRESS/F.H.)













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