+++ Haselbachtal-NEWS +++ Haselbachtal-NEWS +++ Haselbachtal-NEWS +++

Wichtigste Bau-Maßnahme der Gemeinde: Die Bischheimer KiTa wird vollständig saniert und umgebaut.
KOMMUNALPOLITIK: Vom Frohsinn der Schlagloch-Beseitigung
(sa-ex) Haselbachtals Bürgermeisterin Margit Boden ist nicht immer für poetische Anwallungen zu haben; im Rahmen der letzten Gemeinderats-Sitzung des vergangenen Dezembers hatte sie eine solchige, als sie in einem Mix aus Humoreske und Durchatmung verkündete: "Wir sind doch froh über jedes Schlagloch, das wir schließen können." Danach war Schluss mit Kommunal-Politik für 2008, ging es für die Mandats-Träger zum gemütlichen Kehraus ins - das rekonstruierte Gebäude heißt nunmal so - "Armenhaus" zu Reichenau, dem östlichsten der sechs Orts-Teile. Zu Beginn des Jahres, im Februar, war die Gemeinde-Obere ohne Gegenkandidat(in) wiedergewählt worden; kein allzu Nerven-aufreibender Akt, hätte mit Werner Fuchs nicht ausgerechnet ein Reichenauer für etwas Unfrieden gesorgt, indem er eine wöchentliche Postille zur öffentlichen Schelte an der "First Lady" des lang-gestreckten Dorfes nutzte. Margit Boden ist zwar nicht in wirklich jeder Situation ein Vorbild an Umgänglichkeit, kann im Bedarfsfall schonmal sehr harsch zur Sache gehen - aber die Vokabularien des einstigen Machers auf und hinter der weithin bekannten Natur-Bühne (bis er im Zorn gegangen war ... oder wurde) gingen vielleicht doch einen Tick zu weit. Boden wurde trotzdem wiedergewählt; es gab ja auch keine Alternativen.
Besagter Werner Fuchs wohnt in Reichenau auf dem Hermann-Richter-Weg. Der war u.a. Gegenstand dieser letzten Räte-Zusammenkunft. Und auch wieder die Presse; hatte sich doch ein Anwohner beschwert, dass es trotz vieler Zusagen und Jahre zurückliegende Planungen noch immer keine Verbesserung des schlechten Zustands dieser Nebenstraße gegeben hat. "Warum die Anruf dort?", so die Bürgermeisterin, "man kann doch zuerst mit mir reden." Dann hätten die Klagenden erfahren, was Alles so schiefgelaufen ist. Etwa die neuen Kosten-Berechnungen für die erforderlichen Stützmauern zur sich unterhalb des Weges entlangschlängelnden Pulsnitz. Schlimmer aber noch die insgesamt desaströsen letzten zwölf Monate in puncto Fördergelder-Bewilligungen oder sonstiger Antrags-Bearbeitungen; der Kreisgebiets-Horror hatte beinahe die gesamte Verwaltung lahmgelegt - wenn schon nicht das ganze Jahr, so doch mindestens weit über die Hälfte. Eine unglaubliche Zumutung, obendrein auf Kosten der in der "Reform"-Angelegenheit sowieso total verdummten Steuerzahler.
Jetzt aber geht es 2009 doch los. Nicht nur am Hermann-Richter-Weg, sondern auch mit anderen Vorhaben. (Richter übrigens war ein Pädagoge, Heimat-Dichter und Orts-Chronist aus Reichenau, dem in diesem Jahr auch noch ein Denkmal gewidmet werden soll.) Der Vermögens-Haushalt von Haselbachtal ist mit 1,79 Mio. Euro veranschlagt; einen Großteil der Summe vereinahmen Umbau, Sanierung und Neugestaltung der KiTa im Orts-Teil Bischheim - Maßnahmen, die schon seit dem Herbst im vollen Gange sind und diesmal, durchaus unüblich, nicht von einheimischen Firmen ausgeführt werden. (Ansonsten ist man natürlich wie überall bestrebt, den einheimischen Handwerks-Betrieben den Vorrang einzuräumen.) Die sich über zwei Jahre hinziehenden Arbeiten sind mit Kosten in Höhe von rund 1,7 Mio. Euro verbunden, wobei der Eigenanteil der Kommune durch unerwartete Kürzungen auf stattliche 1,4 Mio. Euro angestiegen ist. Wobei Kämmerei-Mitarbeiterin Ines Klingst auf Nachfrage unseres Mediums betonte, dass hier die Bewilligung trotz der oben geschilderten Katastrophen-Zustände zügig über die (damals noch Kamenzer) Bühne gegangen war. Sie verweis außerdem darauf, dass es 2008 einen Schulden-Abbau inklusive einer außerordentlichen Tilgung von insgesamt 160000 Euro gegeben hat.
Es stehen für 2009 noch zahlreiche weitere Vorhaben im Dorf zwischen Kamenz und Pulsnitz ins Haus; ganz wichtig ist der Beginn der mehrmals verschobenen Straßen-Rekonstruktion zwischen den Orts-Teilen Häslich und Reichenbach; die holprige Piste wird überdies mit einem Radweg versehen. Weitere Investitionen werden u.a. am Sportplatz-Weg in Möhrsdorf, am Gersdorfer Kindergarten (Parkplatz, wenn auch das Konzept noch nicht ganz schlüssig ist) sowie im Archiv Reichenbach (Toiletten-Umbau) getätigt. So wird es also auch im neuen Jahr keinen Stillstand geben, und ein paar Schlaglöcher werden ebenfalls wieder verschwinden. Zur Freude der rund 4500 Bewohner ...
+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+
KIRCHLICHES: Gedenken an Pfarrer Wendelin und neue Kirchen-Vorstände
Bereits am 7. November verstarb im Alter von 70 Jahren der langjährige Gersdorfer Pfarrer Frieder Wendelin. Dass sein Name weit über die Grenzen seiner Gemeinde bekannt war, liegt in seiner ebenso langen wie intensiven Tätigkeit als Gefängnis-Seelsorger jener Bautzner Haft-Anstalt, die der Volksmund "Gelbes Elend" nannte und wegen ihrer Ausrichtung auf politische Sträflinge weithin verpönt war. Wendelin war in Dresden aufgewachsen und hatte in Greifswald Theologie studiert. Als Pfarrvikar im elbflorentinischen Nobel-Viertel Weißer Hirsch und in Moritzburg verdiente er sich seine ersten geistlichen Sporen, ehe er Mitte der Sechziger nach Gersdorf kam, wo er am 3. Oktober 1965 vom damaligen Super-Indendenten Zweynert ordiniert wurde. Hier, am Ufer des Haselbachs, blieb er bis zu seinem Vorruhestand, den er im August 1999 antrat. 1987 (nach anderen Quellen 1986) übernahm Wendelin als zusätzliche Aufgabe den Seelsorger-Posten in Bautzen. Im Wende-Herbst zwei Jahre später war seine Vermittlung gefragt, denn zwischen den rund 2000 Inhaftierten und der Gefängnis-Leitung hatte sich Zwangs-logisch reichlich Konflikt-Potenzial aufgestaut. An den Verhandlungen für eine letztlich durchgeführte Amnestie soll der Kirchen-Vertreter aus der Westlausitz maßgeblich beteiligt gewesen sein. Von dort bis an den "Runden Tisch" des Landkreises Kamenz war es nur ein kleiner Schritt. Wendelin ging auch diesen, mischte sich aktiv in die brisante Tages-Politik ein und wurde in den ersten Kreistag gewählt. Später erinnerte er sich diesem Neu-Beginn nach 1990 als einer angenehmen Zeit, die durch "Offenheit und menschliches Aufeinanderzugehen, nicht durch Partei-Kalkül geprägt" gewesen sei. Nach der Pensionierung zog die Familie nach Dresden; von einem 2001 erlittenen schweren Schlaganfall erholte sich der Geistliche nie gänzlich. Nun ist er heimgerufen worden, wie es im religiösen Sprachgebrauch heißt; über den Trauer-Gottesdienst, abgehalten in der Kirche auf dem Weißen Hirsch, stand der Jesaja-Spruch: "Gott, der Herr spricht: Fürchte dich nicht! Ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein!" Viele Menschen des Haselbachtals, auch Nicht-Christen, werden Frieder Wendelin in bleibender Erinnerung behalten.
Am Ende des vergangenen Jahres stand auch die Wahl der neuen Kirchgemeinde-Vorstände fü Bischheim und Gersdorf an. Dem Bischheimer gehören nunmehr Kay Haase, Maria Tzschoppe, Thomas Kuchta, Silke Symmank, Hartmut Schöne, Johannes Reppe, Klaus Techritz und Heiko Kirschner an (ausgeschieden sind hier Ursel Träber, Egon Rietschel und Gerold Tranitz); für Gersdorf wirken jetzt Andreas Todtermuschke, Ines Klingst, Rudi Merz, Ralf Müller, Gerlinde Christoph, Hannelore Hentschel, Corinna Hillmann und Arite Kokel (ausgeschieden ist Christa Börner), und natürlich gehört Pfarrerin Birgit Silberbach beiden Gremien an. Sie mahnte im Rahmen des Vorstellungs-Gottesdienstes vor allen Dingen eine Intensivierung der Arbeit mit Kindern an. Ganz so schlimm sieht es mit dem kirchlichen Nachwuchs dann aber doch nicht aus; das traditionelle Krippen-Spiel an Heiligabend vereinte diesmal eine ungewöhnlich große Anzahl von jugendlichen Protagonisten und fiel auch inhaltlich angenehm aus dem leicht angestaubten Rahmen. (sa-ex)
+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+:+
AUSSTELLUNG: "Heimat-Gefühl in großzügigen Formen und Farben"
(sa-ex) Das etwas knackige Winter-Wetter verhinderte am vergangenen Sonnatg wohl etwas mehr Zulauf bei der ersten Ausstellungs-Eröffnung des neuen Jahres im Gersdorfer "Rietschel-Haus"; jene, die gekommen waren, bestaunten in Pastell gemalte Ansichten von Haselbachtal und da speziell dem Orts-Teil Reichenbach. Und Georg Wahner drückte für den Hauptnutzer des Gebäudes, dem Heimat-Verein, treffend aus, was auch die übrigen Gäste unterschreiben können: "Ich bin immer wieder fasziniert, wieviel Talent es in unsere Gemeinde gibt." Ganz neu sind die künstlerischen Ambitionen der 44-jährigen Krankenschwester und aktuell im Pflege-Dienst tätigen Martina Schöne-Claßen nicht mehr; seit 1996 ist sie Mitglied des Kamenzer Malzirkels "Pastell" unter Leitung von Adelheid Zierenner. Die rüstige Seniorin war natürlich gekommen, um der Vernissage beizuwohnen, und erklärte auf SA-EX-Nachfrage: "Wir sind kein Verein, sondern nur eine Gruppe Gleichgesinnter, die sich früher einmal pro Woche, jetzt aller 14 Tage trifft. Momentan sind wir zehn Frauen." Keine Männer? "Nein, früher kam mal ab und zu einer, aber die scheinen alle Angst vor uns zu haben." Oder wohl eher vor ihren Fähigkeiten mit Pinsel und Farbe. Der Reichenbacherin jedenfalls attestierte sie in einer kurzen Rede ein erkennbares "Heimat-Gefühl in großzügigen Formen und Farben."
Dabei nimmt sie sich durchaus kreative Freiheiten: Der Blick auf den Oberlichtenauer "Lindenhof" ist deutlich unverstellter als in Wirklichkeit. Nichts wäre abstoßender, als daran Anstoß zu nehmen. Immer wieder taucht Reichenbachs Kirche auf den Bildern auf, doch auch das Rietschel-Haus selbst oder aber das Königsbrücker Rathaus. Ergänzt wird die Exposition durch ein paar vereinzelte Still-Leben, dem anderen Motiv im Schaffen von Martina Schöne-Claßen, die keineswegs zum ersten Mal ausstellt. 2006 war sie in der Haselbachtaler Gemeinde-Verwaltung präsent; auch in Kamenz, Königsbrück, Schwepnitz und Bautzen ist sie keine Unbekannte. Das Zurückgenommene und Ungekünstelte ihrer Arbeiten kommentiert sie mit den Worten: "Ich bin ein Fan von Bildern, die man deuten kann."
Ob's denn auch Verkaufs-Erfolge gibt, wollten ganz Neugierige noch wissen. "Doch, doch. Das eine oder andere Gemalte hat schon den Besitzer gewechselt." Über Preise spricht man/frau selbstverständlich nicht (gern), wie auch Adelheid Zierenner bestätigt. Eine ihrer Zirkel-Mitstreiterinnen hatte in den Alt-Bundesländern ausgestellt, doch bei Kauf-Angeboten war sie vorsichtig und finanziell im unteren Segment geblieben. "Da dachten doch die Leute gleich, die Bilder sind ohne jeglichen Wert." Das sind die schattigen Seiten von östlicher Bescheidenheit. Da der Kommerz aber ohnehin nicht im Vordergrund steht, sollte das Erlebnis verschmerzbar sein. Zu sehen sind die Hobby-Kunstwerke Schöne-Claßens noch bis in den April, ehe sie von Fotographien des renommierten Cunnersdorfer Bergsteigers Reinhard Richter abgelöst werden.
Der verstorbene frühere Gersdorfer Pfarrer Frieder Wendelin war weit über die Grenzen seiner Gemeinde hinaus bekannt. (Fotos dieser Seite: SACHSEN-EXPRESS/F.H. - oben - und Repro)