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RADSPORT: Spanier Contador Velasco dominiert die 97. "Tour"
(26/07/10) Privat gelten sie als befreundet, doch im Sattel schenkten sie sich nichts: Alberto Contador Velasco aus Spanien und der luxemburgische Newcomer Andy Schleck (rechts/Foto: Repro) waren die Protagonisten der diesjährigen Frankreich-Schleife. Auch wenn der Jüngere von beiden in dieser Situation der 17. Etappe zum Col du Tourmalet - von Schleck hernach auch gewonnen - seinen Widerpart herausfordernd in die Augen zu blicken versucht: Am Ende siegte in der französischen Hauptstadt der routiniertere Iberer, und das obendrein mit exakt jenen 39 Sekunden Vorsprung, die Schleck auf einer früheren Etappe wegen einer abgesprungenen Kette im Zuge eines Ausreißversuchs eingebüßt hatte. Wie das manchmal so geht ... auch das neuerliche Nichtauftreten von Doping-Fällen löst sicher allgemeine Befriedigung aus, dürfte indes von der Mehrheit der Experten mit eher gemischten Gefühlen registriert worden sein; die Räder-Gewerke der unerlaubten Leistungs-Steigerung stehen ja trotz der mehr und schärfer gewordenen Kontrollen nicht still. Lance Armstrong wird es alsbald erfahren, denn während er seine letzte "Tour" als 23. beendete (aber Sieg mit der Mannschaft), laufen in seiner amerikanischen Heimat schon weitreichende Untersuchungen an, die seine sieben Triumphe von Paris in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen könnten. Überhaupt spielten die sonst so starken US-Radler diesmal keine entscheidende Rolle - die Sprints machten der Brite Mark Cavendish und Italiens Alessandro Petacchi fast unter sich aus, und beide Zeitfahren wurden eine sichere Domäne des eidgenössischen Spezialisten Fabian Cancellara. Die ursprünglich 15 deutschen Starter (Roger Kluge schied nach der 8. Etappe aus) hatten leider keinen großen Einfluss auf das Gesamt-Geschehen; da hatten die Gerdemann, Voigt & Co. schon bessere Jahrgänge erlebt. Ein motivierter und bestens aufgelegter Gerald Ciolek hatte bei den Massen-Sprints keine Helfer und startete seine Attacken grundsätzlich zu früh, und auch die übrigen Vertreter die hiesiegen Pedal-Zunft schafften heuer keinen Etappen-Erfolg, trotz eines grandiosen Kampfs gegen die Uhr am Samstag von Tony Martin und Bert Grabsch, denen dennoch nur die Plätze 2 und 3 hinter dem schier unschlagbaren Schweizer blieben. Dieser etwas schwächere Jahrgang kommt umso schmerzhafter einher, da ein Milch-produzierender Hauptsponsor mittig der "Tour" am 13. Juli bekanntgab, sein Sponsoring zum Jahres-Ausklang zu beenden. Wird kein neuer Partner gefunden, wäre das nach dem (Doping-)Aus von TEAM GEROLSTEINER der zweite bundesdeutsche Rennstall mit größerer Reputation, der von der Bildfläche verschwinden würde. Anbei alle Etappen-Ergebnisse und die finalen Klassements.
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Was das offizielle Berlin von Ole von Beust lernen könnte
(25/07/10) Heute vor einer Woche: Hamburgs Oberbürgermeister Ole von Beust (Foto: sa-ex/TV) gibt seinen Rücktritt vom Amt bekannt, während draußen der Volks-Entscheid über die Reform des Schulwesens lüft. Und scheitert. Amts-müde sei er, aber das kann nur eine wässrige Entschuldigung sein in einer Welt-Stadt, die endlos viel mit Wasser zu tun, sogar mit elbigem. Noch bizarrer sein biblischer Anflug in jener Stunde, in der er die jüngste Titel-Reportage eines großen deutschen Nachrichten-Magazins - "Ich bin dann mal off" - etwas allzu persönlich nahm; der 55-Jährige wörtlich: " Die biblische Erkenntnis 'Alles hat seine Zeit' gilt auch für Politiker. Selbstverständlich gilt sie auch für mich." Doch wann gilt sie für Angela Merkel? Die drohte auf der Presse-Konferenz vor dem Sommer-Urlaub mit einem - oh Graus! - Wiedersehen danach. Obwohl ihr gerade der sechste Landes-Chef abhanden gekommen ist. Okay, Wulff und Oettinger waren andere Kisten, fielen diversen "Umwidmungen" zum Opfer. Aber der Rest - ein Ski-Pisten-Unhold (Althaus), ein Rechtsradikaler (Koch), ein im letzten Arbeiter-Revier glorios per Abwahl Abgewatschter (Rüttgers) - die Nachfolger, zumindes wenn es Schwarze blieben, so trist und dumpfbackig wie sonst nur die Alster im Nebel. Seit der Erkenntnis einer schwer-kriminellen Ausrichtung unserer Sachsen-CDU, gekrönt vorerst vom durch "Onkel Stanislau" öffentlich eingestandenen Wahl-Betrug vor zwei Jahren, weint kein Journalist von Niveau auch nur einem Unions-Knilch eine Träne nach, und in den Fällen von Koch wie Oettinger hätte man sich lieber einen klassischen Fenster-Sturz denn einen geordneten Abgang gewünscht. Bei Carl-Friedrich Arp Ole Freiherr von Beust ist eine kleine Differenzierung erlaubt; der passte nicht in die alleruntersten Schubladen der Gattung Koch, Popofalla oder auch Tillich. Der hatte noch Stil, und die völlig Hirn-rissige schwarz-grüne Koalition aus zwei Parteien, die zusammenpassen wie sonst nur eine Hula-Schönheit mit einem Godzilla japanischster Machart, geht wohl mindestens zur Hälfte auf das Konto extrem Macht-geiler Scharlatane der einstigen Öko-Aktivisten, die für die Senats-Posten alle ihre Ideale mehr Knall als Fall über Bord geworfen haben. An der Spree wird es derweil kalt um die Kanzlerin, die ihr Altwerden offensichtlich mit jüngeren "Yes-men" überdauern will. Aber wenn sie nicht schon dem hervorragenden von Beust-Vorbild folgen will (was sie ja vorerst auch tunlichst unterlasssen sollte, denn dann würden wir ja von dem schwulen FDP-Tunichtgut angeführt werden müssen - eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes!), so sei ihr wenigstens ein Funken mehr Realitäts-Sinn vergönnt: Wer hier am Mittwoch von überwundener Krise und leichten Misstönen in der Koalition schwafelt, muss sein Kanzlerinnen-Amt irgendwo hinter Wladiwostok haben. Schon längst geht das Gespenst eines neuerlichen Börsen-Krachs umher, was auch nicht anders sein kann, weil doch die Banken nicht an die Leine zu legen waren (welcher Konservative würde Solchiges überhaupt wagen?) und Alles im Spekulations-Handel wie vor dem letzten Desaster ist. Und dass sich der Umgangs-Ton von Schwarzen und Gelben verbessert haben soll, liegt doch nur daran, dass sich die Westerwelle strikt an die SA-EX-Vorgabe hält und ihren, pardon, seinen Suppen-Schacht nur öffnet, wenn wir dringend anders beschäftigt sind und es demzufolge nicht hören. Nein: Es ist nach Ole von Beust an der Zeit, dass die gesamte Regierung zurücktritt, komplett in einem Waschgang. Nur das könnte dem Lande helfen. Der Deutsche freilich - so will es scheinen - lässt sich nicht gerne helfen ...
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FUSSBALL: Verdammt, es geht schon wieder los ...
(24/07/10) "Anfang und Ende mit einem Ball zu erleben ...", sang Roland Kaiser dereinst. Oder meinete er doch was Anderes? Egal. Unfassbar, wie kurz so eine Sommer-Pause mittlerweile sein kann; kaum befeierabendet, geht das Gekgurke um die runde Pille von vorne los. Zumindest in der 3. Liga, die wegen ihrer 20 teilnehmenden Teams eben eine entsprechend längere Saison abzuleisten hat. Der tiefere Hintersinn eines solchen Mammut-Programms hat sich unseren Redakteuren noch nicht erschlossen, aber wenigstens der gemeine Dynamo-Anhänger hat so seinen lang-anhaltenden Spaß. Wenn's denn Grund zur Freude geben würde, aber die beiden letzten Serien - das Tabelau gibt's erst seit zwei Jahren - verbreiteten mehr Frust als Wonne, und jetzt ist auch noch der historisch so wichtige erste Drittliga-Torschütze Halil Savran (traf am 25. Juli 2008 zum 1:0-Sieg in Erfurt) stiftengegangen. Premieren-Schütze des neuen Semesters ist der Offenbacher Steffen Haas (Foto oben: Repro), der beim 2:0 seine OFC Kickers über Neuling Saarbrücken in der 29. Minute aus der Distanz abzog; weil Gäste-Verteidiger Marcus Mann noch entscheidend abfälschte, bekommt allerdings er den Treffer offiziell "gutgeschrieben". Haas jedoch war der Absender - wollen wir nicht päpstlicher sein als der Blatter-Sepp. Auch einen ersten Dynamo-Einnetzer hat es heute in Braunschweig gegeben: Maik Kegel traf in der 13. Minute zum zwischenzeitlichen 1:1-Gleichstand. Half aber nix, denn nach Dominick Kumbelas früher Führung in der 9. Minute traf auch noch Dennis Kruppke (55. min) für die Eintracht, und fertig war der nächste Fehlstart für die Sachsen. Wir sitzen derweil noch über den Rückschauen zur vergangenen Serie - das aktuelle Treiben, das an diesem Wochenende auch schon jede Menge Ausscheidungs-Matches um den neu-titulierten Sachsen-Cup aufweist (Auftakt gestern in Dresden mit Eintracht Dobritz kontra TSV Stahl Riesa 1:6), kann uns aus den hinlänglich bekannten Gründen nicht mehr interessieren. Aber wir haben noch jede Menge Spaß im "Köcher", was die Auswertung von 2009/10 anbelangt; gerade haben wir die Runde der Kreisligen im Ostsächsischen vollendet, und weil dieses schöne Format wegen des Kreisgebiets-Irrsinns der CDU-Kannibalen demnächst verschwindet, reichen wir noch das ultimativ spektakulärste Foto der zurückliegenden Saison im Anhang nach. Wir behaupten ja nicht nur, Welt-Klasse zu sein ... wir sind es!
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GLOSSIERT: Sachsen fragt sich, wer Stanislau beobachtet?
(23/07/10) Der LINKEN-Abgeordnete Bodo Ramelow im Berliner Bundestag (Foto: Repro). Die Lehne links hinter ihm ist verwanzt, und führende Richter des Landes befanden soeben, dass die Bespitzelung rechtens sei. Ist sie das? Wohl kaum, denn wer beobachtet die Abgeordneten der CDU, die zumindest hier in Sachsen wenigstens zur Hälfte aus altkommunistischem Drecks-Personal besteht? Die Christdemokrazis bestimmen neuerdings, wer beim Pinkeln gefilmt werden muss? Hallelujah! Das Urteil gegen Ramelow zeigt, wie geistig umnachtet, wie krank diese Gesellschaft in Wirklichkeit ist - der Mann ist gewählter Volks-Vertreter. Möge er bis Brüssel ziehen und diesen Schwachsinn aus der Welt schaffen! Unseren Segen hat er, ohne dass wir jemals in den Verdacht geraten wären, mit den Dunkelroten irgendetwas am Hut gehabt zu haben. Wir sehen nur mit Schrecken, wie sich im Schatten solcher Propaganda die Koalitionäre aus Schwarzen und Gelben immer tiefer in einen eigenen hoch-kriminellen Sumpf begeben ... und dies auch noch legalisiert wissen. Das uralte Prinzip: Wir sind an der Macht, also dürfen wir uns wie ausgekotzte Arschlöcher benehmen. Beispiel Sachsen. Hier wurde gerade mit großem Pomp die 20-jährige Wiedergeburt des Freistaates gefeiert. Zu Feiern gibt es im korruptesten Bundesland Mitteleuropas zwar defintiv nichts, aber das offizielle Dresden sieht das anders. Die einzige Zeitung am Platze, genannt SÄCHSISCHE, ist voller Erfolgs-Storys, und damit so weit weg von der Realität, wie sonst nur Alte Ziegelscheune (bei Panschwitz) von Rovaniemi am Zusammenfluss von Kemijoki und Ounasjoki, irgendwo im Lappland zu Finnland. Dass die Polit-Redakteure von Chef Vetterick an geistiger Umnachtung leiden und in einem Volks-fremden Universum namens Utopia herumrecherchieren, wäre bei dem schlechten Standard, der an der Ostra-Alle längst zur obersten Einstellungs-Bedingung geworden ist, noch entschuldbar. Aber die Schütz, Saft & Co. betreiben ihre Leser-Verdummung größtenteils mit voller Absicht und sind zu billigsten Vasallen der Herrschenden geworden. Deshalb hat die SÄCHSISCHE das Niveau ihres DDR-Vorläufers längst unterschritten. Beispiel Stanislau Tillich. Wer BND-beobachtet unseren volltrotteligen Ministerpräsidenten eigentlich? Der Mann ist ein Meister im Fälschen von Biographien (vornehmlich seiner eigenen). Der Mann ist ein Altkommunist. Jeder "Ossi" weiß ohne Wenn und Aber, dass nur strammste Linientreue in einen Rat des Kreises vordringen konnten, wie er es weit vor 1989 geschafft hat. Und selbst wenn er einer sogenannten "Block-Partei" angehörte, so war er doch ein erzroter Kannibale. Anders nämlich kam niemand zu Dienst-Ehren im längst abgebaggerten Gebäude am Kreis-Verkehr der Lessingstadt - die oo7-Jünger der Ära Erich Honeckers hätten herausgefunden (so gut waren die), wenn Stanislau demokratische "Fähigkeiten" besessen hätte. Hat er nicht, also war er ein Roter, basta. Wo steht etwas davon zu lesen? Und wo, dass er nach der Wende eine mittelständische Firma in den Ruin gemanagt hat? Wo steht etwas davon zu lesen? Wo? Sachsen wird von einem altkommunistischen Nachwende-Pleitegeier regiert. Das ist die nüchterne Wahrheit, und weiß Gott kein Grund zur Freude. Und jemand, der seine Vergangenheit dermaßen fälscht wie unser sorbischer Diktator, der ist doch auch zu Schlimmerem fähig. Das weiß jeder Psychologen-Idiot. Ob der Verfassungs-Schutz in Dresden aufpasst, wenn "uns" Stanislau beim nächsten Oster-Reiten seinen Schimmel besteigt? Er könnte ja einen Sprengstoff-Gürtel unter dem Zylinder tragen. Gut, werden sich die Geheimdienstler sagen: Der "Erbe" der von Georg Milbradt eingeführten Regierungs-Kriminalität ist definitiv zu doof, irgendeine politische Entscheidung von rationellem Verstand zu treffen - der ist demnach auch nicht in der Lage, eine Ladung Dynamoit zu zünden. Einverstanden, das Argument könnte Deutschlands bester Journalist gerade noch akzeptieren. Allerdings: Beim früh-jährlichen Ritt durch die Landschaften im Minderheiten-Revier ist es mehr als einmal vorgekommen, dass Pferde ihren Reiter verloren (weil die unter Gleichgewichts-Schwankungen litten). Explodiert Tillichs unschöne Bombe am Ende gar, weil er besoffen vom Gaul kippt? Eine (imaginäre) Katastrophe, die hätte verhindert werden können. Wenn die legitimierten Schlapphut-Nachfolger von "Gestapo" und "Stasi" anstatt den Ramelow wünschenswerterweise den Tillich beagentet hätten ...
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GLOSSIERT: Wem eine (Monats-?)Binde in den Kopf steigt ...
(19/07/10) Was soll man von so einer Schlagzeile halten: "Lahm bleibt cool zum Thema Ballack", nachzustudieren im Web-Auftritt "www.fussball.de" des Deutschen Fußball-Bundes? Dessen mitwichtigste Personalie ist der 1,70 m große Zwerg aus dem Fach Außenverteidigung geworden, seit er es zum Kapitän der Nationalmannschaft brachte. Doch wie bei allen kleinen Menschen setzt ein derart unerwarteter Ritterschlag garstige Energien frei. Anstatt sich mit der Ehre zu begnügen, polterte er von Südafrika aus gegen "El Capitano" Ballack, dem Verletzungs-bedingt abwesenden eigentlichen Chef der schwarz-weißen Meute. Das hätte er nicht tun sollen, denn das war in hohem Maße unanständig und darüber hinaus aus sportlicher Warte absurd. Vielleicht hätte mal irgendeiner der geschätzten Kollegen bei den täglichen Presse-Konferenzen vom jetzt wieder für Hunger und AIDS zuständigen Kontinent den 26-Jährigen nicht nur nach dem bekloppten Hintersinn seines schwarz-gelben Handgelenk-"Schmucks" fragen sollen (will der Knabe von der Freien Turnerschaft München-Gern demnächst nach Dortmund wechseln, oder gar zu Dynamo Dresden, wo die Gage ungleich höher als bei den Münchner Bayern "ausfallen" würde?), sondern ihn auch daran erinnern, dass er vor zwei Jahren den verpassten deutschen EM-Sieg auf dem Gewissen hatte, mit einer fürwahr Lahm-arschigen Sprintduell-Niederlage gegen Spaniens Fernando Torres Sanz! Wer auf diese Weise eine ganze Nation enttäuscht, sollte seinen ansonsten nur blau-weißer Weißwurst und erdigem Weißbier vorbehaltenen Mundes-Schacht kaum endlos weit aufreißen. Nichts gegen seine sportlichen Leistungen in Südafrika oder auch in der abgelaufenen Champions League-Saison - die waren durch die Bank in Ordnung. Aber das berechtigt nie und nimmer zu Anmaßungen der übleren Sorte. Vielleicht wollte Bundestrainer Joachim Löw - kann man ihm so viel psychologisches Geschick überhaupt zutrauen? - mit der Kapitäns-Binde (für einen Monat, ergo eine "Monats-Binde") die Schmach von Wien aus dem Kopf des bei den Isar-Kickern nur als "Wireless" getauften Manndeckers verbannen. "Wireless" meint übrigens "Kabel-los" oder "ferngesteuert" - kann sich jeder aussuchen, was ihm beliebt. Vergangene Woche heiratete jener Akteur, der für den Hoeneß-Club sämtliche Pflicht-Spiele des vergangenen Semesters bestritten hatte, seine Claudia. Die Schar der Gäste war erlesen unprominent. Nicht das "Feier-Biest" LvG war erschienen, nicht einmal das Boris-Bübele, der sich doch sonst auf jeder Party der sportlichen Elite durchfrisst, weil die Einnahmen aus der Poker-Werbung längst verzockt sind. Das sollte dem kleinen Wadenbeißer mit der großen Klappe zu denken geben, denn auch für ihn gilt, was jeder Politiker längst außer Acht lässt: Erst das Gehirn einschalten, dann verbal abgrätschen ... (PS. Dieser Beitrag entstand aus tiefer Solidarität mit dem Sachsen Michael B.!)
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Der wohl nie einen Nachbar hatte: Donald Sutherland wurde 75
(18/07/10) Es gilt als eigenwilliger Welt-Star der schauspielerischen Zunft, doch vor allen Dingen trug er zum mehr Beachtung erheischenden Ruf der kanadischen Cinematographie bei (wobei es im älteren Hollywood üblich war, dass die Herkunft aus Ahornblatt-Ländle einfach ignoriert wurde, wie etwa bei Yvonne de Carlo oder auch Glenn Ford). Als ehemaliger DJ und Gelegenheits-Comedian kam der in Saint John, Provinz New Brunswick, als Sohn eines Verkäufers geborene Donald McNicol Sutherland über Umwege zum darstellerischen Fach, soll nach einer Aufführung von Shakespeares "Sturm" durch die Theater-Gruppe der University of Toronto - wo er ursprünglich ein Ingenieurs-Diplom anstrebte - von einem Kritiker zum künstlerischen Metier überredet worden sein. Das Handwerk dazu erlernte er in London, wo er dann ab Anfang der Sechziger verschiedentliche Einsätze bei Film- und TV-Produktionen des British Empire bekam, so als Fortinbras in einer "Hamlet"-Inszenierung Philip Savilles für BBC (1964). Im gleichen Jahr engagierte ihn der Produzent Paul Maslansky für den italienischen Horror-Streifen >>Das Schloss der lebenden Toten<< (mit Christopher Lee als Dracula), doch erst der nicht ganz unumstrittene Kriegs-Film >>Das dreckige Dutzend<< von Robert Aldrich (1967) machte den Mimen international bekannt, obwohl er einen nicht ganz so bedeutenden Part ausfüllte. Das änderte sich drei Jahre später mit dem Hawkeye aus Robert Altmans bitter-böser Militärarzt-Satire >>M*A*S*H<< - jetzt war der Kanadier ganz oben. Und es begann seine erfolgreichste Dekade, wobei er auch durch sein persönliches Engagement gegen den Vietnam-Krieg für Schlagzeilen sorgte, was ihn in Amerika nicht nur Freunde einbrachte, aber kein Problem ergab, da der europäische Film genügend Rückendeckung bot. >>Klute<<, >>Wenn die Gondeln Trauer tragen<<, >>Der Richter und sein Henker<<, >>Fellini's Casanova<< bis >>Eine ganz normale Familie<< von 1980 waren Eckpfeiler einer illustren Karriere, auch wenn er nie einen OSCAR bekommen hat, unverständlicherweise nicht einmal nominiert wurde. Bei dieser Fehleinschätzung schien die Academy wohl ein bisschen zu sehr von der gefürchteten Kritikerin Pauline Kael geleitet, die Sutherlands Leistung im Streifen über das Hollywood-Innenleben >>Der Tag der Heuschrecke<< (1975) als "schrecklich" abgekanzelt hatte, worauf sich der Akteur geweigert haben will, jemals weitere Rezensionen zu lesen. Sein bizarrer Doppel-Agent Faber aus >>Die Nadel<< von 1981 gilt fast schon als Übergang zu den Alters-Arbeiten und verinnerlicht zugleich Fluch und Segen seiner merkwürdigen Ausstrahlung, festgehalten auch in einer hübschen Anekdote. Eine großartige Rolle - es ist nicht überliefert, welche - soll er einst abgesprochen bekommen haben, weil diese eine Art 'netter Kerl von nebenan' erforderte. Laut Sutherland selbst wurde ihm unmissverständlich gesagt: "Sie sehen nicht aus wie jemand, der irgendwann einen Nachbar gehabt hätte!" Das drückt eine Menge über das Charisma und seine spätere Vorliebe für Autoritäts-Personen aus. Im Western >>Cold Mountain<< von 2003 durfte er als Nicole Kidmans Vater unter freiem Himmel friedlich einschlafend die Welt verlassen; soweit ist es in Wirklichkeit noch nicht, denn auch im siebten Lebens-Jahrzehnt ist er unermüdlich im Einsatz. So stand er jüngst u.a. in einer von RTL und ORF unterstützten, jedoch in seiner kanadischen Heimat abgelichteten Neu-Adaption des unverwüstlichen Melville-Romans "Moby Dick" vor den Kameras - als Pfarrer Marple, was sonst. Und weitere Projekte sind in vollem Gange. Eines Tages wird sich das kalifornische Leinwand-Mekka gewiss mit einem Lebenswerk-OSCAR entschuldigen, aber so wichtig dürfte das dem 5-fachen Vater kaum mehr sein. Am Samstag ist der "Nachbar-lose" Donald Sutherland 75 geworden. (Foto oben: Reproduktion)
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WM-ERINNERUNGEN: Was sonst noch interessierte ...
(16/07/10) Es ist vorbei, das Spektakulum von Südafrika. Eine Weltmeisterschaft, die es in sich hatte, wenn man(n) vom mageren sportlichen Wert absieht. Der wird nicht besser, so lange die Geld-Gier der Organisatoren über den menschlichen Verstand siegt und das Endrunden-Turnier nicht auf wenigstens 24, effektiverweise sogar auf nur 16 Teilnehmer zurückgefahren wird. Die EM vor zwei Jahren in der Schweiz und Österreich war der definitiv letzte sehenswerte Wettbewerb dieser Art mit gutem Sport ... wegen seines - inzwischen von der UEFA auch aufgestockten - kleinen Teilnehmer-Feldes. Aber egal: Soll der menschliche Horror ruhig siegen; wir haben aus den vergangenen vier, jetzt fast fünf Wochen ein paar andere Erkenntnisse gezogen, wie sie nur ein Weltklasse-Journalist zu ziehen vermag. Ist den am Fußball interessierten Lesern zum Beispiel die Vorbild-Wirkung genau dieser Film-Szene oben aufgefallen? Nein? Sie stach doch förmlich ins Auge. Ach so: Nicht jeder Fan des runden Leders kann wissen, dass dies eine SA-EX-Aufnahme aus dem Martin Scorsese-Thriller >>Casino<< von 1995 ist und (Herr Blatter möge uns bitte verzeihen!) zwei Mafiosi zeigt, die im Wissen darum, beschattet zu werden, ihre Gespräche hinter vorgehaltener Hand führen. So weit, so gut. In mindestens einem Fall kam es beim FIFA-World Cup zu einer "Kopie" dieses Verhaltens; da eilte der Referee zu seinem Assistenten, um eine Auskunft in einer strittigen Situation zu erheischen, und das Linienrichterlein hielt rotzfrech die Hand vor dem Mund, damit ja keine "Lippen-Leser" (what a Mega-Gaga-Job!) später nachvollziehen können, was da im Konkreten diskutiert wurde. Wir haben jetzt leider nicht die genaue Begegnung parat, aber der Leser weiß ja auch so, dass wir nix erfinden und Alles stimmt, was wir schreiben. Alles! In den Fokus des Fußballs übrigens waren besagte "Lippen-Leser" (what a Mega-Gaga-Beruf!) vor vier Jahren gerückt, wegen der "Kopfnuss-Affäre" um Zinédine Zidane im WM-Finale von Berlin. Wen wundert's: Sie konnten die beleidigenden Worte Marco Materazzis trotzdem nicht entziffern; das besorgte der Italienier später im dortigen Fernsehen höchstselbst: "Preferisco la puttana di tua sorella"! Keine Ahnung, was das auf Deutsch heißt. Ist auch nicht (mehr) so wichtig, schon gar nicht eingedenk des Hemmungs-losen Geholzes beim diesjährigen "showdown". Materazzi ist aus Berlusconi-Ländle - Scorsese samt seiner Vornamen Martin Marcantonio Luciano ist New Yorker mit freilich sehr italienischem Background. Für den gebildeten Mitteleuropäer trägt der Staat am südeuropäischen Zipfel nur drei Komponenten: Spaghetti, (Leinwand-)Ponchoträger ohne Namen ... und natürlich die dort - einst zu ehrbaren Zwecken - geborene Mafia. Aber Weltmeisterschafts-Bedienstete, die sich an den Gebaren von Kriminellen orientieren? Da kommt doch der Normal-Sterbliche auf die dümmsten Hintergedanken, Freund Blatter ...
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Die etwas anderen Nachwehen einer gewesenen Fußball-WM
(15/07/10) Tja ja, die WM-Geschädigten ... In der Hoffnung, dass sich am Tage vier nach dem großen Finale langsame Normalität eingestellt hat, kommen wir mit ein paar Nach-Betrachtungen der lustigen oder auch weniger lustigen - in jedem Fall aber listigen - Art einher. Da hätten wir zum Beispiel diesen üblen Akt (sorry!) von Hochverrat. Was in Leipzig demnächst zum unbedingten "Muss" gehört, nämlich dass der gemeine Fan von L-O-K zu den "Roten Bullen" überläuft, praktizierte das südamerikanische Foto-Model Larissa Mabel Riquelme Frutos (oder kurz Larissa Riquelme) höchst freiwillig: Trotz paraguayischer Nationalität posierte sie neulich mit Spaniens Flagge auf ihrem schnuckeligen Allerwertesten (Foto links: Reproduktion). Ob nun gestellt oder gefälscht - welchen Mann mit Sinn für's Nackte interessiert das schon. Treue und Loayalität sind doch inzwischen längst zu Fremdwörtern aus dem Aserbaidschanischen geworden, und so dürfte es uns kaum verwundern, wenn die 25-Jährige Südamerikanerin demnächst die Farben der Färöer-Inseln auf der (von uns aus betrachtet) rechten Arschbacke zum Besten trägt ... wegen der anstehenden EM-Qualifikation, versteht sich. Wie man in Frankreich über das Desaster am Kap der Guten Hoffnung denkt und was sich gar die Chinesen einfallen lassen, um in vier Jahren die Iberer um Andrés Iniesta abzulösen, erfährt der Sachkundige in Fragen des knackigen, pardon, des runden Leders im Anhang.
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GLOSSIERT: James Dean und die andere Sicht auf das Öl
(15/07/10) Heute Abend läuft auf ARTE um 22.05 Uhr eine Dokumentation über den in jungen Jahren tödlich verunglückten Hollwood-Star James Dean. Der Film-Experte in mir muss stets an das gerade einmal 24 Jahre alt gewordene Teenie-Idol denken, wenn Nachrichten über die aktuelle Öl-Katastrophe aus dem fernen Amerikanien zu uns herüberschwappen. In seinem letzten Streifen - >>Giants<< des renommierten Regisseurs George Stevens, uraufgeführt 1956 - verkörperte Dean den Jett, der neben seinen Aushilfs-Jobs auf der öden texanischen Farm "Reata" auf einem eigenen kleinen Anwesen nach Öl bohrt und eines Tages, er selbst hoch-verschuldet, fündig wird. Berühmt wurde die Sequenz, in welcher Dean - völlig verschmiert mit dem gerade entdeckten "schwarzen Gold" - mit seinem Arbeitgeber "Bick" Benedict (Rock Hudson) eine Prügelei beginnt. In einer Inhalts-Angabe des WIKIPEDIA ist weiter zu lesen: "In kürzester Zeit avanciert Jett Rink mit seiner Firma JETAXAS zum reichen Mann und kontrolliert jede Öl-Quelle in der Umgebung. Ihm gelingt es, im Nachhinein mit 'Bick' ein Geschäft abzuschließen, was ihm fortan erlaubt, auch auf 'Reata' Öl-Förderungs-Anlagen zu installieren. Schon bald werden 'Bicks' Rinder-Herden zwischen Öl-Bohrtürmen hindurch zu den Weideplätzen geführt ..." Herrlich, diese ebenso nimmermüde wie illusorische Ausschlachtung des amerikanischen Traums durch die Leinwand-Industrie und die grausamen Assoziationen zur Wirklichkeit: In Öl getaucht sind heute allerhöchstens die Wasser-Vögel und Fische im Golf von Mexiko, wo der Konzern-"Gigant" BRITISH PETROLEUM alias BP für die gigantischste Natur-Katastrophe seit Erstrahlung des Lichtes der Sonne sorgte, und weiterhin sorgt. Seit dem 20. April nun schon strömen aus einer Quelle am Meeresgrund täglich Unmengen von Roh-Öl in ein Gebiet, das dortzulande als unterirdischer Mississippi Canyon bekannt ist. Von über 400 Millionen Litern ist die Rede, und noch immer sind die Verantwortlichen des verursachenden Unternehmens mit Sitz in London nicht in der Lage, das Leck zu schließen. Theoretisch, aber wirklich nur theoretisch, müsste sich "mit Hilfe" der ausströmenden Massen (Foto oben: sa-ex/TV) langsam, aber sicher der Meeres-Spiegel anheben lassen. Was für eine Vision: Nicht mehr die schmelzenden Polar-Gletscher, sondern unfähige Monopolisten des Sprit-Gewerbes lassen ganze Küsten-Landschaften im Atlantis-Stil verschwinden. Und die Bewohner der Ufer-Regionen können im Öl baden - wie einst James Dean. Nur eben nicht, weil's was zum Feiern gäbe, sondern weil ihnen menschlicher Profit-Wahn den existenziellen Untergang beschert. Denken Sie, werte Leser, ruhig einmal so abstrakt weiter, wenn heute Abend 'die' Leinwand-Szene aller öligen Leinwand-Szenen bei ARTE wiederbelebt wird ...
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AUSLAND: Der Tod kam während der Endspiel-Übertragung
(12/07/10) Die Einen feiern, die Anderen sterben - das gab es unlängst erst im Zusammenhang mit "La noche de San Juan" im spanischen Castelldefels. Vergangene Nacht nun hatten die Iberer ausgiebigen Grund zu enthusiastischen Jubel. Doch noch während die Nationalmannschaft um Andrés Iniesta Luján am historischen Triumph "bastelte", starben in Uganda über 70 Menschen, die sich das Endspiel in einem Rugby-Club sowie in einem Restaurant der Hauptstadt Kampala angesehen hatten (Foto: Repro). Die Rede ist von gezielten Terror-Anschlägen, zu deren Urheberschaft sich inzwischen die Somalis von "al-Shabaab" bekannt haben sollen und die auch schon im Vorfeld derartige Aktionen angekündigt haben sollen; Grund hierfür sei u.a. die Stationierung ungandischer Streitkräfte im Krisen-geschüttelten Somalia. So fand denn die 19. Fußball-WM, die innerhalb Südafrikas angeblich ohne jede Komplikation verlief, doch noch ihr blutiges Drama. Den heißblütigen Südwest-Europäern wird das egal gewesen sein - sie machten in den Metropolen Madrid und Barcelona die Nacht zum Tage; eine polizeiliche Bilanz der Jubel-Orgien steht freilich noch aus. Gesittet nahmen die Niederländer das 0:1 zur Kenntnis, denn aus der Tulpen-Republik wurden nur ganz vereinzelte Randale vermeldet. Wir waren für unsere Leser im World Wide Web unterwegs und wurden fündig.
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WM 2010: "La Roja" triumphierte über holländischen Käse
(12/07/10) Die Deutschen schon im Flieger gen Heimat, und vielleicht sogar visuell "verschont" von dem üblen Gehacke, als das sich das Endspiel zwischen hoch-favorisierten Spaniern und "Oranje" zumindest in den ersten 45 Minuten erwies, mit Nigel de Jongs übler Kung Fu-Attacke gegen Xabier "Xabi" Alonso Olano in der 28. Minute als traurigen Höhepunkt (Foto links: sa-ex/TV). Schiedsrichter Howard Webb aus England beließ es bei ebenso gnädigem wie ungerechtfertigtem "Gelb", und das ermunterte die in ihren spielerischen Mitteln stark limitierten Holländer zu weiteren Fouls. Am Ende dürfte mit acht Verwarnungen plus einer Ampel-Karte (gegen John Heitinga/109. min) zuzüglich der fünf Kartons gegen die Iberer ein neuer - und mit Dauer behafteter! - Rekord für ein WM-Finale gestanden haben. Dass die "showdowns" immer mehr zu einer unschönen Veranstaltung verkommen, liegt natürlich auch am aufgeblähten Turnier, das am Ende einer strapaziösen Saison in den internationalen Top-Ligen in seiner jetzigen Form keine Freude zu erwecken vermag. Aber die FIFA will sich auch künftig gerade an diesem Event finanziell gesundstoßen, und also wird es wohl beim antilogischen Modus bleiben. Wenigstens fand sich in Spanien der gerechtere Sieger; 116 Minuten brauchte "La Furia Roja", bis der Knoten platzte und Andrés Iniesta Luján zum Helden auf Lebens-Zeit unter rot-gelb-roter Flagge avancierte. Trotz ihrer destruktiven Spielweise hatten die Kicker aus Tulpen-Ländle mindestens einen "Riesen", um die dritte Endspiel-Niederlage nach 1974 und 1978 (damals jeweils gegen die Gastgeber) zu vermeiden, aber ausgerechnet Arjen Robben - ihr mit Abstand Bester - scheiterte vollkommen freistehend in der 62. Minute am rechten Fuß seines einstigen Kollegen bei Real Madrid, dem Schlussmann Iker Casillas Fernández. Es wäre allerdings auch der Ungerechtigkeiten miesester Lohn gewesen. Wie sehr wünschte sich der Experte da eine Partie Spanien kontra Uruguay herbei - das selbe taktische Korsett, aber die Südamerikaner mit extrem fairen Verteidigungs-Mitteln gegen das "Barca"-Ensemble. Das wäre ein Augenschmaus geworden, doch so blieb es eine üble Holzerei, zu der auch die Südwest-Europäer über weite Strecken keine praktikable Einstellung fanden. Sei es drum: Das Team von Vicente del Bosque González spielte nur einmal wirklich weltmeisterlich - das war gegen Bären-starke Deutsche im Halbfinale. Pech für uns, aber nun einmal nicht zu ändern. Trost bietet die doppelte Ehrung für Thomas Müller, der sowohl Torschützen-"König" als auch bester Nachwuchs-Akteur wurde, während der GOLDENE BALL für den herausragenden Einzel-Spieler völlig zurecht an Diego Forlán Corazo ging. Die FIFA - nicht immer glücklich mit Allem, was sie treibt - kann doch noch mit Gerechtigkeit dienen: Mit Spanien triumphierte ein sportlicher Favorit, mit Müller wie Forlán zwei Typen als Stellvertreter der "Weltmeister der Herzen", die Deutschland und auch Uruguay ohne jeden Zweifel waren. Und bei den Holländern hatte man sowieso immer ein bisschen den Eindruck, sie müssten als "Ersatz" für die schwächliche Gastgeber-Auswahl herhalten; glaubt doch niemand, dass die zig-tausenden Fans in Orange gestern eigens aus Amsterdam und Rotterdam angereist waren. Das waren die Orts-ansässigen Nachfahren der Buren, und Nelson Mandela, der die Abschluss-Zeremonie nur ganz kurz besuchte, wird sich am heimischen Fernseher so seine ganz eigenen (fast) 92-jährigen Gedanken darüber gemacht haben. Haben wir selbstredend auch, doch dazu ein ander Mal mehr. Jetzt erst einmal Glückwünsche an den neuen Champion wie an das DFB-Team, das viel stärker in Erscheinung trat, als es zu erwarten war und bei Unterlassung einiger politischer Kalamitäten in Richtung des schwarzen bzw. schwarz-gelben Lagers sicher schon bald selbst einen Pott stemmen wird.
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FUSSBALL-WM: Deutschland ist Dritter und Netzer ist raus
(10/07/10) Es ist die Böswilligkeit der Gerüchte-Küche, die behauptet, Günther Theodor Netzer hätte den Job bei der ARD nur bekommen, weil diese sich Bedienstete leistet, die der hohen Kunst des Haarekämmens mächtig sind; der ehemalige deutsche Nationalspieler und Weltmeister von 1974 stand mit dieser weniger sportlichen Disziplin seit jeher auf elendigstem Kriegsfuß, wie unser Archiv bestätigt (Foto: Repro). Unfassbare 13 Jahre verrichtete er den Co-Kommentatoren-Job bei Länderspielen neben Gerhard Delling, den er - obwohl es selten so "rüberkam" - als großen Freund bezeichnet, was dem deutlich jüngeren Fernseh-Menschen wie Eichen-Laub auf Gurken-Honig runtergehen muss, denn Netzer philosophierte einst im ZEIT-Interview auch: "Freundschaft verlangt mir ein Maximum an Höchstleistungen ab." Das mag man/frau sicher ganz und gar unrecherchiert glauben. Mit der Partie gegen Uruguay war gestern Abend endgültig Feierabend: "Meine Leidens-Fähigkeit wurde auf eine harte Probe gestellt, und ich bin stolz, dass ich diesen Test bestanden habe!" Ein Egoist, dieser Ex-Borusse, der keine Sekunde an die Leidens-Fähigkeit der zugegeben wenigen wirklichen Fußball-Experten im Lande dachte. Und weil er sich als "rundum zufriedener Mensch" bezeichnet, wird er auch ohne die Almosen des Ersten nicht in die Versuchung gelangen, wie Millionen von Afrikanern zu hungern. Der 3:2-Sieg der DFB-Auswahl im "kleinen Finale" ging soweit in Ordnung, da sich auch die zum Einsatz gelangten Reservisten auf der Höhe der (regnerischen) Aufgabe zeigten, und weil Torwart Néstor Fernando Muslera den Deutschen das Toreschießen über Gebühr erleichterte.
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FUSSBALL-WM: Der Einen Schuld und des Anderen Sühne ...
(08/07/10) 47 Jahre, einen Monat und acht Tage musste der Freddy alt werden, um das zu erleben: BILD und (Dresdner) MoPo reüssieren mit ein und der selben Schlagzeile. Oh, Einfalls-Reichtum der Redakteure mit samt ihrem Mega-Gaga-Gehalt! Außerdem stimmt die Verwunderung über die "Synchronität" zweier rivalisierender Gazetten nicht ganz; in Hoyerswerda zum Beispiel beliefern sogar die gleichen Autoren die beiden städtischen Blätter SÄSCHSICHE ZEITUNG und LAUSITZER RUNDSCHAU mit den gleichen (dumpfen) Artikeln zu den gleichen Themen. Aber das ist eine andere Geschichte. Deutschland ist raus aus dem Rennen um Platz 1, und vermutlich sind wir vom SA-EX daran die Schuldigen. Wie wir es schon vor vier Jahren waren. Okay, Wir nehmen dieses wie jedes Unrechts-Urteil in Kauf. Klar konnte das (wieder) nix werden, weil Deutschlands einzige Weltklasse-Fachkraft nicht vor Ort in Durban war - die Problematik war lange genug bekannt, aber niemand rührte sich. Sollten wir etwa mit 3,50 Euro nach Südafrika trampen? Hätten wir ja noch nix gefuttert unterwegs. Sollten wir etwa die armen Dunkelhäutigen beklauen, die selber schon hungern? Vermutlich sollten wir, denn anders ist die Lethargie der Funktionäre in dieser Angelegenheit nicht zu erklären. Wir besitzen noch so etwas Ähnliches wie Anstand, Madammen und Heerschaften! Ansonsten ist ja nur passiert, was von unserer Seite fachgerecht vorhergesagt wurde - die Spanier haben sich gesteigert, und das eben mal um 200 Prozent. Ist das auch unser Vergehen? Vermutlich! Wenigstens reicht es bei einigen Wenigen zu der Erkenntnis, dass die Iberer doch tatsächlich besser waren. Wie wahr - es hätte auch 0:4 ausgehen können. Da wird dann seitens der unterlegenen Akteure auch gleich die Fan-Party am Brandenburger Tor abgesagt. Feine Verlierer! Wir haben nicht vor der Glotze gesessen und gebetet: Hoffentlich erfüllt sich unsere rot-gelb-rote Prophezeiung. Gewiss nicht. Sondern nur das getan, was der Beste vom Journalisten-Fach nach allem Selbstverständnis zu tun hat - registrieren und analysieren. Und haben außerdem alle Provokationen der letzten Tage und Wochen tapfer und tapferst ausgebelendet; die schwarz-gelben "Freundschafts"-Armbänder diverser Akteure bei diversen Presse-Konferenzen ebenso wie das völlig untaugliche Ganzkörper-Schwarz der DFB-Recken als sogenanntes Auswärts-Trikot. Das passt zu Deutschland wie Himbeer-Saft auf Schweine-Speck, ist Lahm & Co. aber vermutlich vom dem konservativen Lager ausgesprechen nahen Sponsor mit dem vermauschelten Dreizack auf der Motorhaube aufgezwungen worden. Wir haben das Alles erduldet, selbst noch die Kanzlerin im Viertelfinale, die doch im Finale gebraucht worden wäre. Nein, die war nicht wegen dem Fußball da unten: Sie hatte ein letztes Mal abzulenken von der nächsten Grausamkeit der schwarz-gelben Regierung, dem Gesundheits-Tohuwabohu inklusive schmerzhaft höherer Beiträge. Wie hatte die Westerwelle doch vor Monaten getönt: Arbeit muss sich lohnen? Die Tränen werden mehr beim Blick ins Portemonnaie - das ist das Einzige, was diese christlich-liberale Moschkote geschafft hat. Und schön die WM ausnutzen, weil da der Mob herrlich benebelt ist. Man sollte es denen verbieten, bei fußballerischen Großereignissen im Parlament zu tagen! Wir haben die Last dieser traumatisierenden Nebeneffekte auf uns geladen, ohne zu motzen. Denn die rein sportliche Leistung war super, sie war in Ordnung. Die Kunst des Ausblendens, die wir schon im kommunistischen Unrechts-Staat bis zur Perfektion gelernt haben (deshalb sind wir ja so auserlesen; kein jüngerer Journalist kann in die entfernteste Nähe unserer Klasse kommen, weil ihm/ihr die Erfahrung eines verbrecherischen Regimes fehlt). Es hat nicht geholfen. Oder hatte vielleicht irgendwer geglaubt, wir würden unsere Meinung zum nächsten Event hier vor der sächsischen Haustür ändern? Nicht die Welt-Titelkämpfe der U 20-Juniorinnen (und hernach das Championat der Frauen) ist schändlich, aber die Vergabe von Spielen in ein Stadion, dessen eigentlicher Verein noch immer ungestraft Reklame für das Ministerium der Staats-Sicherheit eines Erich Mielke machen darf, wohl doch. Das Dynamo-"D" auf Wein-rotem Untergrund hat aus politischen Blickwinkel die Haar-genau gleiche Bedeutung wie ein Hakenkreuz - an dieser Einschätzung wird sich nichts ändern! Da ist unser Chef ganz Clint Eastwood, unerschrocken Erbarmungs-los! Vermutlich sind die Deutschen deshalb aus dem Turnier geflogen. Dann freilich wäre der Freddy so unschuldig wie sonst nur ein leise säuselnder Wind in der sommerlichen Abend-Sonne ...
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POLIT-GLOSSE: Vom Rauch, den es zu regulieren gilt ...
(08/07/10) Eines muss man den "Leserhöslern" im fernen Freistaat Bayern lassen: Ihre politische Kreativität kennt keine Grenzen. Das war schon zu Zeiten eines Franz Josef Strauß so - das ist heutzutage nur unwesentlich anders. Seit 2007 schwappte eine Welle von Gesetzes-Vorlagen zum Thema Nichtraucher-Schutz durchs bundesdeutsche Germanien, und sofort übernahm das CSU-Country eine gewisse Vorreiter-Rolle, legte die relativ freien Vorgaben besonders radikal aus; seit dem 1. Jänner anno 2008 galt ein "No" zu Vitamin N (wie Nikotin) in allen öffentlichen Gebäuden, Behörden, Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, Hochschulen, Krankenhäusern, Alten- oder Pflege-Heimen und Flughäfen, obendrein ohne jede Einschränkung in sämtlichen bajowarischen Spielbanken sowie in der gesamten Gastronomie. Das hatte gesessen. Nur eben nicht lange: 20 Monate später (August '09) wurde das gesamte Tabu-Konstrukt so gut wie aufgehoben. Angeblich wegen eines Urteils des Bundesverfassungs-Gerichts, das sich mit Beschwerden der Hotel- und Gaststätten-Lobby zu plagen hatte. Aber wirklich nur angeblich - den wahren Grund schildert uns das Internet-Portal BAYERN-MAGAZIN recht plastisch: "Die Kommunal-Wahl 2008 in Bayern hat der CSU in den größten Städten eine schwere Niederlage eingebracht. Anstelle der erwarteten Stimmen-Gewinne gab es für die CSU dramatische Verluste, insbesondere in der Landeshauptstadt München, in Nürnberg, Regensburg und Würzburg. Die Schlappe der CSU bei der Kommunal-Wahl zeigte Wirkung. Die CSU überlegte, das Nichtraucher-Schutz-Gesetz und das totale Rauch-Verbot in Bayern zu lockern. Partei-Chef Huber schloss Änderungen nicht mehr aus. Ausnahmen für Bier-Zelte und kleine Kneipen wurden beschlossen. In der CSU-Vorstands-Sitzung wurde das strenge bayerische Rauch-Verbot zu den Hauptursachen der Einbußen bei der Kommunal-Wahl gezählt. Die Münchner 'Wiesn'-Wirte begrüßten die Gesprächs-Bereitschaft der CSU ..." Da lachst du Bohrlöcher in die Isar, wenn der graue Dunst neuerdings dem Posten-Schacher dient. Die Posse fand bekanntlich am vergangenen Weekend ihre Fortsetzung, weil die Verächter von MARLBORO bis F6 im Verbund mit Ärzten und der CSU/FDP-Moschkote oppositionell gegenüberstehenden Kräften die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) mobilisieren konnten, um ein Volksbegehren auf den Weg zu bringen. 9,3 Millionen Freistaatler waren stimmberechtigt, immerhin 2,5 Mio. machten davon Gebrauch ... und 61 Prozent stimmten für die erneute Verschärfung aller Lockerungen, die nunmehr per 1. August durchgesetzt werden muss. Da steppt selbst der längst ausgestopfte Braunbär Bruno, und wir Sachsen können nur voller Neid hinüberblicken. Hier, wo Alles in Staats-Diensten - vom Akten-Verwalter in Dresdner Ministerien bis zum Bautzner Amts-Richter - kriminell bis schwerkriminell ist, käme ein solcher Akt der Demokratie gar nicht erst in Frage. Erstens ist die Hürde für Volks-Begehren fast doppelt so hoch wie bei unseren Freunden in Alpen-Ländle, und Diskussionen über Gesetze der schwarz-gelben Unholde werden von eigens von Landesvater Stanislau eingerichteten Todes-Schwadronen im Keime erstickt, wie unsere Lebens-gefährlich lebenden Fotographen in einem Internierungs-Lager in Blócany unweit der Senfstadt feststellen konnten - siehe oben! (Der zum Zwecke des Ablassens von jeglichem Widerstand an einen Krabat-Marterpfahl gefesselte Delinquent hat übrigens eine Ladung Dynamit im Mund, keinen Vibrator!) Und was lehrt uns das? Bloß gut, dass die christdemokratischen Idioten untereinander so dermaßen verstritten sind und die Ost-West-Grenze noch erstklassig funktioniert, wodurch die Bayern eben nicht in die Möglichkeit versetzt werden, von den mafiosen Strukturen unter grün-weißem Himmel zu lernen. Darauf einen kräftigen Zug aus der Pulle mit der Aufschrift CHESTERFIELD!
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WM: Großartige "Urus" scheitern an biederen Holländern
(07/07/10) Hollands Auswahl steht im Endspiel der 19. Fußball-WM. Zu überzeugen vermochte "Oranje" jedoch auch in diesen 90 Minuten von Kapstadt nicht, und es bleibt eine nie zur Zufriedenheit zu klärende Frage, wie das Match ausgegangen wäre, hätte Uruguay nicht auf den verletzten Abwehr-Chef Diego Lugano Moreno sowie die gesperrten Luis Suárez Díaz und Jorge Fucile Perdomo verzichten müssen. Denn auch wenn diese von einigen deutschen TV-Moderatoren unklugerweise klein-geredete große Fußball-Nation aus dem Inneren Südamerikas durchaus personelle Reserven hat - ganz zu ersetzen waren die drei Top-Könner halt doch nicht. Verloren hatten die "Urus" schon früher, weil sie sich gegen Ghana mehr mühen mussten, als erwartet. Dies wiederum eine Konzession an die Kraft-aufwendige Spielweise der Mannschaft des Trainers Óscar W. Tabárez Silva - und an die völlig ungewohnte Fairness der Truppe, die beispielsweise gegen Mexiko zu erleben war, als eben kein Sicherheits-Gegammel vollführt, sondern forsch der Sieg gesucht (und gefunden) wurde. Auch im Angesicht der sich gestern abzeichnenden Niederlage gab es nicht den Anflug einer Rückkehr zum ehemaligen "Holzfäller-Image" - das allein schon verdient allerhöchsten Respekt! Neben der deutschen Nationalelf war diese "Celeste" der sympathische Gewinner dieses Championats, egal wie die Begegnung um Platz 3 ausgeht, die meistens eh nur als Austrudelei angesehen wird. Die Niederlande gewann den Umständen gemäß verdient, weil Arjen Robben einmal mehr den Unterschied ausmachte. Der Münchner hatte nur zwei vorzeigbare Aktionen; bei der ersten wurde er vom Halbzeit-Signal unterbrochen, die andere bereitete das vorentscheidende 2:1 Wesley Sneijders in der 70. Minute vor. Kurz zuvor war freilich ein Vorteil des vermeintlichen Außenseiters (wer erzählt denn sowas im Kontext eines WM-Halbfinals?) möglich, doch Álvaro Pereira Barragán suchte nach einem schweren Boulahrouz-Aussetzer den ewigen Ruhm des eigenen Tor-Erfolgs, anstatt den viel besser postierten Diego Forlán Corazo zu bedienen (51. min) - auch das wäre wohl das unvermeidliche Aus für unsere Nachbarn gewesen. Wie gesagt: Weder die DFB-Elf noch der amtierende Europameister müssen diese "Elftal" fürchten - ähnlich wie bei Engländern und Argentiniern gewann man als fachlicher Beobachter nie den Eindruck, dass sich Bert van Marwijks Crew in irgendeiner Form steigern könnte. Vor dem sonntäglichen "Käse-Snack" haben die Götter aber eben noch die Neu-Auflage des kontinentalen Endspiels von Wien 2008 gesetzt, und das wird eine andere "Kiste". Weil die Iberer ganz entschieden noch Luft nach oben haben, mit ihrem wahren Können haushielten und einen durch Knie-Beschwerden gehandicapten Fernando Torres Sanz durch das Turnier schleiften, ohne ihm und der "La Furia Roja" damit irgendeinen Gefallen zu tun - die Iberer wurden immer dann stärker, wenn Vicente del Bosque González ihn per Auswechslung "erlöste". Aber beide Trainer sind sich da sehr ähnlich: Wie Joachim Löw an Miroslav Klose oder Lukas Podolski hielt auch sein Gegenüber am Liverpooler fest; als "Schuldigen" für die Auftakt-Pleite gegen die Schweiz hatte er David Jiménez Silva ausgemacht, der fortan zugucken durfte. Die Deutschen müssen gewarnt sein, und sie sind es auch. Wir als die Erleseneren des Journalisten-Jobs hören und lesen zwischen den Zeilen, dass jenes Selbstverständnis der vergangenen Tage gewichen ist und auch gewichen sein muss - der Ausfall von Thomas Müller wiegt viel schwerer, als öffentlich zugegeben. Die grandiosen Vorstellungen in Achtel- wie Viertelfinale lebten fast ausschließlich von der bizarren Unbekümmertheit des Münchners, und davon, dass ihn die Kontrahenten einfach nicht erstgenommen, überhaupt nicht wahrgenommen haben. Spanien muss sich darüber keine Gedanken machen - wegen eines durch und durch unberechtigten gelben Kartons! Auch das die Niveaulosigkeit zahlreicher bundesdeutscher Medien-Vertreter: Gegen Serbien wurde über die Karten-Flut gewettert, wo es null Anlass zur Kritik gab (denn der Referee schützte die Knochen unserer Spieler!), und im Fall Müller kam nix dergleichen, obwohl dessen Handspiel sowas von unabsichtlich war wie sonst nur Braunes in Baby-Windeln! Löw muss sich mit dieser Situation arrangieren; leicht wird ihm das nicht fallen, trotz Piotr Trochowski, Toni Kroos oder Marko Marin in der Hinterhand. Festhalten heißt die Devise. Festhalten am Glauben an das eigene Können. Die Hauptaufgabe wird sein, eben nicht zuzulassen, dass sich die Südwest-Europäer steigern - nur das bewahrt den keineswegs unrealistischen Traum vom vierten Stern. Und immer auch an Clint Eastwood denken und dessen Zähigkeit vor Augen haben; die Kicker des Deutschen Fußball-Bundes hatten sich ja vor dem Turnier mit dem vom Hollywood-Star inszenierten Rugby-Streifen >>Invictus<< auf die Aufgaben eingestimmt. Sicher nicht sein bestes Werk, aber allein schon die Biographie dieser Legende - nochmals abgehandelt auf unserer LEINWAND-Seite (rechter Teaser) - müsste den Kickern in Schwarz und Weiß zusätzliche Flügel verleihen. Der inzwischen 80-Jährige wurde übrigens auch einmal bei einem Fußball-Match gesichtet. Keine Ahnung, was ihn im Oktober 2009 dazu bewog, den Ehren-Anstoß der Partie Olympique Lyon kontra FC Sochaux zu vollführen (er weilte natürlich aus cineastischem Anlass in Frankreich). Auf dem Repro-Foto oben hält er übrigens einen Regenschirm in der Hand, keine "Winchester". Also, wertes DFB-Team: Nur Mut! Heute Abend geht es nicht um eine >>Handvoll Dollar<<, sondern um den siebten Auftritt bei einem "showdown" um die jenseits von Olympia bedeutendste Sport-Krone dieses Planten. Das klappt schon irgendwie ...
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POLIT-GLOSSIERT: Zu Fagen von Petraeus und Sybillen
(06/07/10) Petraeus - das klingt römisch, ist es aber nicht. Petronius war ein naher buchstablicher Verwandter (nicht buchstäblich!). Den gab es öfters, am Erinnerlichsten als Titus Petronius (14-66 n. Ch.), ein schriftstellerisch veranlagter Politikus, verantwortlich wohl für die Köstlichkeit "Satyricon". Petraeusse lebten laut WIKIPEDIA auch, im deutschen Mittelalter sogar: Heinrich (1589-1620) ein Arzt, und Nicolaus (1569-1641) ein Theologe zu Ratzeburg im Schleswig-Holsteinischen. Den unkriegerischen Abartigkeiten der gehässigen Historie konnte Abhilfe geschaffen werden! Endlich - oder "végre", wie der Ungar sagt - haben wir einen Kriegs-Herren namens Petraeus. Iss'es nicht fein? Amerikaner ist er auch noch, denn auf diesem Planeten sind leider nur noch die Yankees für Kriege - von der Inszenierung bis zur Ausführung - zuständig. David Howell seine beiden Vornamen, und quasi gewissermaßen "Vier-besternt"; der Typ legt also den deutschen Weltmeister-Traum auf seine eigene listige Art und Weise aus. (Wieso er aber, da er doch zwei Schultern haben müsste, nicht "Acht-Sterne-General" beschimpft, excuse me, geschimpft wird, verschließt sich unserem allmächtigen Wissen.) Seit letzten Freitag leitet der 57-Jährige die blutigen Aufbau-Hilfsangelegenheiten seiner Soldaten in Afghanistanien, aber nicht, weil er herausragende militärische Leistungen vorzuweisen hätte - sein Vorgänger Stanley A. McChrystal hatte sich in einem Beitrag der Musik-Zeitschrift (!) ROLLING STONE vom 22. Juni gehörig verformaliert. Gegenüber Barack Obama. Mag er gar nicht, der Präsident mit dem Darling-Touch, der längst den Radius einst Grenzen-losester Popularität verlassen hat und zur billigen Alltags-Marjonette von Amerikaniens Finanz-, Wirtschafts- und eben Kriegs-Lobby verkommen ist. Redet noch wer von Guantánamo? Die Öl-Pest kam dazwischen. Und am Hindukusch geht nix voran. Wie auch: Was der Sowjet-Russe nicht schaffte, sollte den Weicheiern aus Fort Knox, ach nein, aus West Point noch viel weniger gelingen. Aber nur keine Kritik. In dem ominösen Artikel übrigens - es lohnt das Studium - geht es allerhöchstens am Rande direkt um den ersten Schwarzen im "Friedens-taub-weißen" Haus; angeprangert werden ganz andere Misslichkeiten (siehe Anhang!). McChrystal galt ohnehin als Öffentlicheits-scheues Wesen, was bei seinem vorausgegangene Dienst als von 2003 bis 2008 amtierender Chef des für verdeckte Operationen zuständigen "Joint Special Operations Command" auch kaum verwundern mag. Petraeus nun soll nicht nur im Sinne der US-Administration agitieren, sondern generell für mehr Werbe-Wirksamkeit sorgen. Viele Alliierte (das meint so was Ähnliches wie Verbündete) hat Washington nämlich nicht mehr beim Bomben und Töten rings um Kabul. Kanzlerin Merkel vielleicht noch, aber deren internationale Reputation existiert eh nur noch in den Köpfen einiger weniger CDU-naher Journalisten. Wünschen wir dem Acht-Besternten (oder doch nur vier? hat er wirkich bloß eine Schulter?) gutes Gelingen. Vom Namensvetter Nicolaus Petraeus ist nichts wirklich Weltbewegendes überliefert. Nur eine Leichen-Predigt aus dem Lübeck des Jahres 1609. Auch wenn selbige einer unkriegerischen weil "vieltugendsamen Fr. Sibyllen" galt - irgendwie will der garstige Gedankensprung gar Abgrund-köstlich passen ... (Foto oben: Reproduktion)
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TENNIS: Königlicher Glanz und bundesdeutscher Teil-Erfolg
(04/07/10) Wenn die Queen in Wimbledon vorbeischaut, ist Alarm angesagt: Geschlagene 33 Jahre hatte Elizabeth II. nicht mehr das berühmte Tennis-Turnier in der Hauptstadt ihres Königreichs besucht. Warum sie so lange "pausierte", ist freilich nicht überliefert; zwar soll ihr Interesse dem Match zwischen Andy Murray und dem Finnen Jarkko Nieminen gegolten haben, doch gleichzeitig - das Ganze spielte sich schon in der vorherigen Woche ab - hielt das längste Duell aller Zeiten die Veranstalter in Atem: Auf Nebenplatz 18 lieferten sich der Amerikaner John Isner und Frankreichs Nicolas Mahut einen mehrtägigen Marathon, ehe der US-Boy nach 118 Spielen mit 3:2 (6:4/3:6/6:7/7:6 - 70:68) die Oberhand behielt. Was tut man(n) nicht Alles, um von einer Fußball-WM abzulenken, bei der die Engländer mal wieder Maß-los enttäuschten. Inzwischen sind die Sieger der 134. Championchips ermittelt; bei den Herren sicherte sich der Spanier Rafael Nadal Parera durch ein ungefährdetes 3:0 (6:3/7:5/6:4) über den überraschenden Final-Gegner TomᨠBerdych aus Tschechien die 1,22 Mio. Euro an Preis-Geld, und ähnlich klar dominierte Serena Williams aus den USA über ihre russische Kontrahentin Vera Zvonareva (2:0 aus 6:3 und 6:2). Die Deutschen spielten bei den Einzel-Wettbewerben den Erwartungen gemäß keine Rolle; am Weitesten kam noch der London-Debütant Daniel F. Brands aus Deggendorf, der bis ins Achtelfinale vordrang, wo aber gegen Berdych das Aus kam. Dennoch musste das bundesdeutsche Tennis nicht gänzlich darben, denn Philipp Petzschner drang mit seinem österreichischen Partner Jürgen Melzer ins Doppel-Endspiel der Herren ein, und beide Mitteleuropäer behielten dort gegen Robert Lindstedt (Schweden) und Horia Tecau aus Rumänien mit 3:0 (6:1/7:5/7:5) die Oberhand. Bemerkenswert verlief auch das Damen-Doppel, weil sich der berühmte "Sister Act" Williams & Williams bereits im Viertelfinale verabschiedete; gewonnen haben Vania King (USA) mit Partnerin Yaroslava Shvedova aus Kasachstan.
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FUSSBALL-WM: Deutschland dominiert das Turnier klar!
(04/07/10) Das Turnier von Südafrika - es wird als Turnier der "Begradigungen" in die Geschichte eingehen. Denn vom "Wembley-Tor" und seiner Lampard'schen Wiedergutmachung zu schwärmen, ist das Eine; dass auch Deutschland kontra Argentinien eine Vorgeschichte hatte, sei in der Stunde des Triumphes nicht unerwähnt, ohne den Millionen von Landsleuten die jederzeit berechtigte Freude über das grandiose 4:0 vom Samstag nehmen zu wollen (Foto links: Repro). Zäumen wir den Gaul von hinten auf: Das sogenannte "Fan-Orakel" des ZDF befragte unter der Woche seine Mitmacher, ob die argentinische Mannschaft 2010 stärker oder schwächer als jene von vor vier Jahren sei. Zur Abstimmung können nur Leute geschritten sein, die 2006 noch nicht geboren waren: 57 Prozent schätzten Maradonas Elf als besser ein. Nun sind Fans - weil's vom Wortstamm "fanatisch" kommt - meistens etwas Betriebs-blind. Dies allerdings in Bezug auf die eigenen Lieblinge; bei der Bewertung eines Gegners sollte wenigstens ein minimales Quantum an Sachverstand die Oberhand behalten. Tat es bei den 57 Prozent jedoch nicht. Jeder Kenner wusste und weiß, dass die "Albiceleste" beim Turnier in Deutschland die mit Abstand beste Mannschaft der gesamten Veranstaltung war; wir orakelten schon damals, dass es dem Verband AFA schwerfallen dürfte, jene Truppe um Regisseur Juan Riquelme irgendwann zu toppen. Die aktuelle Ausgabe war - das erwies sich bereits lange vor dem K.o.-Match gegen die "Löwlinge" als klar und offensichtlich - nur ein maradonesker Familien-Clan, aufgepeppt von einem indisponierten Lionel Messi und mit einer Abwehr, die keinem Landesligisten größere Angst einjagen könnte. Warum die "Gauchos" seinerzeit dennoch ausschieden? Nennen wir es in unserer höflichsten Ausdeutung eine Frage des germanischen Heim-Vorteils. Alle objektiven Sachverständigen konnten sehen, dass an jenem 30. Juni im "Olympia-Stadion" ein paar Kräfte von jenseits des Rasens wirkten. Allein schon die Auswechslung Riquelmes in der entscheidenden Phase des Clinches wirkte verstörend und wurde hernach mit dem Attribut des Überheblichen verklärt - eine solch arrogante Handlunsgweise hätte vielleicht Maradona in ähnlicher Situation an den Tag gelegt, aber niemals ein intellektueller Fußball-Weiser wie José Néstor Pekerman, der den aktuellen Rummel um die Weiß-Blauen und ihren Anführer sicher nicht ohne innere Schadenfreude aus seinem mexikanischen "Exil" heraus verfolgt haben dürfte. Um das klarzustellen: Wir reden nicht von Betrug etc. - das ginge schon deshalb nicht, weil einige Argentinier (auch Funktionäre) aktiv mitgewirkt haben am damaligen Ausgang. Aber rein sportlich waren uns die Südamerikaner vor vier Jahren überlegen, ohne Wenn und Aber. Und Maradona hätte ja bei Sepp Blatter intervenieren können: Ein Champion Italien war dem Welt-Verband FIFA 2006 schon deshalb sehr willkommen, weil die "Azzurri" ihrerseits in Südkorea zugunsten der Gastgeber böse beschissen worden waren (auch den Argentiniern wurde kurz vor Ende des Berliner Clinches ein Glas-klarer Elfmeter verwehrt). Das ist es, was wir neulich mit der Praxis der im früheren Hollywood üblichen "Nachreiche-OSCARs" meinten. Zum Glück haben wir die FIFA wegen all dieser Vorkommnisse unter strenge Beobachtung genommen, und alle Befürchtungen wurden buchstäblich vom Wind der guten Hoffnung verweht. Sportlich hatte unser Medium vor dem Anpfiff im "Kaapstad-stadion" nicht die leisesten Zweifel, dass diese Argentinier von 2010 keine halb-so-hohe Hürde wie damals darstellen würden. So kam es ja auch, obwohl wir natürlich von der Perfektion und der Höhe des Sieges gleichwohl überrascht waren. "Deutschland ist die dominierende Auswahl des Cups" titelte der GLOBO. Der erscheint in Brasilien - kann es ein gigantischeres Kompliment geben? Zu den Aspekten der beiden Halbfinals an anderer Stelle mehr. Jetzt sind erstmal die Dinge von "Wembley" und "Olympia-Stadion" geradegerückt, und das ist gut so.
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POLITIK: Wulff im Schafs-Pelz - "Präsi" ohne Perspektive!
(04/07/10) Nöö, großartige Abrisse von der Katastrophen-Wahl des neuen Herrschers über Schloss Bellevue - denn über mehr herrscht er ja bekanntlich nicht - können wir uns schenken; da lohnt doch ein kleiner Foto-Rückblick auf den Abgang von Horst Köhler viel mehr: Anheimelndes Fackel-"shining" und dazu Stahlhelme wie aus dem Geschichts-Lehrbuch ... so stellt sich der Deutsche von 2010 Deutschland vermutlich nicht vor. Aber das soll jetzt um Gottes willen keine Militarismus-Reklame werden - wir können ja nix dafür, dass die Bräuche im präsidialen Berlin so sind, wie sie eben sind (Foto: Repro). Und damit der noch immer CDU-zugedröhnte Sachse uns endlich auch einmal glaubt, dass diese Partei das momentan Letzte ist, was es hierzulande gibt, zitieren wir gerne aus einem Klasse-Artikel einer uns (nur leicht) übergeordneten Wochen-Zeitung, die Christian Wulffs Amts-Einführung mit einer derart gewaltigen Backpfeife versah, dass der Ex-Niedersachse eigentlich gleich wieder an seinem Rücktritt feilen müsste, anstatt - was für ein übler Auswuchs von Dekadenz! - nur Stunden nach seiner Inthronisierung eine Sommer-Party zu geben. Das wächst dir als normal-sterblicher Germane nun langsam wirklich der Schwanz nach hinten! Die Kollegen der ZEIT kamen Mittwoch unter der schon köstlichen Überschrift "Schafe im Wolfs-Pelz" zu folgenden Schlüssen: "Seit Christian Wulff Angela Merkel die Zusage gab, als Bundes-Präsident zu kandidieren, ist klar: Die CDU ist dabei, eine ganze Generation zu verlieren. Keine zwei Wochen vor Wulff hat Roland Koch seinen Abgang aus der aktiven Politik angekündigt. Günther Oettinger ist bereits seit ein paar Monaten als EU-Kommissar in Brüssel untergekommen, während Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust in immer kürzeren Abständen Amts-Müdigkeit andeutet. (...) Jürgen Rüttgers, der abgewählte nordrhein-westfälische Ministerpräsident, ist mit 59 Jahren etwas älter als die anderen und hat auch politisch nie zu dieser Generation gehört. Und doch vervollständigt seine Ankündigung, sich aus allen Ämtern zurückzuziehen, den Eindruck, in der CDU verabschiede sich gerade eine Alters-Kohorte, deren prominenteste Vertreter noch vor wenigen Monaten zum Kernbestand der Partei-Führung zählten. Anfang, Mitte 50 ist in der CDU offenbar ein Alter, in dem man sich dringend nach anderen Aufgaben umsieht. (...) Auch nach Angela Merkels Einzug ins Kanzler-Amt, als die Frage der Nummer eins fürs Erste geklärt war, normalisierte sich das Verhältnis zwischen der 'Generation Wulff' und der Vorsitzenden nicht wirklich. Jedenfalls kam die Kanzlerin nicht auf die Idee, dem einen oder anderen ihrer deklassierten Konkurrenten eine neue Perspektive im Bund zu eröffnen. Der Karriere-Weg nach Berlin blieb für diese Generation versperrt. Am Kabinetts-Tisch wollte die Kanzlerin einen wie Roland Koch nicht haben, auch wenn kaum jemand dem Hessen die Kompetenz für nahezu jedes Minister-Amt absprechen wollte (hier müssten wir mal kräftig intervenieren, aber egal/d. Red.). Erst hat sie ihnen standgehalten, dann ließ sie sie in ihren Ländern versauern. Nur für Christian Wulff hat Merkel eine luxuriöse Option eröffnet." Also wenn das keine erstklassigen Vorschuss-Lorbeeen für eine von A bis Z als misslungen zu erwartende Präsidentschaft sind ... Und wer, bitteschön, erklärt der Merkeln, dass sie übernächste Woche 56 wird und somit ebenfalls auf den Schrottplatz der Geschichte gehört?
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RADSPORT: Tony Martin wird zum Auftakt der "Tour" Zweiter
(04/07/10) Da hält uns die Fußball-WM im Atem und die deutsche Auswahl in ekstasischer Party-Laune, und da startet so ganz unauffällig die 97. Auflage des legendärsten Etappen-Rennens dieses Planten: 198 Fahrer gingen beim Prolog im holländischen Rotterdam an den Start, und der von Wetten Besessene macht sicher nichts Entscheidendes verkehrt, wenn er darauf setzt, dass am 25. des Monats auf dem Pariser Champs-Élysées keine 198 "Ritter der Pedale" den Zielstrich passieren werden. Die gegenüber 2009 um 180 Kilometer verlängerte "Schleife" (insgesamt 3641 km) führt nach einem Auftakt-Intermezzo in den Niederlanden und Belgien dann im Französischen ziemlich extrem entlang der Außengrenzen, also vom Nordosten der "Grande Nation" über die Alpen zum Mittelmeer bis zum Einzel-Zeitfahren in Bordeaux, das - weil der vorletzte Abschnitt - die endgültige Entscheidung bringen dürfte. Der gestrige Auftakt verlief schonmal recht Verheißungs-voll aus deutscher Sicht, denn COLUMBIA-Youngster Tony Martin bewältigte die 8,9 Kilometer in der Hafen-Metropole als Zweitschnellster, musste sich nur dem schweizerischen Zeitfahr-Ass Fabian Cancellara (TEAM SAXO BANK/Foto oben: Repro) um zehn Sekunden geschlagen geben. Auch wenn die Erfolgs-Aussichten unserer 15 Teilnehmer sicher nicht ganz denen der Kicker im fernen Südafrika gleichen - eine Herausforderung der gehobeneren Art ist die berühmte "Tour" trotz aller Doping-Skandale der älteren und jüngeren Vergangenheit geblieben ... und das wird von uns entsprechend gewürdigt. Ergebnisse und Etappen gibt's direkt im Anhang, das komplette Peleton im SPORT (linker Teaser).
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FUSSBALL-WM: Ghanas Traum zerplatzt an Suárez-Hand !
(03/07/10) Der Moment, der einen ganzen Kontinent erst in Ekstase und hernach in Entsetzen stürzte: Ausgerechnet Torjäger Luis Alberto Suárez Díaz (links/Foto: Repro) verhinderte mit diesem Handspiel das sichere 2:1 für Ghana und damit das erste Vordringen einer schwarz-afrikanischen Mannschaft in ein WM-Halbfinale. Der "Uru" wurde den Regeln gemäß mit "Rot" bestraft, und Asamoah Gyan lief zum Strafstoß aller Strafstöße an, um die Latten-Oberkante zu "rasieren". Dem Entsetzen folgte der eigentliche Penalty-"showdown", bei dem sich die Südamerikaner doch noch in die Runde der letzten Vier zu retten vermochten ... das erste Mal seit 1970! Zugegeben: Eine oder gar zwei Klassen besser - wie von uns im Vorfeld angedeutet - waren die "Himmel-Blauen" keineswegs, aber so schlecht, wie sie unsere ARD-Experten machten, war die Begegnung beileibe nicht; der Clinch lebte vielmehr von extrem wechselnden Vorteilen. Eine halbe Stunde lang bestimmte der Weltmeister von 1930 und 1950 die Szenerie, bevor die Westafrikaner die Initiative an sich rissen und durch einen Weitschuss Ali Muntaris verdient in Führung gingen (45.+ 2 min). Doch die "Charrúas" schlugen dank eines Freistoß-Treffers Diego Forlán Corazos zurück (55. min) und eroberten später auch wieder die Kontrolle, ohne zu weiteren Groß-Chancen zu gelangen. Die Verlängerung gehörte dann nochmals der Crew des serbischen Coaches Milovan Rajevac, bis dann eben "Minute x" mit der historischen Möglichkeit kam, die ungenutzt verstrich; Washington Sebastián Abreu Gallo machte mit einem Schlitz-ohrigen Elfer der "Marke Panenka" den Halbfinal-Einzug Uruguays perfekt. Dort kommt es zum Duell mit den Holländern, die am Nachmittag leicht überraschend, indes ebenfalls nicht unverdient den 5-fachen Weltmeister Brasilien eliminierten. Die Auswahl des Ex-Stuttgarters Carlos C. Bledorn "Dunga" Verri war zwar zeitig in Führung gegangen (Róbson "Robinho" de Souza/10. min), versäumte jedoch einen Ausbau des Vorsprungs und geriet durch ein Eigentor von Felipe Melo de Carvalho (53. min) aus heiterstem südafrikanischen Himmel auf die Verlierer-Straße. Der Mittelfeld-Akteur von Juventus Turin wurde ohnehin zur tragischen Figur von Port Elizabeth: Nach der tollen Vorlage zur Führung und dem Köpfer in die eigenen Maschen sah er auch noch "Rot", weil er Bayern-Star Arjen Robben übel getreten hatte (73. min). Da lag die "Selecăo" schon mit 1:2 hinten, denn der eher kleine Wesley B. Sneijder hatte einen Eckball per Kopf verwerten können (68. min). In Unterzahl und scheinbar auch nicht in moralisch allerbester Verfassung konnte der Titel-Anwärter von der Copacabana nicht mehr gegensteuern und sieht sich vier Jahre vor dem Championat im eigenen Land einer recht ungemütlichen Heimat-Rückkehr gegenüber. Die Gegenwart der Deutschen bleibt hoffentlich angenehmer, wenn heute um 16 Uhr der Klassiker gegen Argentinien auf dem Programm steht (live im ZDF). Unschöne Aussichten für die Fans von "public viewing" - es werden für Mitteleuropa sowohl Rekord-Hitzewerte als auch heftige Nachmittags-Gewitter erwartet. Das wird die völlig zu Recht begeisterten Massen freilich kaum abhalten ...
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POLITIK: Ein "Gipfel" wie jeder andere: Null Ergebnisse!
(02/07/10) Wer ist das? Ein neuer Jesus, umgeben von einer "Centuria" der römischen Legion? Oder hat das Oberammergauer Passions-Spiel zur gleichen kreuzigenden Thematik neuerdings Nachäffer weit jenseits des Atlantiks gefunden? Scheint so, ist aber nicht so. Der dem Messias ähnliche Typ ist "nur" ein Protestler, wie es sie zu Tausenden beim jüngsten G 20-Gipfel in Toronto gab, und also sind das im Vordergrund keine Römer, sondern Prügel-wütige kanadische "Bullen". Alle Jahre das gleiche Sinn-entleerte Spektakel: Sicherheits-Kosten in Schwindel-erregender Höhe - politische Ergebnisse gleich null! Geplant war eine einheitliche Haltung in Bezug auf Banken-Abgaben und zu beseteuernde Finanz-Transaktionen, doch weil international geblockt wurde, reisten Barack O. und Angela M. ab, wie sie gekommen waren - mit leeren Händen. Nur die "Centurion" von heute hatten hinterher Anlass zu Party-Laune. Denn wie es im fernen Ahorn-Ländle zuging, beschrieb ein Kollege der WELT folgendermaßen: "Rund um die Hotels der Delegationen und das Tagungs-Zentrum hat die Regierung für den G-8/G-20-Gipfel eine Mauer aus Stahlmatten-Zaun in Beton-Sockeln errichtet, zwei Meter fünfzig hoch. Wer dort hinein will, muss drei Tore passieren. Die Kontroll-Stellen sehen aus wie einst der 'Checkpoint Charlie' in Berlin. Am Zaun hängt eine Schautafel mit Farben und Code-Mustern der Passierscheine; Spezialisten für Bomben-Entschärfung stehen bereit. In der Ferne sieht man ein Meer aus blauen und roten Blinklichtern." Und zum thematischen "Innenleben" notierte der selbe Autor: "Ein Anliegen von Bundeskanzlerin Angela Merkel war es, beide Foren miteinander zu vernetzen. Ein weiteres Anliegen war es, herauszufinden, ob es in der G 20 jetzt schon die Chance für eine Welt-weite Finanzmarkt-Steuer gibt. Die Antwort: Diese Chance gibt es nicht." Wen wundert's ...
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WM 2010: Macht's noch einmal wie Sonntag, Sam(i) & Co.!
(02/07/10) Die beste Einstimmung auf die WM-Viertelfinals sind wohl kaum Presse-Konferenzen mit schier endlosen Erinnerungs-, Komplimente- und Antikomplimente-Orgien, wie sie seit "Urlaubs-Ende" der Nationalmannschaft am Mittwoch jeden Mittag dargeboten werden; Diego Maradona war da einen Tick weit pfiffiger, als er kurz nach dem Schmuck-losen Weiterkommen gegen Mexiko seiner südamerikanischen Reporter-Meute zuraunte, sie sollen gefälligst "über die Deutschen schreiben, was sie wollen!" Die süffigste Motivation für den heißesten Tango-Walzer des Jahres sind die Blicke zu unseren gedemütigten britischen "Freunden", wie sie vor (im Anhang) und nach dem 1:4 mit Match und Niederlage umgegangen sind. So verbrannten doch die versoffenen Pub-Brüder am späten Sonntag tatsächlich eine deutsche Fahne (Foto oben: Repro), und am Leicester Square im Londoner West End wurde - vor den Augen der Presse - ein Fan der DFB-Elf ertappt und vermöbelt. Naja, Letzteres schien dann doch nicht ganz so wild abgelaufen zu sein; der Berichterstatter eines Boulevard-Blattes schrieb lediglich von einen in den Rücken gerammten Ellbogen - sind eben auch nicht mehr die Hooligans, die sie mal waren. Glück für den Germanen, der da die europäische Integration etwas zu optimistisch auslegte - wenn wir am Samstag die "Gauchos" schlagen, würde sich der Freddy klugerweise auch nicht auf die Avenida Alvear zu Buenes Aires begeben, um schwarz-rot-güldene Lieder anzustimmen. Da gäb's dann vermutlich Machete statt Pastete ... Bevor es soweit ist, kreuzen heute Brasilianer und Holländer die Klingen: Ein Viertelfinale mit ungewissem Ausgang.
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KOMMUNALES: Forst-Fest-Preise rauf und wieder runter
(02/07/10) Es ist zwar noch ein Weilchen hin, und dennoch sorgte das Kamenzer Forst-Fest 2010 schon jetzt für eine Posse der heftigeren Art: Waren doch die findigen Herrschaften des dazugehörigen Organisations-Komitees auf die fixe Idee gekommen, die Eintritts-Preise um einen Dollar, pardon, Euro nach oben zu korrigieren. Grund hierfür seien Verluste im 5-stelligen Segment anno 2009 gewesen. Nun gut, das mit der Anhebung würde Sinn machen, wenn sich der vorherige Obolus bei einem 1 ¤ oder 2 ¤ bewegt hätte. Tat er aber nicht; das Betreten des dem Fest dienenden Geländes war - ohne Ermäßigung - nicht unter 3,50 ¤ (und mehr) möglich. Wenn sich die Preis-Spirale in diesen Dimensionen weiterdrehen würde, wären Blasmusik und gute Laune in der "grünen Lunge" von Lessings Städtele irgendwann nur noch zum AC/DC-Marktwert zu erheischen. Dachten sich wohl auch die Stadträte - und korrigierten den Beschluss des Komitess schleunigst, indem sie ihn rückgängig machten. Ein löblicher Entscheid, auch wenn verwundernswerterweise festgestellt werden muss, dass einige der Kommunalpolitiker auch in dem anderen Gremium saßen, welches also die härtere finanzielle Gangart beschwor. (Doppelagenten nannte man sowas früher!) Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Metropole zu Füßen des Hutbergs im nächsten Semester auf eine klarere Linie verständigt, wenn anlässlich des "Tages der Sachsen" zumeist kriminelle Lobby-Verbände am Zählen und Verzehren der lukrativen Einnahmen mittun ... (Foto oben: SACHSEN-EXPRESS/F.H.)
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WM-GLOSSE: "This is the end ..." - oder doch noch nicht?
(30/06/10) Ein stickiges Zimmer, ein US-Soldat auf einem Bett, ein sich drehender und dadurch etwas Frischluft erzeugender Propeller an der Decke, dazu Musik von den Doors: "This is the end ..." Berühmt der Film, berühmt sein Beginn - Francis Ford Coppolas düsteres Vietnam-Epos >>Apocalypse Now<< (1979) fängt so an. Was die Wenigsten wissen: Dem Kriegs-Drama liegt ein Roman zugrunde, der überhaupt nichts mit Fernost zu tun hatte; Joseph Conrads schon 1899 erschienenes "Heart of Darkness" handelte im Kongo ... mitten in Afrika. Soweit das Vorspiel. Gut möglich, dass sich viele deutsche Nationalspieler und Funktionäre zu nächtlicher Stunde an Captain Willard alias Martin Sheen (der auf dem Bett liegende Ami) erinnern, und an den Doors-Text. Was ist geschehen? Die Merkel hat sich angekündigt für das Viertelfinale der Weltmeisterschaft - eine sportliche, menschliche und politische Katastrophe ungeahnten Ausmaßes. Nicht genug, dass nach der grandiosen Gala gegen England jetzt die bissigen Argentinier warten, die besseren Fußball bieten als die Insulaner. Nicht genug, dass sich dieser Lionel Messi all sein Können und all seine Tore (bisher null) gerade für den deutschen Erzfeind aufgehoben haben könnte. Nicht genug, dass Diego Armando Maradona in doppelter Rache-Funktion an der Seitenaus-Linie unterwegs sein wird: Vergeltung für die Tränen vom verlorenen WM-Finale 1990, und Vendetta für die Schmach vom Elfmeter-(Spickzettel)-Aus von vor vier Jahren - er damals "nur" Tourist. Nicht genug, dass - sollte Sepp Blatter am Ergebnis "drehen" - der FIFA-Boss seine Gunst diesmal der "Albiceleste" schenkt, aus Gründen des "Nachreiche-OSCARs" (erläutern wir ein anderes Mal) schenken muss! All diesen Kalamitäten zum Trotz hat die DFB-Elf - das ZDF sucht einen schönen Spitznamen, wir haben ihn: "Die Hunnen" (we like it!) - hervorragende Chancen, ist sportlich bis zu diesem Zeitpunkt besser aufgestellt als der südamerikanische Rivale. Und da wagt es dieses weibliche Brimborium aus dem Kanzler-Amt, mitten in der schwersten Krise erneut Millionen an Steuern-Gelder zu verschwenden und nach Kapstadt zu düsen, um unseren gestressten Kickern den negativen Rest zu besorgen? Das ist doch wohl der Gipfel der Frechheit! Diese MeckPomm-Tussi, deren fußballerischer Sachverstand dem Gehirn zweier Ameisen gleicht, über die gerade eine Kudu-Herde getrampelt ist. Unfassbar! Sie, die bei ihren Jubel-Orgien anno 2006 samt sich aufbäumender Blazer (Foto oben: Repro) jeden Komiker-Star von Mario B. über Otto W. bis Helge S. in die Flucht schlug sowie Verka Serduchka aus dem Reich der ukrainischen Untoten auferstehen und ein Jahr später beim Eurovision Song Contest Grand Prix Platz 2 belegen ließ! Mutter aller Fußball-Schlachten: Das hat Joachim Löw nicht verdient! Denn wir wissen um die traurige Wahrheit hinter dem vernichtenden Trip - es ist die letzte, die allerletzte Möglichkeit, ihre zu schlichtweg nichts zu gebrauchende chaotische Regentschaft mit irgendeinem Hauch von Glanz zu retten. Merkel ist Physikerin und daher nicht ganz so dumm, um nicht exakt zu wissen, dass sie die mieseste Personalie ist, die jemals den Kanzler-Job unserer schönen Bundesrepublik ausübte. Bei ihrem WM-"Einsatz" 2006 war das noch anders; da konnte sie noch von ein paar fähigen SPD-Politikern an ihrer Koalitions-Seite profitieren, waren ihre Stadien-Besuche zwar zum Totfeixen, aber moralisch gerade so erträglich. Jetzt hat sie durchgängig Vollidioten der FDP in ihrer "Mannschaft", und das ist ihr und vermutlich unserer Auswahl Genickbrecher. "This is the end" eben. Kapstadt und nicht weiter. Wenn schon dem Untergang geweiht sein, dann den deutschen Fußball gleich mit in den Abgrund reißen, scheint ihre makabere Devise. Kein Staatsmann (hier eben Staatsfrau) reist zu einem Viertelfinale durch diese dahinsiechende Welt. Zum Endspiel - einverstanden. Aber das werden wir "dank" der CDU-Vorsitzenden kaum erleben. Denn, noch einmal: "Schweini" & Co. spielen am Samstag nunmehr gegen dreimal "M" (Messi, Maradona, Merkel) plus einmal "B" (wie Blatter). Eine Herkules-Aufgabe, die unglaublich schwer zu stemmen ist! Es ist machbar, aber nur mit einem sehr, sehr wohlwollenden Geist. Den suchte ARD's Claus Lufen neulich im Presse-Raum des deutschen WM-Quartiers (auch das noch: das Zweite überträgt ...), und musste doch wissen, dass er nur im westlausitzschen Bischheim in unserer SA-EX-Redaktion zu finden sein kann. Wir steuern die Dinge von hier aus und sind voller Optimismus. Trotz Merkel! Gewinnt Germanien, ist die WM-Krone greifbar und die nächste schwarz-gelbe Backpfeife getätigt. Im Falle einer Niederlage sollte die Kohl-Schülerin noch vor, allerspätestens jedoch auf dem Rückflug ihr Rücktritts-Gesuch verfassen. Sonst gibt's mehr Ärger nach der Landung als Tote an der Somme. Also, ihr Schwarz-Weißen: Schießt ihr mal beruhigt eure Tore gegen die "Gauchos" - wir kümmern uns um den politischen Rest! Die Propeller an den Hotel-Decken sollten im südafrikanischen Winter eh nicht in Gebrauch sein ...
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FERNSEHEN: Regie-Dauerbrenner Bodo Fürneisen wird 60!
(30/06/10) Für die Weihnachts-Gans Auguste, die in den Kochtopf musste, ist es zwar noch ein Stückchen weit Zeit, aber ... Trotz WM-Stress und sonstiger Feierabend-Aktivitäten vergessen wir in unregelmäßigen Abständen unsere Streifzüge durch die Geburtstage-Abteilung der Film-Datenbank IMDb keineswegs. Und was müssen wir für diesen 30. Juni entdecken: Regisseur Bodo Fürneisen wird 60 (Foto links: Repro)! Nun gut, der ist kein Hitchchock und kein Fassbinder, aber trotzdem des Erwähnens wert. Wegen >>Weihnachtsgans Auguste<< zum Beispiel. Die hat der "Ossi" 1988 in Szene gesetzt, gedreht in Babelsberg und für das DDR-Fernsehen. Da war der gebürtige Ostberliner schon ein Jahrzehnt lang "im Geschäft"; die Ausbildung zum Schriftsetzer hatte ihm nicht so recht zugesagt, und also nahm er nach abgeleistetem Grundwehrdienst ein Regie-Studium auf. Obwohl seine Abschluss-Arbeit - ein 43-minütiger Kurzfilm mit Erwin Geschonneck - für die Leinwand gedacht war, wird Fürneisen auf die TV-Schiene geleitet. Die produzierte damals längst nicht in dem Umfang von heute, aber sie produzierte. Wie etwa "Merkwürdiges Beispiel einer weiblichen Rache" (1987) mit Annekathrin Bürger. Oder "Scheusal", einem der letzten Werke der Adlershofer Mattscheiben-Macher, ausgestrahlt erst 1991. Fürneisen hat sich auch im vereinten Deutschland ausschließlich dem kleineren, allerdings - wegen der Probleme des hiesigen Kinos - mehr Publikum vereinnahmenden Medium gewidmet: Folgen für Serien-Dauerbrenner a lŕ "Polizeiruf 110", "Stubbe - Von Fall zu Fall", "Tatort" - zwischendurch der Problem-Streifen "Mein Mann, der Trinker" (2008), worüber ein Kritikus befand: "Bodo Fürneisens Inszenierung mutet auf befremdende Art altmodisch an, als wolle er den antiquierten Begriff 'Fernseh-Spiel' mit neuem Leben erfüllen. (...) Und so bleibt 'Mein Mann, der Trinker' bei allem Engagement der Beteiligten trotz aller Intensität zu sehr Kunst-Produkt und Fall-Studie, um wirklich zu berühren." Ansichts- und Geschmacks-Sache. Wenigstens blieb der Name seines "directors" im Fokus einer Öffentlichkeit, die mit Regisseuren kaum etwas anzufangen weiß. Märchen-Spezialist Fürneisen ("Rapunzel", 2009) ist nebenher als Professor für "Medien-spezifische Darstellung" an der Hochschule für Film und Fernsehen in Babelsberg unterwegs.
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WM-GLOSSE: Auf nach Cairo - um mit dem Chip zu treffen!
(30/06/10) Und wieder ist David Villa Sánchez vor Cristiano Ronaldo Aveiro (Foto: Repro); das Schlimme am letzten, inner-iberischen Achtelfinale war nicht die Tatsache, dass Villas Sieg-Treffer aus Abseits-Position erfolgte, sondern die grottige "Darbietung" des 94-Millionen-Euro-Portugiesen, die eher den Eindruck erweckte, er sei lumpige 94 Zloty wert! Diese Maß-lose Überbewertung eines Einzelnen sagt viel über das vom Fußball ausgehende (geistige) Elend der Schmarotzer in Hintergrund und Umfeld aus. Ansonsten war es die Runde der letzten 16 mit den meisten Fehl-Entscheidungen seit Erfindung der Kuckucks-Uhr. Aber vielleicht, so denken wir uns in der besten Redaktion Deutschlands, hat das schlitzige Schitzohr Sepp Blatter selbst das noch genau so und nicht anders gewollt, um neue Markt-wirtschaftliche Interessen durchzupeitschen; die Milliarden-Umsätze sind ja der FIFA noch nicht genug - es sollten spätestens 2018 etliche Billionen sein! Was wurde wegen der Peinlichkeiten der Referees nicht Alles diskutiert: Die Tore-Schiedsrichter, die sich in der vergangenen Europa League-Saison voll zum Volltrottel gemacht hatten (und die Lampards Tor unter Garantie ebenfalls nicht erkannt hätten!!!), wurden wieder thematisiert. Wird noch so weit kommen, dass mehr Unparteiische als Spieler auf dem Platz stehen. Noch absurder - aber aus Kapitalertrags-Gründen am Wahrscheinlichsten - ist der Chip im Ball. Wir lasen und staunten auf "www.rfid-im-blick.de" regelrechte Bauklötzer: "Mit der Goal Line Technology (GLT) hat das Unternehmen CAIROS TECHNOLOGIES bereits bei der FIFA-Club-WM 2007 in Japan ein System getestet, das mit Hilfe eines Sensors im Ball dem Schiedsrichter in Sekunden-Schnelle mitteilt, ob der Ball hinter der Linie war oder nicht. 'Unser System war in drei Stadien eingebaut und wurde bei sieben Spielen unter Wettkampf-Bedingungen getestet. Die Tests waren ein voller Erfolg. Das System kann innerhalb eines Tages in jedem Stadion der Welt installiert werden', berichtet Oliver Braun von CAIROS TECHNOLOGIES. Und so funktioniert das System: An der Begrenzung des Strafraums und hinter dem Tor sind 15 Zentimeter unter dem Rasen rund 0,3 Zentimeter dicke Kabel verlegt. Diese erzeugen, wenn Strom durchgeleitet wird, sehr schwache Magnetfelder. Im Ball enthalten ist ein 15 bis 20 Gramm schwerer Sensor, der die Magnetfelder misst, sobald er sich in deren Nähe befindet. 'In Tests wurde der Ball 2000mal hintereinander bei 140 Stunden-Kilometern gegen eine Wand gespielt ..." und so weiter. Schön und gut, nur eben: Wir leben in einer durch und durch durchkriminalisierten Kicker-Welt. Wenn also mitten im Runden jetzt ein steuerbares Technik-Element installiert wird, sind "Jabulanis" wilde Kurven alsbald Schnee von gestern - dann werden Tore definitiv ferngesteuert erzielt. Das ist doch wohl mal Fakt, Inge! Andererseits haben wir auch nicht des Rätsels ultimative Lösung; der tragfähigste Kompromiss wäre wohl das Veto-Recht nach Video-Analyse, wie eben beim American Football längst Usus. Einmal pro Mannschaft und Spiel - das sollte niemanden schaden. Aber auch dagegen regt sich allerorten Protest, und also wird entweder gar nichts passieren, oder die Fünfer-Kompanie der Pfeifenden rückt an, oder aber die Mafiosi behalten auch hier wieder die Oberhand und der Chip besorgt dann jene Treffer, für die der 94-Millionen-Cristiano aus dem Lande der Seefahrer einfach zu unfähig ist ...
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FAK: Vom Mut der Abweicher von Abweichlern der Abeichler!
(30/06/10) Interessieren tut es niemanden, wer heute zum Bundes-Präsidenten und Nachfolger des abgedankten Horst Köhler gekürt wird. Außer den Medien und die schwarz-gelbe Koalition, die sich im Falle eines kaum zu erwartenden Durchfalls von Unions-Kandidat Christian Wulff noch mehr zerstreiten würde, als sie bereits zerstritten ist. Ansonsten ist es der idiotischste Job aller Zeiten - ein Machthaber ohne Macht, fast wie eine Eiche ohne Eichel. Pardon. Die Merkel - die sich katastrophalerweise für das WM-Viertelfinale im South-Afrikanischen angekündigt hat (dazu später im Sport unter dem Titel "This is the End" mehr) - ist mit der "Abschiebung" Wulffs nach Schloss Bellevue wieder einen Widersacher los. Denn Wullf hat in diesem Katastrophen-Gebilde namens CDU allein schon von der Gesichts-Physiognomie her noch immer eine bessere Figur abgegeben als Schwerverbrecher-Face Koch oder der mit dem Kinderschänder-Syndrom ausgestattete Popofalla! Wer sich solche abartigen Gestalten in Spitzen-Funktionen hält, braucht keine Feinde mehr. Eigentlich. Die in Berlin erscheindende Tages-Zeitung NEUES DEUTSCHLAND schrieb Beachtliches zum "Präsi"-Kandidaten: "Tomorrow heißt ausnahmsweise einmal heute. An diesem Mittwoch könnte für Christian Wulff eine nunmehr 15 Jahre alte Prophezeiung Wirklichkeit werden. 1995 war es, als das Weltwirtschafts-Forum in Davos ihn zu einem der '100 global Leader for tomorrow' gekürt hatte. Zwischen den Vorschuss-Lorbeeren des Großkapitals und dem gewiss längst bereitstehenden Blumenstrauß in der Bundes-Versammlung lagen anstrengende Jahre für den CDU-Politiker aus Osnabrück. Eine quälend lange Zeit als Oppositions-Führer, eine offensichtlich ihm auch lang und länger werdende 7-jährige Ministerpräsidenten-Periode in Niedersachsen - die jetzt mit dem großen Sprung ins Berliner Schloss Bellevue getopt werden soll. Dazwischen nicht nur die Tippel-Tappel-Tour auf der Partei-Karriere-Leiter und so peinliche Auftritte wie bei der Begrüßung von Grand-Prix-Siegerin Lena Meyer-Landrut am Flughaften Hannover. Dazwischen gab es auch durchaus brenzlige Monate, da er im Rollkragen-Pullover die damalige CDU-Generalsekretärin und spätere Partei-Chefin wie Kanzlerin Angela Merkel nach der Kohlschen Schwarzgeld-Affäre durch die Niederungen der enttäuschten westdeutschen Partei-Basis geleitete." Wir zitieren das Blatt der LINKEN besonders gerne, weil der Artikel durchaus gelungen scheint, das Verhalten der Dunkelroten mit ihrer pomadigen Ablehnung Joachim Gaucks bei gleichzeitiger Aufstellung einer eigenen, total Chancen-losen Kandidatin a lá Lukrezia Jochimsen dafür umso bekloppter einherkommt. Vielleicht erklärt dem sonst so intelligenten Gregor Gysi mal irgendwer, dass man sich mit derolei Aktionismus zum Steigbügelhalter der immer unerträglicheren Christdemokrazis macht. Da könnten sich die Altkommunisten sogar noch ein Beispiel an den Rest-los beknackten Polit-Fetischisten der sächsischen FDP nehmen, die mehr Charakter zeigten, als sie über ihren stellvertretenden Vorsitzenden Tino Günther verkünden ließen: "Joachim Gauck ist ein liberaler Freiheits-Kämpfer! Und ich als liberaler Freiheits-Kämpfer aus Sachsen unterstütze einen liberalen Freiheits-Kämpfer!" Jawoll und 'Heil Dir!', Cäsar! Aber was macht der Kamenzer FDP-Unhold Deutschmann? Weicht ab von den Abweichlern und will für Wulff stimmen. Der als Lustmolch bekannte Bundestags-Abgeordnete aus Lessings Städtele wird doch nicht etwa sexuell umgesattelt haben und jetzt an der Westerwelle bestem Stück weicheiern? Muss man ja vermuten, denn seit wann stimmt in Deutschland ein Schwarzer für einen Gelben, quatsch, ein Gelber für einen Schwarzen? Aber egal - der Posten ist eh unattraktiver als jede vom Boris-Bübele besuchte Besen-Kammer Mitteleuropas ... (Foto oben: Reproduktion)
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FUSSBALL: England "weg-gemüllert" & "weg-gewembleyt"
(28/06/10) Oh, diese Müllers: Anno 1966, am 30. Juli damals, war der "Bomber der Nation" vornamens Gerd zwar schon geboren, aber zwecks seiner Jugend erst nach dem WM-Finale von Wembley ins Nationalteam berufen worden. Einer traf in diesem Endspiel in einer später für Müller typischen Manier aus der Drehung unter die Latte - ein Engländer namens Geoff Hurst. Nur war der runterspringende Ball nicht hinter der Linie, wurden die Seeler & Co. das Opfer eines offenbar noch immer von Stalingrad traumatisierten sowjet-aserbaidschanischen Linienrichters. Vier Jahre nach dem Dilemma stand Müllers Gerd dann im heißen Mexiko in den schwarz-weißen Reihen, wieder gegen die "Three Lions", wieder in der - allerdings viertelfinaligen - Verlängerung. Und rächte Hursts "Nicht-Tor" ein erstes Mal, denn ihm gelang das 3:2 zum Sieg. Ohne Latte. Da war an einen Thomas Müller noch nicht im Entferntesten zu denken; dessen Geburt datiert aus dem Jahr der deutschen Einheit. Da galt das "Wembley-Tor" gemeinhin als vergessen, wurde nur bei diversen Aufeinandertreffen beider Auswahl-Vertretungen beiläufig erwähnt. Inzwischen galt es ja als viel belustigender, gegen die Boys aus dem Mutter-Land des Fußballs ein Elfer-Schießen zu veranstalten. Seit gestern hat dieser Erdball sein neues "Wembley". Denn obwohl Thomas Müller, inzwischen als erst 20-Jähriger schon Champions League-Finalist und Stammkraft der jüngsten deutschen WM-Elf aller Zeiten, zwei Treffer zum 4:1 über Rooney und Konsorten beisteuerte (Foto oben vom vierten Treffer: Repro), spricht der ganze angelsächsische Sprachraum dieses Universums nur von Frank Lampards 2:2, dem Schieds- wie Linienrichter ihre kollektive Anerkennung verwehrten. "Wembley-Tor reloaded", schrieben schnelle Verbalkonstruktions-Tüftler. Keine Ahnung, wieso diese Begünstigung. Fakt aber ist, dass die Engländer eine halbe Stunde lang Grotten-schlecht agierten und verdient mit 0:2 hintenlagen. Und die Diskussionen über einen anderen Verlauf nach dem imaginären 2:2 sind absurd: Das Resultat wäre mit in die Halbzeit genommen worden, und hernach hätten die Insulaner genau das Gleiche getan, was ihnen auch so widerfuhr. Nämlich ohne den Funken einer Idee anzugreifen, bis die germanische Konter-Maschinerie diesen Unfug beendete. England wurde "weg-gemüllert". Ob mit oder ohne Lampard-Wembley-Bloemfontein-oder-was-auch-immer-Tor. Das ist mal Fakt. Ebenso, dass auch Mexiko im Abend-Clinch benachteiligt wurde, weil Argentiniens 1:0 durch Carlos Tévez klarstes Abseits war. Später gewannen die "Gauchos" noch souverän mit 3:1. Geschichte scheint sich speziell auf dem Fußball-Rasen gerne zu wiederholen: Auch vor vier Jahren im gleichen Achtelfinale von Leipzig wurden die Jungs aus Azteken-Ländle benachteiligt, weil ein klares "Rot"-Foul der Südamerikaner ungesühnt blieb. Dann trafen Deutschland und Argentinien in Berlin aufeinander - der Ausgang ist bekannt. Der Fußball-verrückte Teil von 80 Millionen "Hunnen" (we like it!) hätte ganz sicher nichts dagegen, wenn auch das diesmal wieder irgendwie klappt. Jetzt, da das mit dem berühmtesten Latten-Treffer aller Zeiten endlich zu den Akten der Gerechtigkeit quasi gewissermaßen "gebloemfonteint" wurde.
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HANDBALL: "Lessing-Cup" des HVH mit rückläufiger Tendenz
(28/06/10) Handball mitten in der Hoch-Zeit des Fußballs? Diverse Freiluft-Turniere machen es möglich, wie jenes des HV Haselbachtal/Kamenz im Bischheimer "Wiesengrund", das am zurückliegenden Wochenende seine 9. Auflage erlebte, zugleich aber seine am Schwächsten besetzte. Ein Grund mag darin zu suchen gewesen sein, dass der HSV Apolda sein Rasen-Turnier (dort schon das 18.) terminlich umdisponiert und so den Westlausitzern den einen oder anderen "Stammgast" abspenstig gemacht hat. Aber auch sonst droht dem "Lessing-Cup" allerlei Ungemach - der Zustand des einst umhegten Areals muss schlichtweg als katastrophal bezeichnet werden; seit die Haselbachtaler Kicker aus was für undurchsichtigen Gründen auch immer sämtliche Aktivitäten nach Reichenbach "ausgelagert" haben, scheint sich im benachbarten Orts-Teil absolut niemand mehr um die Sportstätte neben dem Freibad zu kümmern, und dementsprechend grässlich präsentierte sich der ebenso ungrüne wie holprige Untergrund. Dafür kann der veranstaltende Sachsenligist sicher weniger, aber auch insgesamt scheint das Flair der Anfangs-Jahre von Verein und Freiluft-Event mit zwischenzeitlich rund 40 teilnehmenden Teams (!) total verflogen, was natürlich einem völlig indiskutablen Vorstand anzukreiden ist. Der ließ unseren Reporter zwar diesmal gewähren, aber das hätten wir uns bei der ohnehin anstehenden "Abschieds-Tournee" gehörigst ausgebeten - wir haben früher schließlich mehr als genug für diese undankbaren Strolche getan. Trotz vieler Absagen gab es zumindest bei den Ladys einen Neuling, und der räumte in Gestalt der "Rödertal-Bienen" auch sofort den Pokal ab. Unser Schnappschuss zeigt eine offenbar überglückliche Nadine Rost bei der Sieger-Ehrung (Foto: SACHSEN-EXPRESS/F.H.). Beim starken Geschlecht dominierten die Gastgeber: Eine HVH-Jahrgangs-Auswahl bezwang im Endspiel "Peti's Buben" aus der Ursprungs-Kommune des jetzt von Kamenz vereinnahmten Fünftklässlers, also Gersdorf-Möhrsdorf. Gesichtet im weiten Rund wurde auch der neue Coach der Blau-Weißen; es ist mit Randolf Weylandt mal wieder ein Ex-Hoyerswerdaer, der aber als Geburts-Berliner schon an vielen anderen Lokalitäten des Landes wirkte.
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FUSSBALL-WM: Schlagt den "Roo" in die "Flu" (wenn ihr dürft)!
(27/06/10) Wie jetzt? Deutschlands Stars wie Miroslav Klose (Foto: Repro) auf - dem Howard Hawks-Klassiker >>Hatari!<< entlehnten - kuscheligen Kurs mit einem der "Three Lions"? SA-EX lässt doch sehr bitten! Vermöbelt Rooney & Co. heute Nachmittag dermaßen, dass sie es die nächsten 20 Jahren vorziehen werden, gegen Neukaledonien, Tuvalu und die Cook-Inseln anzutreten! (Die waren bei der WM-Quali auch dabei - Fidschi gewann übrigens auf Tuvalu im Stillen Ozean mit 16:0!) Doch um ganz ehrlich zu sein: Keine Ahnung, was der "master plan" der FIFA für den heutigen Clinch in Mangaung (oder eben Bloemfontein) vorgesehen hat. Denn dass der Welt-Verband massiv in das sogenannte Wettkampf-Geschehen eingreift, ist seit dem Championat von 2002 offensichtlich, als die Südkoreaner auf nachgeradezu skandalöse Art und Weise in das Halbfinale befördert wurden, mit absurdesten Schiedsrichter-Entscheidungen in den K.o.-Matches der Asiaten gegen Spanien und Italien. Die Geschichte scheint ihre traurige Fortsetzung zu nehmen, denn es ist nichts dagegen einzuwenden, dass der schwarze Kontinent sich und sein Mega-Event gebührend feiert - wenn das jedoch zu Lasten der sportlichen Fairness geht, darf bedenkliches Grausen angemeldet werden. Dem veranstaltenden Welt-Verband war es offenbar zu peinlich, die zu schwachen Gastgeber über die Vorrunde zu hieven; alle Experten hatten mit dem "Ersatz" Elfenbeinküste gerechnet, aber da muss wohl bei der Auslosung etwas schiefgelaufen sein. Also hat es jetzt Ghana zu richten. Die "Black Stars" wären eigentlich ebenfalls längst daheim, wenn Serbien gegen Australien nicht verloren hätte. Dass es dabei mit rechten Dingen zugegangen ist, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden. Gestern nun mussten die Amerikaner der Elf um Stürmer-Star Asamoah Gyan weichen - kein allzu großer Kollpas, auch wenn auffiel, dass die "Yankees" nach ihrem zwischenzeitlichen Ausgleich das Fußballspielen schnell wieder einstellten (Endstand 2:1 nach Verlängerung). Was aber jetzt? Ghana trifft auf Uruguay, und das vermittelt beim aktuellen Turnier jedem Fachmann den glaubwürdigen Eindruck, nicht nur eine, sondern gleich zwei Klassen besser als die Westafrikaner zu sein. Es sollte nach allen Erkenntnissen der jüngeren Vergangenheit trotzdem kaum verwundern, wenn die Auswahl des serbischen (!) Coaches Milovan Rajevac auch noch ins Halbfinale einzieht - auf welche Art und Weise auch immer! Eigentlich könnte uns Deutsche das völlig egal sein, so wir nur "Roo" in die "Flu" (wie Flucht) schlagen. Aber wenn Blatters Milliarden-Konsortium schon (wieder) in die Ergebnisse dieses Turniers eingreift: Wer garantiert uns schwarz-rot-güldenen Normalsterblichen, dass nicht auch der Sieger des germanisch-angelsächsischen Achtelfinals längst in Stein gemeißelt ist? Ehrlich gesagt: Niemand. Denn noch weniger wissen wir, wem die Gunst der FIFA in diesem Uralt-Klassiker für einen solch makaberen Fall gelten würde. Die Deutschen haben kräftig an den Stadien Südafrikas mitgebaut; vielleicht muss das als Markt-wirtschaftlicher "Anteil" genügen? ZDF's Katrin Müller-Hohenstein, leibhaftig nicht mit ihrer gelungensten WM, hielt neulich des Nachtens einen Zettel in die Kamera, worauf stand: "Wir fahren jetzt heim". Das war zwar ganz anders gemeint (denn es ging um die Anmerkungen von Co-Kommentator Oliver Kahn bezüglich des vom DFB vorgeschriebenen Tages-Ablaufs), muss aber in Anbetracht aller von uns genannten Umstände als schlechtes Omen gelten. Zum leicht beruhigenden Glück überträgt die ARD. Und wir wollen doch Erster werden, oder ...
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GLOSSIERT: Wer ist denn hier wohl der wahrlich Behinderte?
(27/06/10) Hinweis auf den Behinderten-Parkplatz vor dem Landrats-Amt Bautzen (Foto: SACHSEN-EXPRESS/F.H.). Wir hatten lange nichts mehr zum leidigen Thema der "FaGaunaWidus" geschrieben; musste auch nicht sein, denn den entsprechenden Sitzungen dieses absurden Gremiums verweigern wir in aller Konsequenz die Ehre unserer Anwesenheit. Damit ist natürlich auch garantiert, dass es keine vernünftige Berichterstattung zu den Belangen der Monster-Territorien gibt, da der schriftstellerisch-dichterische Gehalt in den Artikeln der örtlichen Gazette als eminent hoch einzustufen ist. Kein Journalist von Format würde diesen Heimat-schändlichen Horror mit nur einer Zeile tolerieren, es sei denn, er/sie steht in Diensten und (Bestechungs-)Sold der hiesigen CDU. Neulich allerdings kamen selbst die Unholde im senfstädtischen SäZ-Lauengraben nicht umhin, einen für Harig & Co. äußerst misslichen Umstand aufzudecken, und der Schmunzel-Pegel beim Lesen dieser Nachricht schnellte in abnorme Höhen: Da hatte es doch tatsächlich die Feststellung gegeben, dass etliche Bedienstete kreislicher Behörden arg zu viel verdienten, weil ihnen ihr Leiter-Gehalt aus den alten, damals noch funtionablen Landkreisen schlicht und ergreifend weitergezahlt wurde, obwohl es in dem neuen Konstrukt viel weniger Chef-Jobs gibt. Hallelujah! Begründet wurde ein (böser) Beschluss, dies zu ändern, sarkastischerweise mit dem "inneren Betriebs-Frieden"! Sowas macht auch besonders viel Sinn, da über-regional gerade die Einführung unterschiedlicher Tarif-Verträge in den Firmen des Landes vergesetzlicht wurde bzw. werden soll. Herrlich - diese absurden und sich immer wieder beißenden Parallel-Welten: Zum Einen werden Landkreise wie Kommunen nach monopolistischem Vorbild zur Expansion gezwungen, und andererseits gelten innerhalb des Beamten-Stadls ganz eigene, Anständigkeits-fremde Regularien! Der Herr im Himmel, so es ihn gibt, wird es mit entsprechendem "Wohlwollen" registrieren! Ganz zu schweigen davon, dass man dem für Finanzen zuständigen Dezernenten die Frage stellen müsste, wieso es erst jetzt zur Aufdeckung dieses Lapsuses kam - der Kreisgebiets-Faschismus der Milbradt/Tillich-Connection trat vor immerhin schon zwei Jahren in Kraft! Denkt einer der Übervorteilten jemals daran, das zuviel Gezahlte zurückzulöhnen? Doch wohl kaum. Der Verarschte - und indirekt zur Kasse Gebetene! - ist wieder einmal der Bürger zwischen Kubschütz und Stenz bei Königsbrück. Wir tun gut daran, dieser idiotischen Institution die kalte Schulter zu zeigen, bis in Berlin endlich ein Intellektueller an die Macht kommt, der solchen Gebiets-Kastrationen ein für allemal einen Riegel vorschiebt! Das Schild in der Senfstadt scheint nämlich nicht den Geh- und Seh-Behinderten zu gelten, sondern den Bonzen der sächsischen Union ...
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FUSSBALL: Große Übersicht zu den Kreisligen Sachsens
(27/06/10) Auch wenn es kurz den Anschein hatte: Wir sind dem lokalen Fußball selbstredend nicht untreu geworden, lassen die Dinge halt nur in aller Ruhe ausklingen. Natürlich fehlt noch die Übersicht zu allen Kreisligen des Freistaates Sachsens, wie man sie jetzt noch als solchige bezeichnen kann, bevor der CDU-faschistoide Kreisgebiets-Irrsinn auch in diese Sphäre hineinwirken wird, und das mit absoluter Sicherheit in negativer Hinsicht. Oben links eines der letzten Tore der Kreisliga Kamenz, erzielt vom Ottendorf-Okrillaner Stev Krause per Stil-gerechtem Kopfball beim 3:2 seines FV o5 bei Vize-Meister SV Haselbachtal (Foto: SACHSEN-EXPRESS/F.H.). Richtig spannend war es zum Halali nur in wenigen Gebieten; so ermittelte die Stadtliga Hoyerswerda ihrer Krösus in einem echten Endspiel zwischen Neustadt/Spree und dem FSV Lauta, mit einem schlussendlich überraschend klaren 5:2 für die Gastgeber. Ein wahres Foto-Finish erlebte auch Görlitz, wo am Ende der GFC Rauschwalde mit der Winzigkeit eines einzigen Törchens die Nase vor dem SSV Germania der Neißestadt hatte. Anbei sämtliche Tableaus unserer Heimat auf einem einzigen Blick; ob wir noch zu gesonderten Rückblicken auf die von uns beehrten Staffeln kommen, steht momentan leicht in den Sternen.
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POLITIK: G 8/G 20 in Kanada steigert Kosten ins Utopische
(26/06/10) Es ist unglaublich, aber dennoch wahr: Die Sicherheits- und sonstigen Vorkehrungen der Behörden im sogenannten "District Municipality" Muskoka, in welcher der G 8-Tagungsort Huntsville (also nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen in Texas) liegt, sowie in Toronto, wo nachfolgend eine Zusammenkunft der G 20 - "Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellen-Länder" - abgehalten wird, erreichte einen Kostenpunkt von 1 Milliarde Dollar! An dieser Summe hätten wohl selbst die berüchtigsten Feudalherren des Mittelalters ihre helle Freude gehabt, aber finanzielle Verschwendung scheint in den Tagen einer irgendwie noch nicht ausgestandenen Welt-weiten Krise sogar im liberalen Kanada kein negatives Thema zu sein. Denn die Dinge im Lande des Ahorn-Blattes grenzen wirklich an Absurdistan: So bekam Huntsville (also nicht jenes aus Sam Peckinpahs >>Getaway<<) eine 23 Millionen teure neue Eis-Halle, die vor ihrer sportlichen Bestimmung als Medien-Zentrum deklariert wurde. Nur eben: Die Angst der Großen dieses Planeten ist inzwischen so groß, dass sämtliche Journalisten nicht einmal mehr bis Huntsville (also nicht jenes für seine Giftspritzen-Exekutionen berüchtigte) vorgelassen wurden - die Kollegen mussten aus dem 250 Kilometer entfernten Toronto berichten ... mit einem künstlichen See im Hintergrund. Da winkst du als normal Denkender nur noch Kopf-schüttelnd ab. Und was berichtet der TORONTO STAR gerade: Proteste, Krawalle und Verhaftungen sind in vollstem Gange. Wie zu jedem Gipfel eben.
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Und also sprach
DAS DREHBUCH:
Yul Brynner: "Ich bin ein Verlorener."
Robert Fuller: "Rede doch keinen Unsinn, Chris. Jede gute Tat wird einmal belohnt."
(Aber wohl wirklich nur im Film - hier in Sach-
sen gibt's sowas nicht! Dialog aus >>Return of the Seven<< von Burt Kennedy; Szenen-Foto mit Fuller: sa-ex/TV.)
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