Kamenzer "KLITZE-KLEIN-KUNST" & ihr Stück zum Thema PARTNER-VERMITTLUNG

Es hat so jeder seine Vorstellungen, auch Herr Koslowski: Die Dame auf dem Bild ist nicht Pamela Anderson.
ZWISCHEN BACALL/BOGART & FÖRSTER/LORENZ: RATEN, WANN WEM ZU TRAUEN WÄRE ...
(sa-ex) Ein Männlein-Weiblein-Dialog, der des sinnierenden Durchforschens lohnt:
SIE: "Was hat Ihnen Bob denn von mir erzählt?"
ER: "Nun, nachdem er sie gelobt hatte, sagte er, es sei nicht leicht, mit Ihnen auszukommen."
SIE: "Vielleicht hat er Recht ..."
ER: "Vielleicht gefällt mir das gerade."
SIE: "Hat er ... hat er gesagt, weshalb wir auseinandergegangen sind?"
ER: "Er sagte: 'Wenn Sie ein Ziel im Kopf hätten, machten Sie vor nichts Halt.' Er sagte, er hätte Sie verlassen, weil er Ihnen keine fünf Meter weit trauen würde."
SIE: "Und was glauben Sie?"
ER: "Ich glaube, damit hat er nicht ganz Unrecht."
SIE: "Glauben Sie, dass Sie mir trauen könnten?"
ER: "Dann und wann. Das wär' dann Ihr Problem - Sie müssten erraten: Wann ..."
Was sich wie eine köstliche Abschreckungs-Theorie über jegliche Glaubwürdigkeit von Beziehungen liest, entstammt dem Hollywood-Streifen >>Das unbekannte Gesicht<<; den irrwitzigen Dialog - der kurz darauf ins weniger Erfreuliche abgleitet (weil SIE als Doppelmörderin überführt wird) - leisteten sich anno 1947 Humphrey Bogart und Agnes Moorehead. Der Film lief zufälligerweise im TV-Programm des gleichen Abends unseres ersten Besuchs der Kamenzer "KlitzeKleinKunst" - nunja, so zufällig wiederum nicht, denn eigentlich geht es im Noir-Krimi um "Bogie" und Lauren Bacall, und die wurde an besagtem 16. September gerade 85 Jahre alt. (Und keine Angst: Hier sind keine Gedächtnis-Künstler am Werk, die sich ein so langes Gespräch "ad hoc" merken können; das Werk von Delmer Daves gehört halt nur zum DVD-Bestand der Film-wissenschaftlichen Abteilung unseres Hauses ...)
Der Whiskey-Dauerkonsument und die langhaarige Hawks-Entdeckung - ein Beispiel, wie Männer und Frauen zusammenpassen können. Wenn Erfolg im Spiel ist. Bogarts Verschleiß an Ladys und Hochprozentigem war immens, bis die New Yorkerin in sein Leben trat und ihn - wenn auch nicht gänzlich - umkrempelte. Der Verweis auf >>Das unbekannte Gesicht<< muss noch anderweitig gestattet sein, denn der erste Teil wird hier mit der sogenannten "Subjektiv-Kamera" bestritten - der Zuschauer sieht das Geschehen aus den Augen des männlichen Helden, der soeben dem "Edel-Knast" San Quentin entwichen ist. Was zum Glück keine cineastische Mode wurde (weil es optisch eine Zumutung ist), macht rein ideell betrachtet durchaus Sinn: Jeder hat eine andere Sichtweise ... auf Dinge, Vorgänge, Beziehungen. Und so wird es sich auch beim Publikum von "Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen" in Kamenz verhalten haben: Der (Zwangs-)Single sieht es anders als die Lesbierin; der Senior gewissermaßen Seiten-verkehrt zum Teenager.
Eine Detail-Analyse verbietet sich aus vielerlei Gründen; nicht nur ob der Unerschöpflichkeit des Themas. Da ist auch der rein private Hintergrund des darstellenden Pärchens Ina Förster und Steffen Lorenz, die es nach gegen Ende des Schwanks geäußertem eigenen Bekunden satte 16 Jahre miteinander treiben, pardon, ausgehalten haben ... mit einer kürzeren Unterbrechung, wenn uns nicht alle Sinne täuschen. Feste Größen im kulturellen Nachwende-Leben der Lessingstadt sind sie sowieso: Karnevals-Club, Abstecher zum Naturbühnen-Ensemble in Reichenau. ER außerdem Mitarbeiter im Stadt-Theater, und SIE bei der örtlichen Zeitung. Weshalb die vielen Artikel auf der Website der "KKK" nicht sonderlich verwundern können; selbst ist die Frau, denn dann kann wenigstens keine Kritik aufkommen ... Nein, es sollen hier nicht uralte Gräben noch tiefer aufgerissen werden - zuzuschütten gängen sie eh nur von Denjenigen, die noch immer glauben, Journalismus sei etwas, was man/frau irgendwann studiert hat und dann für den Rest des Lebens mit Lug und Trug ausführt.
Seit Oktober 2007 schon geben die Beiden das Duo Koslowski/Frau ohne Namen, das sich in der Partner-Vermittlung "DU MICH AUCH" (what a firma!) trifft, um in zwei roten Akten-Ordnern das passende feminine Gegenstück zum maskulinen Soloisten zu suchen. Gefunden wird es dann wohl nicht, aber das war auch kaum zu erwarten, alldieweil SIE als "Männer-Hasserin" angekündigt wird. Ganz so "hassig" kommt's Inalein freilich doch nicht einher, vielmehr als gerade erst selber Geschiedene, die ausgerechnet jetzt diesen Job bekommen habe, in einer "Phase der seelischen Verspannungen". Da kommt Koslowski ziemlich ungelegen, denn der hat ziemlich vertikale, quatsch, rustikale Vorstellungen von seiner Zukünftigen im Allgemeinen und von Weibern im Besonderen; mit denen sei es wie mit Computern: "Nur der Hersteller kennt die innere Logik." Die Logik der Komödie gleitet dann hin und wieder ab, was dem amüsierten Publikum mit Sicherheit weniger auffällt und außerdem kaum stört. Da werden die verschiedenen Alters-Gruppen des schwachen Geschlechts diversen Ländern auf der Welt-Karte zugeordnet (ohne dabei Pamela Anderson zu erwähnen, die seit >>Borat<< untrennbar mit Kasachstan verwoben ist!); da wird der Mann auch als Mann und vom Mann veräppelt, wenn Koslowski behauptet: "Es würden viel mehr Männer von zu Hause ausziehen, wenn sie wüssten, wie Koffer gepackt werden."
Es geht rüde und charmant zu in den anderthalb Stunden vor - wie seit 25 Aufführungen - voll besetztem Haus in der Wein-Diele des "Stadt Dresden". Jetzt sei erstmal Schluss damit, lassen die Protagonisten wissen, denn ihr Ensemble hat selbstredend mehr zu bieten als diese 2-Personen-Humoreske, vom "Krimi-Dinner" über den "Stadtbüttel" bis zum Chanson-Event "Die blaue Stunde", und der Dezember gehört dem Weihnachts-Programm "Schwank & Schlemmen". Fast Alles ist ausverkauft. Das spricht für Qualität, für große Qualität sogar, und der Unterzeichnende hat prinzipiell nie in Frage gestellt, dass speziell die "Försterin" von Kamenz eine künstlerisch-komödiantische Begabung besitzt. Es beißt sich nur so ätzend mit ihren journalistischen Aktivitäten. Was wiederum nicht an ihr liegt: Ganz allgemein bringen zahlreiche Medien-Vertreter ihren Beruf in bösen Verruf, weil sie in ihren Redaktionen zu viel dichten (statt ehrlich zu berichten).
Und niemand solle sich beschweren, dass wir den Anfang unseres Beitrags einmal mehr mit Hollywoodianischem verkleistert haben - auch die "Klitzekleinkünstler" halten's mit dem fernen Leinwand-Mekka in Kalifornien. Unbewusst vermutlich, aber nachweislich; das schon zitierte "Schwank & Schlemmen" zur Advents-Zeit enthält - was den künstlerischen Teil anbelangt - die Inszenierung "Das Streichquartett". Selbiges wurde vom Ungarn Szöke Szakall (1884-1955) verfasst, und den kennt der Kino-Sachverständige hauptsächlich (wenn auch nicht nur) aus seinen Auftritten in amerikanischen Klassikern wie >>Casablanca<< oder auch >>San Antonio<<. Der Witz an "Das Steichquartett" wird sein, dass die vier geladenen Musiker einer Soiree kein Instrument beherrschen. Das kann man vom Gespann Lorenz/Förster nicht behaupten. Die zogen und ziehen wohl auch künftig alle Register, spagatig knapp vorbei am eigenen Privaten. Wenn er vor ihr kniet und Ringelnatz zitiert, ist das schon reichlich doppel-bebödigt: ER ist ja eh schon kleiner von Wuchs. SIE hatte bereits vorher Kästner (keine Kondome!) bemüht und wird auch noch - wir sind in Kamenz - den ollen Lessing hervorkramen. Alles wegen der Männer und der Frauen, die nicht zusammenpassen wollen; mitunter scheitert's schon an einer angebotenen Tasse Kaffee. Oder an den falschen Dichtern. Denn wir haben weiß Gott nicht nur Bogart/Bacall in petto: Wenn schon den germanischen Schreibfeder-Fürsten die Ehre erwiesen wird, dann sollte der Meister schlechthin unter allen hiesigen Reime-Schöpfern nicht wirklich fehlen:
"Was mir das Herz bewogen,
Das sagte treu mein Mund,
Und das ist nicht erlogen,
Was kommt aus Herzensgrund.
Liebchen wußt's nicht zu deuten
Und lacht' mir ins Gesicht,
Dreht' sich zu andern Leuten
Und achtet's weiter nicht.
Und spielt' mit manchem Tropfe,
Weil ich so tief betrübt.
Mir ist so dumm im Kopfe,
Als wär ich nicht verliebt ..."
Jospeh von Eichendorff um 1812, als Tipp für die nächste Partner-Vermittlung der "KKK", angedacht um 2011. Denn das Raten, wann wem zu trauen wäre, ist wohl doch einen Tick zu amerikanisch ...
Steffen Lorenz (links) und Dauer-Lebensgefährtin Ina Förster in ihrem Vermittlungs-Büro. Wenn man/frau genau hinsieht, dann hat die Dame auf dem Bild links neben der Försterschen Kaffee-Tasse gewisse Ähnlichkeiten mit einer gewissen Angela M. - ob das ein Wahlkampf-Beitrag gewesen sein soll, war von den Machern nicht zu ergründen ... (Fotos dieser Seite: SACHSEN-EXPRESS/F.H.)