Sachsen-Express
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FUSSBALL: Endlich Live-Berichte aus erstklassiger Feder !

(08/02/10) Nanu: Obwohl in Köln am Rhein die "Jecken" los-sind, zieht Nationalmannschafts-Stürmer Lukas Podolski ein eher finsteres Gesicht (Foto: sa-ex/TV). Klar - die Zuschauer-Rolle an sich sollte "Prinz Poldi" kaum schmecken, aber dass seine Kollegen ohne ihn besser spielen als mit, grenzt an närrischer Majestäts-Beleidigung. Doch genau so verhält es sich momentan mit dem Geißbock-Club; das bekam auch der Hamburger SV zu spüren, der in einem der wenigen sehr guten Bundesliga-Matches der laufenden Saison beim 3:3 weitere Federn im Kampf um den Titel ließ. Dort oben strauchelte nun sogar Bayer o4 Leverkusen, das beim 1:1 in Bochum seinen Vorsprung einbüßte, und weil selbst Magaths FC Schalke o4 in Freiburg nicht über ein mageres 0:0 hinauskam, waren die Münchner Bayern (3:1-Sieg in Wolfsburg) die ganz großen Gewinner dieses 21. Spieltags. In Liga 3 holte Dresden drei Punkte gegen die "kleinen" Bayern und muss nun am Donnerstag zum Sachsen-Derby nach Aue, das in Jena mit 0:1 den Kürzeren zog - der MDR überträgt übrigens live aus dem "Erzgebirgs-Stadion". Live ist auch das richtige Stichwort, denn auch wir durften nach einem zu sehr verschneiten Januar am zurückliegenden Wochenende die "Produktion" wieder aufnehmen und sahen die Landesliga-Partie zwischen Einheit Kamenz und dem FC Eilenburg (2:2) sowie die vorgezogene Begegnung der Bezirksliga Dynamo III vs. Stahl Riesa (4:1). Das ist immerhin drei Wochen früher als 2009, aber dank der uncoolen Witterung immer noch mit einigen Härten verbunden sowohl gesundheitlicher als auch logistischer Natur; am jetzt anstehenden Weekend planen sämtliche Bezirks-Staffeln die Wiederaufnahme ihres Punktspiel-Betriebs, doch wie Solchiges bei erneut angekündigten Schneefällen ab Wochen-Mitte funktionieren soll, bleibt fragwürdig - die mit mehr Partien belastete BK-Staffel 1 "streikte" zuletzt komplett. Ein paar weitere Anmerkungen etwa zur Problematik der Beräumung von Kunstrasen-Plätzen findet der geneigte Leser demnächst im Rahmen unseres Landesliga-Reports aus Langburkersdorf.

Schweizer Amman triumphiert beim "Welt-Cup" in Sachsen

(04/02/10) Als "erste Liebes-Krise" umschrieb der Autor der FREIEN PRESSE den Fakt, dass "Ösie" Gregor Schlierenzauer bei seinem sechsten Start in Klingenthal seinen sechsten Sieg verpasste; für das Reißen der imposanten Serie im Vogtland zeichnete Simon Amman (Foto: Repro) verantwortlich, der mit Sprüngen von 133 und 134 Metern den Polen Adam Malysz (130,5/134 m) und eben jenen Schlierenzauer (129/129,5 m) auf die Plätze verwies. Dagegen konnten sich die Deutschen auch im 19. Springen des "Welt-Cups" nicht auf das Podium kämpfen; das gelang abgesehen vom Mannschafts-Wettbewerb ganz zu Saison-Beginn in Kuusamo überhaupt nur zweimal, obendrein durch die Außenseiter Pascal Bodmer (ebenfalls Kuusamo) sowie Andreas Wank, der unlängst in Sapporo für eine Faust-dicke Überraschung sorgte, als er hinter Thomas Morgenstern auf Rang 2 segelte. Im Südsächsischen schlugen sich gestern die "Verteranen" achtbarer: Michael Uhrmann wurde Neunter, Michael Neumayer landete als Zehnter, und Martin Schmitt positionierte sich auf 13 - das sind noch lange keine Top-Werte, aber halt andererseits deutliche Verbesserungen gegenüber der Rest-los verkorksten "Vier-Schanzen"-Tournee" vom Jahres-Wechsel. Vielleicht geht ja doch noch was bei Olympia in Vancouver. Den Freunden dieser mutigen Winter-Disziplin haben wir noch einmal sämtliche bisherigen Springen seit Neujahr ins Gedächtnis zurückgerufen - jetzt im SPORT.

KULTUR: Begegnung mit einem tollen Barden des Irish Folk

(02/02/10) Bevor wir uns wieder mit voller Wucht an die Aufarbeitung des Wochenend-Sports (vordergründig Handball) machen, wurden wir vom stets übel-launigen Chef zu einer kleinen "Finger-Übung" in Sachen Kunst und Kultur verdonnert. Dies war kein Problem, denn am Freitag gastierte in der "Kultur-Mühle" direkt vor der Redaktions-Haustür die musikalisch stets interessante Reprublik Irland in Gestalt des Folk-Interpreten Robert "Bob" Bales (Foto: SACHSEN-EXPRESS/F.H.). Das wie immer sehr eigenwillige Ergebnis unserer Rückbesinnungen kann jetzt auf der HEIMAT-Seite im linken Teaser begutachtet werden; wie schon anno 2009 gibt's dort zu Jahres-Beginn allerlei Zulauf, der mit ebensolcher Konstanz nachlassen wird. Oder diesmal zur Feier des "Endspurts" vielleicht auch nicht - abwarten und möglichst viel Irish Porter trinken!

TENNIS: Federer & Williams auch 2010 kaum zu bezwingen

(02/02/10) Der traurige Blick des Verlierers: Schottlands Andy Murray (Foto: Repro) stand im Finale der "Australian Open", dem alljährlich ersten großen Turnier der Tennis-Szene, hatte aber gegen Roger Federer aus der Schweiz nicht die Nerven, einen 0:2-Rückstand trotz eigenem 5:2-Vorteils im dritten Satz eventuell noch zu drehen; der spätere Sieger (6:3/6:4/7:6) gegenüber der NEUEN ZÜRCHER: "Im Tiebreak hätte ich nicht gedacht, dass ich ihn noch gewinnen würde. Ich war geschockt, als die Partie dann so schnell zu Ende war." Auch bei den Damen obsiegte mit Serena Williams die aktuelle Nummer 1 der Welt-Rangliste; die Amerikanerin wies Belgiens Justine Henin mit 2:1 (6:4/3:6/6:2) in die Schranken. Den Triumph im Herren-Doppel sicherten sich Bob Bryan/Mike Bryan aus den USA, während beim schönen Geschlecht zum wiederholten Male der Williams-"Sister Act" (Serena mit Venus) zur Aufführung kam. Die Deutschen hatten "Down Under" nichts mit den vorderen Platzierungen zu tun: Tommy Haas, Philipp Kohlschreiber und Florian Mayer schierten ebenso in Runde 3 und damit vor dem Achtelfinale wie Angelique Kerber als letzte weibliche Vertreterin - es sieht also auch im Jahr nach der Becker-Hochzeit nicht rosig um den "weißen Sport" in Germany aus.

NUR ZUM TEIL GLOSSIERT: Stadt-Büttel Lorenzo enttäuschte

(02/02/10) Ganz vom Westlausitz-Acker wollten wir uns nicht machen, ohne einer der - jedenfalls laut Mund-Propaganda - gefeiertsten Veranstaltungen von Kamenz unsere Aufwartung gemacht zu haben; doch der "karnevalistisch-politische Frühschoppen" des dortigen KKC geriet mit seiner 2010er-Ausgabe leider ein bisschen neben der Spur. Da gab es schon am Einlass einigen Zinnober, weil "die Presse schon da ist". Wie bitte? Die "Einmal-im-Vierteljahr-Gelegenheits-Dichterin" Ina F. kann doch wohl ebensowenig als "Presse" bezeichnet werden wie der trottelige weil CDU-hörige Lokalredakteur, der es sich samt weiblicher Begleitung auf der Galerie gemütlich gemacht hatte, obwohl ihm rein vom Niveau her nur ein Platz in einer Besen-Kammer zugestanden hätte. Aber der wahre Grund für das Brimborium wurde wenig später ersichtlich: Ministerpräsident Stanislau, ebenfalls "beweibt", gab dem Event die Ehre. Damit war nun wirklich nicht zu rechnen; den Vollzeit-Katholiken vermutet man/frau am Sonntag-Morgen doch wohl eher in der Panschwitzer Kloster-Kirche. Andererseits wissen die wenigen findigen Dresdner Polit-Journalisten (also eigentlich nur unser Chef), dass dies nicht zwingend nötig ist, denn "uns" Stanislau betet von Montag bis Freitag von früh bis zum Rauswurf durch das Reinigungs-Personal in seiner Amts-Stube der Sächsischen Staatskanzlei den sorbischen Koran. Politische Aktivitäten für Sachsen waren jedenfalls seit seiner von Vorgänger "Milzbrand" befehligten Inthronisierung bislang komplette Fehlanzeige. Nun gut: Die Anwesenheit seiner Kräutergarten-Durchlaucht schien Witz und Geist von Stadt-Büttel Lorenzo knallige Grenzen gesetzt zu haben. Nicht, dass Tillich keine "Spitzen" verabreicht bekam, aber die waren - und wir schwenken an dieser Stelle in berichterstatterischen Ernst um! - unterm Strich völlig Harm-los und erweckten eher den Eindruck, als habe es wie zu besten DDR-Zeiten eine derbe Vor-Zensur gegeben. Denn böse und gemein wurde Steffen Lorenz als der rhetorisch durchaus veranlagte Star des Juxes vor ausverkauftem Haus (!) nur in Bezug auf die parteilichen Feinde der Sachsen-Schwarzen; konkret meint dies den aktuellen Kamenzer Stadtrat. Nicht, dass selbiger von närrischem Spott ausgespart bleiben sollte, aber weder war das Verhältnis gewahrt, noch wurden diverse Scham-Grenzen eingehalten: Dem Wähler der Lessingstadt zu attestieren, er habe auf "Sekt verzichtet", weil er die schwarz-gelbe Moschkote im Rathaus in die Unterzahl gedrängt hat, ist eine sogar karnevalistisch unzulässige Beleidigung der wahren Realitäten! Auch die Macher des KKC müssen als Ortsansässige mitgekriegt haben, dass die Christdemokrazies abgewatscht wurden, weil sie im Zuge des horroresken Kreisgebiets-Faschismus des Freistaates kapitalsten Heimat-Verrat und obendrein übelsten Mandats-Missbrauch betrieben hatten; selbst die neu in das Gremium gewählten fünf kirchlich-undemokratischen Partisanen sind nach menschlichem Ermessen vier zuviel! Gerade in diesen Tagen des Faschings-Trubels nimmt die Liste der CDU-Verbrechen im (späten) Zusammenhang mit der Territorial-Kastrierung immer groteskere Formen an, doch dazu an anderer Stelle mehr. Es war in hohem Maße unanständig und inhaltlicher Absurditismus, diesen Fakt zu ignorieren und stattdessen auf der Vergangenheit jetziger Kommunalpolitiker des linken Flügels herumzureiten - Tillich selbst hat eine kommunistische Vergangenheit (und dann noch eine als Markt-wirtschaftlicher Pleite-Geier), denn sonst hätte er nicht im SED-betriebenen Rat des Kreises wirken dürfen! Wir sind aus diesem Blickwinkel bitter enttäuscht von Lorenzo und mussten das Beste am Frühschoppen wieder einmal selber tätigen: Zufall oder nicht, aber das MiPrä-Pärchen wurde genau unter dem Bildnis einer diebischen Elster platziert (Foto oben: SACHSEN-EXPRESS/F.H.). Das trifft die aktuelle Vorgehensweise der nur noch als kriminell einzustufenden Sachsen-CDU mit oder ohne "Narren-Faktor" viel, viel korrekter ...

HANDBALL: Franzosen bleiben vorerst das Maß aller Dinge

(02/02/10) Und am Ende jubelten doch wieder nur die Franzosen: Jérôme Fernandez reckt den soeben gewonnenen Pokal des Europa-Meisters in die Höhe (Foto: Repro); mit dem 25:21 über "Dauer-Rivale" Kroatien beerbten "Les Bleus" die Dänen und schafften mit den zuvor errungenen Triumphen auf Welt- und Olympia-Ebene ein Titel-Triple der ganz besonderen und so schnell nicht wieder zu toppenden Art. Schön anzusehen ist das Spiel der "Grande Nation" auch bei der Neu-Auflage des letztjährigen WM-Endspiels gewesen, aber danach fragt angesichts eines extrem "schlauchenden" Turniers hinterher niemand mehr; außerdem machte einmal mehr Torhüter Thierry Omeyer den kleinen wiewohl feinen Unterschied; der 33-Jährige vom THW Kiel raubte den zuletzt so treffsicheren Ivan Cupic sowie Domagoj Duvnjak den Nerv, und das war's dann schon. Ähnlich wie unlängst die Frauen hatten die Schützlinge des Trainers Claude Onesta zu Beginn der Veranstaltung ein wenig geblufft und mit einem 29:29-Remis gegen das trotzdem schon in der Vorrunde ausgeschiedene Ungarn die Konkurrenz getäuscht (oder es zumnidest versucht). In wenigen Tagen beginnt dann also wieder der Punktspiel-Alltag, während sich die niedrigen Ligen justament jetzt in die Pause anlässlich der Winter-Ferien begeben. Wir bleiben trotzdem unnachgiebig am Ball, haben auch vergangenes Wochenende vier Matches aus unterschiedlichen Ligen "beackert" - demnächst in den PARKETT NEWS.

GOSSIERT: Ein bisschen Londoner Spaß zum Thema Krieg!

(01/02/10) Na, war das nicht wieder eine erheiternde Woche in Bezug auf "Talibanien"? Denn mal ehrlich: Ernst kann man das Gesagte und inzwischen schon wieder Vergessene zum heiklen Kriegs-Thema am fernen Hindukusch nun wirklich nicht mehr nehmen. Da tagten also in London runde 70 Delegationen zu Afghanistan, und herausgekommen ist null-komma-nichts. Was nicht anders sein kann, denn schon >>tagestehmen<<-Moderatorin Caren Miosga verwies am Freitag auf die völlige Idiotie der Sichtweisen: "Als 'Beginn der Afghanisierung' sieht der britische Premier Brown die heutige Afghanstan-Konferenz in London - Kritiker vermuten eher eine Art Kapitulation." Was um Alles in der Welt soll es sonst sein als Letzteres? Diese Welt-Politiker sind ein Haufen erbärmlicher Feiglinge, die Meilen-weit an der Realität vorbeiregieren und das Blaue vom Himmel herunterschwindeln. 50 Prozent des zentral-asiatischen Landes sind in Taliban-Hand, FÜNFZIG Prozent! Das sind etwas mehr als 325000 km² - fast die Gesamtfläche Deutschlands! Und da beschließt der schwarz-gelbe Haufen von Berlin, der sich Regierung schimpft, eine Truppen-Aufstockung in Höhe von 850 Mann? Bei gleichzeitigem alsbaldigem Rückzugs-Beginn? Unser Verteidigungs-Minister Freiherr von Gel und zu Guttenberg muss sein Verständnis für militärische Operationen bei René Mariks blindem "Autschn"-Hamster erlernt haben. Mit 850 Mann kann man notfalls ein Kaff wie Bautzen einkesseln und aushungern, aber doch nicht die Weiten der "Sierra" Mazar-i-Sharif befrieden, oder? Afghanistan ist für den Westen nicht zu nehmen. Das zu erkennen, gelingt weder Freiherr von Gel und zu Guttenberg noch irgendeinem Pentagon-Strategen. Denn aller Hightech-Brimborium versagt, wo der Widerstand noch immer Heim-Vorteil hat. Herrlich der nächtliche ZDF-Report über einen afghanisch-britischen Journalisten, der Zugang zu Aufständischen in der Provinz Baglan hatte, Vorbereitung und Scheitern eines Anschlags auf Militär-Transporte filmen durfte. Die Unternehmung scheiterte, weil die Zündung per Handy nicht funktionierte. Zustände wie zu Robin Hoods Zeiten, nur dass der eben keine Handys kannte ... Aber nicht das war das wirklich "Zündende", sondern die Reporter-Frage, wer denn der bessere Krieger im Vergleich sei - Russe oder Amerikaner (der Befragte hatte auch schon gegen die an Ruhm so reiche Rote Armee bei deren Einmarsch in den Achtzigern gekämpft): "Die Russen. Aber sie wurden geschlagen, obwohl sie gut vorbereitet und sehr stark waren." Tja, dass der Amerikaner prinzipiell ein Mut-loser und letztlich untauglicher Krieger gilt, ist nicht erst seit dem II. Welt-Krieg hinlänglich bekannt. Mit Ziel- und Wahl-losen Bombardements gewinnt man keine Invasionen in Feindes-"Country"; das galt schon in Vietnam, und das gilt erst recht für die aktuelle Peinlichkeit. An einen echten Gegner wie zum Beispiel China wagt sich Washington nicht - es würde den armseligen GIs auch kaum bekommen. Und wie gesagt: Wir reden von den Amis, nicht von den Hobby-"Killern" aus den bayrischen, fränkischen oder ostfriesischen Urlaubs-Kasernen. Der Taliban auf dem Foto oben (sa-ex/TV) sagte trotzig in die Kamera: "Ich werde so lange meine Waffe tragen, wie die Amerikaner hier sind. Sie wird auf meiner Schulter bleiben, bis die Ungläubigen gegangen sind." Man möchte ihm zurufen: Halte durch! Denn von uns Deutschen würde man Gleiches verlangen, wenn plötzlich wieder wütende Mongolen kurz vor Struppen oder wüstende Schweden auf der anderen Seite von Steina stehen würden. Aber so ist das mit den Kriegen unserer Tage - alles nur Schwindel und Verachtung geltender Minimal-Normen. Gleich neben der Afghanistan-Konferenz wird Tony Blair vor einem Untersuchungs-Ausschuss irgendwelchen Dünnpfiff zurechtstoppeln, dass der Einmarsch im Irak notwendig war, selbst wenn Saddams Husseins wahre Durchschlags-Kraft nicht einmal für das winzige Kuweit reichte. Der Ex-Premier ist dabei auch noch zu feige, den Vätern gefallener Briten gegenüberzutreten. Und überhaupt: Untersuchungs-Ausschüsse? Stunden-langes dummes Gesapper und idiotischer Papier-Verbrauch für Nichts und wieder Nichts. Kein Mensch braucht diese Verschwendung. Aber wer braucht schon Kriege? Dennoch gibt es sie: Kriege und Konferenzen, Konferenzen und Kriege. Es war doch wieder eine sehr erheiternde Woche in Bezug auf Talibanien ...

FUSSBALL: Bayer bleibt vorn - Ägypten mit Titel-Hattrick

(01/02/10) Während sich die Bayern über ihren "Ich-bin ein alter-Mann"-Trainer ebenso freuen wie über Arjen Robben, droht im hohen Norden neuerliches Ungemach aus der Tulpen-Republik Niederhollande: Ruud van Nistelrooy (Foto: Repro) soll die Stürmer-Probleme des Hamburger SV beheben helfen. Ein Top-Star, der mit 95 Toren für Manchester United und weiteren 46 für Real Madrid in diversen Besten-Listen verewigt ist. Allerdings ist Rutgerus Johannes Martinus van Nistelrooj (so sein richtiger Name) mit 33 nicht mehr der Allerjüngste, könnten die großen Momente von "Van the Man" schon Geschichte sein. Was Hamburgs Hoffnungen ein wenig bestärkt: Es könnte für den 1,89 m-Hünen noch um eine WM-Fahrkarte nach Südafrika gehen. In der Bundesliga blieb Alles beim Alten; Leverkusens "Sonntags-Kicker" konnten der Attacke aus München ein weiteres Mal trotzen. Nur der zuletzt mehrmals siegende BVB aus Dortmund wurde in Stuttgart auf den Boden der Realität zurückgeholt, und Werder Bremen schlitterte mit dem 3:4-Crash von Mönchengladbach geradewegs in die erste Saison-Krise. In Luanda wurde der Titel eines Afrika-Champions erneut von Ägypten errungen; ohne großartig zu glänzen, überzeugten die "Pharaonen" mit einer hohen taktischen Disziplin und hatten in Gesalt von Mohamed Nagui "Gedo" Gado einen Ausnahme-"Joker" in ihren Reihen, der bei seinen fünf Einwechslungen in jedem Turnier-Spiel das Runde einmal ins Eckige beförderte - dies ganz sicher ein Rekord für die Ewigkeit! Auch gegen den deutschen Vorrunden-Gegner in Südafrika, der Auswahl Ghanas, lief lange nichts zusammen, ehe sich "Gedo" und Mohamed Zidan in der 85. Minute zum feinen Doppelpass fanden, den der Eingewechselte per gekonntem Schlenzschuss verwertete. Platz 3 des interessanten, jedoch vom Anschlag auf den Mannschafts-Bus Togos überschatteten Events ging an Nigeria. Wir vom SA-EX überlegen uns noch eine scharfe Protestnote an FIFA-Präsident Sepp Blatter, damit dieser seinen afrikanischen Kontinental-Kollegen Issa Hayatou maßregelt; es war schon ziemlicher Dünnpfiff, was dieser zum Terror-Akt generell zu sagen hatte ("... es war ja draußen im Dschungel"), aber Togos Nationalmannschaft auch noch für seine Tötungs-Opfer mit einem Ausschluss von den nächsten zwei CAF-Championats zu bestrafen, ist ja wohl der Gipfel an Unverfrorenheit!

HANDBALL-EM: Enttäuschender 10. Platz für DHB-Sieben

(30/01/10) Heiner Brand war diesmal richtig sauer: "Russe null" war als eine der letzten Angriffs-Varianten ausgegeben worden. Nicht gegen die Russen (die wurden fast parallel von den Österreichern vorgeführt!), sondern im letzten Hauptrunden-Match mit Tschechien. Half nur bedingt - der Angriff wurde zwar von Christoph Theuerkauf erfolgreich vom Kreis abgeschlossen, aber der brachte nur den 26:26-Ausgleich; der nochmalige Ball-Besitz konnte nicht mehr nach den Vorgaben des Handball-Lehrers abgeschlossen werden, sodass mit dem Remis und dem damit einhergehenden 10. Abschluss-Rang 10 die schlechteste Platzierung einer deutschen Auswahl zu Buche steht. Da gibt es eine Menge Nacharbeitungs-Bedarf, stimmte sehr Vieles nicht. Brand versprach zwar für die nächste WM eine andere und bessere Mannschaft, aber dazu braucht es erst einmal das entsprechende Spieler-Material. Zwar ist international Konkurrenz-fähiger Nachwuchs durchaus vorhanden, doch muss dieser in der Bundesliga zu oft hinter den ausländischen Stars anstehen, ehe zur gebotenen Wettkampf-Härte gelangt. Es bleibt abzuwarten, wie das in naher Zukunft bewältigt werden soll. Zu den wenigen positiven Erscheinungen muss ganz sicher Linksaußen Uwe Gensheimer gerechnet werden, der im Foto oben (Repro) auf das Gehäuse von Martin Galia wirft. Das Match um Platz 5 jedenfalls bestreiten Dänemark und Spanien, während sich in den beiden Halbfinals heute erst Frankreich und Island (14 Uhr) sowie danach Kroatien und Polen (16.30 Uhr) messen.

Einstürze: Es ist eben nicht nur der Mensch gebrechlich

(30/01/10) Anfang der Achtiziger gründete sich in (West-)Berlin die sogenannten Experimental-Band Einstürzende Neubauten. Die gibt es heute noch, allerdings auch das Phänomen der in sich zusammenfallenden Gebäude. In den letzten beiden Januar-Wochen des gerade begonnenen Jahres 2010 wurde die deutsche, europäische und selbstredend auch die Welt-Öffentlichkeit recht drastisch an die Zerbrechlichkeit von gemauerten Konstrukten sämtlicher Stile und Bau-Jahrgänge erinnert, und das gleich auf höchst unterschiedliche Art: Da stürzte im Zuge des schweren Erdbebens auf Haiti - die Zahl der Todesopfer wird inzwischen auf knapp 200000 beziffert! - sogar der Präsidenten-Palast in Port-au-Prince ein (Foto: Repro); ein besonders makabrer Hinweis darauf, dass der Mensch ein Nichts ist im Vergleich mit den Gewalten der Natur. Diese schmerzliche Erfahrung mussten dann am Montag dieser Woche auch die Bewohner eines Wohnhauses im bayrischen Stein an der Traun machen: Dort stürzte ein Felsbrocken von der Größe eines Busses herab und tötete zwei der vier Insassen. Und als dritte Variante neben Zerstörung von unten (Beben) und oben (Gestein) bot sich auch noch die Eplosion "von innen" an; in der Altstadt des belgischen Lüttich passierte Solchiges am Mittwoch, verbunden mit neun Opfern. Besonders unschön: Nach einer aktuellen Meldung des DE STANDAARD war das "Gebouw niet verzekerd" ("nicht versichert"). Na so ein Pech aber auch ... was sollen denn die 1,5 Millionen Haitianer ohne Obdach sagen?

AFRICA CUP 2010: Ägypten mit Chance zum Hattrick

(29/01/10) Die Algerier mit ihrem starken Verteidiger Nadir Belhadj (Foto links: Repro) hatten im Viertelfinale gegen den Top-Favoriten Elfenbeinküste strak aufgetrumpft und verdient gewonnen, doch gestern war bei der Neu-Auflage des Entscheidungs-Matches um die WM-Qualifikation deutlich Endstation - mit 0:4 kamen die "Les Fennecs" (dt. "Wüsten-Füchse") gegen Erzrivale Ägypten unter die Räder. Nicht ganz unschuldig daran war der stets "Karten-freudige" Referee Coffi Codjia aus Benin, der zumindest beim ersten Tor kein gutes Händchen bewiese - weder Elfmeter noch "Gelb-Rot" für Innenverteidiger Rafik Halliche hatten irgendeine Berechtigung. Prompt titelte ein algerisches Medium: "Les Verts victimes d'un arbitrage scandaleux". Nun, ganz so skandalös waren Codjias Entscheidungen des zweiten Abschnittes wiederum nicht; vielmehr verloren die im Rückstand liegenden Saâdane-Schützlinge völlig die Fassung und handelten sich noch zwei weitere Feld-Verweise zuzüglich dreier Gegentreffer ein. Man sollte das in Algier und Umgebung ruhig ein wenig gelassener sehen - schließlich fährt man in Bälde nach Südafrika, während die "Pharaonen" das Spektakel nur aus der Ferne begutachten können. Darüber sollte eigentlich auch die dritte Afrka-Meisterschaft in Folge schwer hinwegtrösten, die jetzt möglicher denn je erscheint: Final-Kontrahent Ghana gilt nicht als die ganz große "Nummer", schleppte sich gegen Nigeria nur mit viel Mager-Kost zum 1:0-Sieg, weil die drückend überlegenen "Super Eagles" einfach den Schlüssel zum Tor nicht fanden. Voreilige Schlüsse über die "Black Stars" als sehr leichten Vorrunden-Gegner der Deutschen bei der WM, wie sie der EUROSPORT-Kommentator vornahm, sind freilich fehl am Platze - in Afrika wechseln Form und Können einer Elf manchmal stündlich. Algerien war der Beweis: In der Runde der letzten Acht klasse, im Semifinale unterirdisch. Anbei die Statistiken.

HANDBALL: Oberliga-Derbys von den Gästen dominiert

(27/01/10) Nach dem mehr als enttäuschenden Auftritt der DHB-Auswahl gegen Spanien (20:25), in dem die Mini-Chance auf das Match um Platz 5 vertan wurde, können wir uns wieder getrost dem lokalen Geschehen widmen. Das hatte ja am vergangenen Wochenende zwei (früher einmal) brisante Derbys auf Oberliga-Ebene zu bieten, doch in Dresden kann der HSV momentan nicht die Güte des Vorjahres nachweisen und verlor ziemlich klar gegen Elbflorenz 2006 mit 20:28. Ähnlich deutlich wurde es in der Westlausitz mit seinen beiden Saison-Enttäuschungen HVH bzw. LHV - hier behielt Hoyerswerda mit 40:32 die Oberhand und schickte den HV Haselbachtal/Kamenz endgültig in die untere Tabellen-Hälfte. Dafür jubelt es in Radeberg weiter; die Rödertal-"Bienen" kannten auch mit Markranstädt keine Gnade und schossen Zahn-lahme "Piranhas" mit 40:22 ab. Unsere Reporter weilten übrigens bei keinem der "Klassiker", sondern besuchten u.a. die Verbandsliga West in Chemnitz. Das mag viel Irritationen auslösen, ist aber schon deshalb kein Thema, da wir uns sowieso auf "Abschieds-Tournee" befinden - da lag die Stippvisite bei den Rottluffern voll im Programm, auch wenn diese ebenfalls unter der Stärke der Gast-Mannschaften zu leiden hatten; oben wirft Michael Juknat von der Leipziger LVB-Zweiten auf das Gehäuse der unterlegenen Hausherren (Foto: SACHSEN-EXPRESS/F.H.). Frei nach dem handballerisch verifizierten Motto: Wenn nicht jetzt (da der Fußball noch nicht wirklich rollt), wann dann? Dresdens Teams werden wir noch anderweitig beehren, und in Kamenz kommen wir nach wie vor nicht rein. Da nützt es auch nichts, wenn uns der Einlass-Kassierer auffällig über den Weg geschickt wird; mit dem gab's zwar auch schon Zoff, aber ihm ist längst verziehen in dem Wissen, dass er eh nur "auf Befehl" seines Vorstandes pöbelte. Das Haputproblem ist weiterhin Präsidenten-Kuckuck Domschke, der uns vor vielen Monden eine Klärung der Angelegenheit zusicherte. Doch wie jeder CDU-Knilch Sachsens hält er dieses, sein Versprechen für nicht einhaltungswürdig - soll uns bis ans Ende seiner Tage aber piep-egal sein. Noch gibt es Hallen, in denen hervorragender Journalismus gerne gesehen ist ...

Zwei Promi-Abschiede: Jean Simmons und Pernell Roberts

(27/01/10) Tja, sie verlassen uns langsam: Die vertrauten Gesichter des Kinematographie des vorigen Jahrhunderts, welche allemal besser war als jede Computer-überbordete >>Avatar<<-Spielerei der Gegenwart. Denn mit dem Kino verhält es sich ähnlich wie mit dem Gold-Rausch - nach anfänglichem Suchen und plötzlichem Finden versiegt die Ader, mal langsam, mal schneller. Der goldige Höhepunkt Hollywoods ward schon in der zweiten Hälfte der Dreißiger erreicht; er langte dank findigster Spezialisten in Produktion, Drehbuch und Regie bis gegen Ende der Fünfziger. Was danach kam, hatte immer seltener etwas von der reinen Klasse jener Ära, die sich - zumindest im Amerikanischen - auch auf eine unvorstellbare Masse stützen konnte. Das Fernsehen beerbte die Screen, zwang zu technischem Experimentieren, während die Geschichten, die wirklich guten Geschichten allesamt schon erzählt waren. Wie jene vom Ost-Kapitän, der in den Westen kommt und den blutigen Streit um eine Wasser-Stelle für das Rinder-Vieh auf höchst unkonventionelle Weise zu Ende bringt: >>Weites Land<< vom großartig-intelligenten William Wyler war ein Western-Epos als Anti-Western, der sämtliche Genre-Attitüden ad absurdum führte. Inmitten des wüsten Männer-Clinches mit Gregory Peck, Charlton Heston, Burl Ives, Chuck Connors und Charles Bickford auch eine zierliche Engländerin, der die ach so kostbare Quelle gehört: Jean Simmons gab in diesem einzigen Western-Auftritt die sanfte Lehrerin Julie Maragon, und bei jeder der vielen TV-Ausstrahlungen (>>Weites Land<< galt lange als der meistgezeigte US-Film im deutschen Fernsehen überhaupt) fasziniert diese hagere Erscheinung inmitten gigantischer Totalen stets aufs Neue. Simmons hat viel mehr gespielt, aber diese, am triumphalen Schluss mit Peck in eine plötzlich grüne Ebene Wegreitende ist neben ihrer Sister Falconer aus dem Bibel-kritischen Drama >>Elmer Gantry<< von 1960 das Beste, was sie darstellerisch leistete. In jener Zeit betrat auch Pernell Roberts die Szenerie, wirkte in Budd Boettichers >>Auf eigene Faust<< (1959) mit und übernahm den Part des Adam Cartwright in der überaus erfolgreichen TV-Serie >>Bonanza<<. Während uns Jean Simmons (Foto oben: Repro) vergangenen Freitag verließ, starb der US-Mime zwei Tage später.

FUSSBALL: Geflüchtet, niedergeschossen, gerauchbombt - "König" Fußball zeigt sich im Winter ungemein aggressiv !

(26/01/10) Franck Ribéry flüchtet wie vor der Marseiller Presse wie in einem schlechten Thriller: Im Koffer-Raum eines bereitgestellten Wagens! Der Franzose in Diensten des FC Bayern (Foto links: Repro) war als Zeuge einer Anhörung der dortigen Justiz-Behörde geladen gewesen, die sich mit der Klage von Galatasaray Istanbul beschäftigt, die wiederum eine angebliche Dokumenten-Fälschung im Zuge des 2005er Ribéry-Transfers vom Bosporus zu Olympique Marseille zum Inhalt hat. Am frühen Montag-Morgen wird dem paraguayischen Natonalspieler Salvador Cabañas Ortega in einer Bar von Ciudad de México (Mexiko-Stadt) in die Stirn geschossen; der Zustand des Sturm-Partners von Nelson Haedo Valdez beim südamerikanischen WM-Teilnehmer ist laut Stand gestern Nachmittag weiterhin akut Lebens-bedrohlich. Der Hintergrund des Attentats sei weiterhin unklar; immerhin wurden zwei Tat-Verdächtige, die mit einer Waffe vom Kaliber 22 auf den 29-Jährigen vom mexikanischen Spitzen-Club C.F. América geschossen hatten, noch an Ort und Stelle festgenommen. Und in Dresden kam es am Rande des samstäglichen Test-Vergleichs mit Rapid Wien zu makabren Begleit-Erscheinungen: "Zum wiederholten Male widersetzten sich Besucher im K-Block und im Gäste-Block dem Verbot von Pyro-Technik, störten den Ablauf des Spiels gravierend und schadeten damit bewusst dem Verein. Zudem wurden nicht genehmigte Banner gezeigt und Sicherheits-Kräfte angegriffen. Da für ein Freundschafts-Spiel mit internationaler Beteiligung dieselben Regeln gelten wie für jedes Profi-Pflichtspiel in Deutschland und ein DFB-Beobachter alle Vorkommnisse protokollierte, kommt nun erneut eine empfindliche Strafe auf Dynamo zu", heißt es dazu auf der Website des Drittligisten, der am Freitag in Sandhausen seinen Absteigs-Infight fortsetzen wird (das Match gegen die Pacult-Elf von der Donau endete 2:4). Wen interessieren angesichts solcher Meldungen noch Bundesliga-Ergebnisse oder die Entlassung von Trainer Armin Veh beim noch amtierenden Meister VfL Wolfsburg? Die Welt ist ein Tollhaus, und der Fußball tollt unliebsam toll mit ...

HANDBALL-EM: DHB-Cracks ohne Chance auf das Halbfinale

(26/01/10) Die älteren Kinogänger werden sich vielleicht noch erinnern: Was Tierry Omeyer und Torsten "Toto" Jansen hier vollführen, nannte der italienische Film-Spaß >>Il signor Robinson, mostruosa storia d'amore e d'avventure<< von 1976 (dt. >>Robinson Junior<<) schlicht und ergreifend "zin-zin" - das gegenseitige Reiben der Nasen als besonders Bakterien-freundliche Form des Küssens unter Eingeborenen auf Zivilisations-fernen Inseln (Foto: Repro). Zwar darf bezweifelt werden, dass sich der Kieler und der HSV-Hamburger in dieser besonders knappen Meisterschafts-Saison sehr nahestehen, aber hübsch anzusehen ist es ja doch. Ansonsten gab es für die DHB-Sieben gegen den Weltmeister und Olympia-Sieger eine erwartete, vielleicht jedoch vermeidbare 22:24-Niederlage - die Hauptursache für das faktische Aus im rennen um die Halbfinal-Plätze waren schwache sieben Anfangs-Minuten des zweiten Durchgangs, als die Franzosen vom 12:10 auf 18:12 davonziehen konnten; das war auch mittels eines starken Schluss-Spurts nicht mehr zu reparieren. Ihre letzten beiden Hauptrunden-Matches bestreiten die Kaufmann & Co. heute gegen Spanien (das gegen Polen derbe Prügel bezog) sowie am Donnerstag gegen starke Tschechen. Wir konnten am Wochenende logischerweise wenig vom Geschehen in Österreich konsumieren, da der Live-Sport absolute Priorität besitzt; die besten Statistiken im World Wide Web haben wir dennoch wieder zusammengetragen.

GLOSSIERT: Wenn die Sonne uns mal wieder täuscht ...

(25/01/10) Aus und vorbei. Vorbei die Zeiten, da ein Billy Starbuck für 100 Dollar den wegen der Dürre so dringend erwarteten Regen versprach. Einfach so, irgendwo auf einer Farm in Kansas. Dass es am Ende wirklich regnet, war der Phantasie des Schriftstellers und Hollywood-Autors N. Richard Nash zu danken, und nicht einem Victor Korneyev. Vorbei die Zeiten, da der Volksmund die Regierenden beschimpfte, die an allen möglichen Dingen herum"schrauben" können, nur nicht am Wetter. Sie können mittlerweile auch das. Am Wochenende fiel mir im Rahmen einer längeren Zug-Reise eine Reportage der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG in die Hände, die des Lesens lohnte und zugleich Angst und Schrecken verbreitete. Eigentlich ging es nur darum, dass in Moskau mit seinem längeren weil rund 5-monatigen Winter zuviel Schnee liegt und wie man diesem Problem begegnen will. Von 150 "mobilen Schneeschmelz-Maschinen" war da zu lesen, und von Korneyev, Direktor eines Institus für Atmosphärische Technologie, der den Schnee an seiner Wurzel bekämpfen will und kann, nämlich im Himmel: "Wir sind auf der Welt, damit Märchen wahrwerden." Ursprünglich stammt der Petrus-feindliche Unsinn - von wem sonst - von den Amerikanern, die Ende der Vierziger mit Trocken-Eis experimentiert hatten und schnell feststellten, dass sich damit Nebel kristallisieren und in Regen umwandeln lasse. Seither wird Wetter "gemacht", ist olle Starbuck (unvergessen: Schmieren-Komödiant Burt Lancaster in einer seiner besten Rollen) längst Realität. Da werden Raketen in dicke Hagel-Wolken gejagt, wird "Kaiser-Wetter" erzeugt, wann immer es gewünscht wird; zu Zeiten der Sowjetunion von den Kreml-Oberen, inzwischen aber auch längst "Markt-wirtschaftlich", wie zur allgemeinen Verblüffung zu lesen: "Das Wettermachen kam aus der Mode (nach dem Zusammenbruch des Kommunismus/d. Red.). Korneyev rettete sich mit Aufträgen ins Ausland, ließ es auf den Golan-Höhen regnen, in Iran, in Argentinien. Und irgendwann war auch in Russland wieder Geld da, irgendwann wurde sogar jene Operation wiederaufgenommen, die geradezu als russisches Alleinstellungs-Merkmal gilt: Der blaue Himmel am 9. Mai", dem Tag der Sieges-Paraden wegen 1945. Und weiter: "Auch zum 300. Geburtstag Sankt Petersburgs 2003 und zum G8-Treffen an der Newa lieferte Korneyev Bilderbuch-Wetter aus der Retorte, zu den Navruz-Feiern in Usbekistan und zur Eröffnung der neuen kasachischen Hauptstadt Astana. Bei den Olympischen Spielen in China, einem der größten Schönwetter-Projekte der Geschichte, saßen Korneyevs Männer neben den chinesischen Technikern. Es sind nicht seine Lieblings-Termine. Zum Einen ist das totale Regen-Verbot jedes Mal ein Herzschlag-Einsatz. Was, wenn mal eine richtig große Regenfront naht? 'Es gibt Grenzen, auch für uns', sagt er. Außerdem kostet eine durchschnittliche Sieges-Parade - zehn Flugzeuge für einen Tag - knapp eine Million Euro." Wäre das also auch geklärt. Manchmal gibt es sogar Pannen, aber die lesen Sie dann doch besser in der Original-Reportage, Freitag-Ausgabe der SüZ (sonst gibt's noch Copyright-Ärger). Also: "We don't believe in rainmakers" (aus >>Der Regenmacher<<) ist - man möge es uns "paschálußta" verzeihen - Schnee von gestern. Wenn in Vancouver oder bei der hoffentlich baldigen Enthauptung Guide Westerwelles schönstes Himmels-Strahleblau angezeigt ist: Immer an Korneyev denken! Seit ich diesen Artikel gelesen habe, weiß ich, dass der mit Abstand beste Spielfilm, der je im Russischen gedreht wurde, nicht nur etwas mit der perversen Fiesheit von Spitzeln zu tun hat, sondern gleichwohl mit den Manipulationen am Wetter: Nikita Michalkovs >>Die Sonne, die uns täuscht<< ... (Foto oben: SACHSEN-EXPRESS/F.H.)

HANDBALL: DHB-Sieben dank eines knappen Sieges weiter

(23/01/10) Unfreiwillige "Gesichts-Treffer" gehören beim Handball leider dazu: Hier erwischt Schwedens Fredrik Larsson im gestrigen Gruppen-Match den Lemgoer Holger Glandorf (Foto: Repro). Der zeigte sich aber von der Kritik der letzten Tage unbeeindruckt und war mit seinen 8 Toren der stärkste Deutsche beim wichtigen 30:29, das der DHB-Sieben den Einzug in die Hauptrunde bescherte, in der Weltmeister Frankreich der erste Gegner sein wird. Für Furore hatte am Donnerstag auch die Auswahl des Gastgebers gesorgt, die dem Favoriten Island ein 37:37-Unentschieden abtrotzte - die "Ösies" werden doch auf ihre alten Tage nicht noch zu Handball-Fetischisten? Anbei die gewohnt kompletten (und einzig tauglichen) Statistiken zum Geschehen in der Alpen-Republik. Derweil wird der eine oder andere Experte die Informationen zum regionalen Vorort-Geschehen vermisst haben; stimmt, wenngleich nur zum Teil. Denn wer im SPORT und in den PARKETT NEWS gestöbert hat, wird sich die an Umfang reichen Berichte aus der Handball-Hochburg Riesa samt des starken 29:27 der dortigen Zweitliga-Mannschaft über den SV Allensbach eingesehen haben. Aber es gab natürlich noch weitere erfreuliche Meldungen, etwa den Einzug der Leipzigerinnen in die Hauptrunde der Champions League, was dank eines 25:22 über Byåsen IL Trondheim gelang. Dort treffen die Messestädterinnen jetzt auf Larvik HK (ebenfalls aus Norwegen), RK Krim Mercator (Slowenien) und Györi AUDI ETO KC aus Ungarn - da könnte sogar noch ein bisschen mehr gehen. Und in der Frauen-Oberliga hat Neuling SG Rödertal-Weinböhla dank eines Ausrutschers der Neustädterinnen die alleinige Tabellen-Führung übernommen; dazu dann aber in der nächsten Woche mehr.

KULTUR 2010: Blick in unseren Veranstaltungs-Kalender lohnt

(23/01/10) Mit dem knorrig-guten Dresdner Kabarettisten Uwe Steimle (Foto: SACHSEN-EXPRESS/F.H.) hatte unsere Kultur-Saison für 2010 angefangen. Dessen Auftritt im Kamenzer "Stadt-Theater" lohnte des Besuchs allemal, und in Auswertung des Ereignisses haben wir auf unserer HEIMAT-Seite auch gleich noch einen deftigen Veranstaltungs-Kalender hinterhergeschickt. Daran freilich war auch eine reichlich misslungene Jahres-Vorschau der Ex-Kollegen der SÄCHSISCHEN ZEITUNG schuld, die da Anfang des Monats die weitestgehend schöne Lausitz auf ein paar wenige kulturelle Markt-Flecken reduzierte, Kommunen wie Pulsnitz und Bischofswerda gänzlich aussparte usw. Zwar haben wir die Grenzen auf den Regierungs-Bezirk ausgeweitet, aber wenn wir richtig böse gewollt hätten, wäre das an Musik und Kabarett in einem Monat zusammengekommen, was die Ostra-Allee für ein ganzes Jahr veranschlagt hat. Alles eine Frage der Redakteurs-Qualität ...

Dresdner Herrmann verpasst bei Heim-EM knapp Bronze

(23/01/10) Auch wenn Alpine und Handballer am Wochenende um die Aufmerksamkeit buhlen: Das Hauptaugenmerk liegt diesmal auf den Kaskadeuren der Schlittschuhe: Im estnischen Tallinn werden Europas beste Eiskunst-Läufer ermittelt, und hier in Dresden trifft sich die kontinentale Elite des Short Track. Bereits am Freitag gab es die ersten beiden Entscheidungen über die 1500 m-Distanz, und unser Foto-Personal kam noch rechtzeitig, um diesen Schnappschuss vom Finale der Männer zu machen; der Sieg ging an den hier in Führung liegenden 28-jährigen Italiener Nicola Rodigari, während der elbflorentinische Lokal-Matador Paul Herrmann (hinten rechts) - der im Vorfeld von seiner "Schokoladen-Disziplin" gesprochen und mit einer Medaille geliebäugelt hatte, auf den undankbaren obgleich guten 4. Platz einkam. Die Rennen in der "FREIBERGER Arena" werden bis Sonntag fortgesetzt, wobei sich die Organisatoren noch ein bisschen mehr Publikums-Zuspruch als am gestrigen Eröffnungs-Tag vorstellen können - wann hat Dresden schon mal ein internationales Sport-Event? Im Baltikum hingegen gab es massive Beschwerden der Vorzeige-Sachsen Aljona Savchenko/Robin Szolkowny bzw. von deren Trainer Ingo Steuer, der mit dem silbernen Rang in der Paarlauf-Konkurrenz alles Andere als einverstanden war; die Agentur DPA zitiert den umstrittenen Geburts-Chemnitzer Steuer mit den Worten: "Preis-Richter sind wie Regen und Tod, die kann man nicht beeinflussen." Tja, da lässt der gute alte Herr Nobel grüßen. Gold ging deshalb durch Yuko Kawagutschi/Alexander Smirnov an Russland, wo auch der Herren-Titel hinwanderte, weil sich Evgeni Plushenko vor Stephane Lambiel (Schweiz) und Brian Joubert (Frankreich) behauptete; der Thüringer Stefan Lindemann wurde anerkennenswerter Neunter.

HANDBALL-EM: DHB-Sieben sucht Schlüssel zum Erfolg

(21/12/10) Um ein Haar hätte es im schönen Innsbruck die zweite Pleite in Folge gesetzt, doch per energischen Endspurt erkämpfte sich die deutsche Nationalmannschaft gegen Slowenien noch ein 34:34-Remis und kann bei einem Sieg über Schweden noch in die Hauptrunde einziehen. Nach der Punkte-Teilung hatte es lange nicht ausgesehen; in einer schlichtweg katastrophalen ersten Halbzeit lagen die Mannen von Heiner Brand mit bis zu sieben Toren im Rückstand. Auch Spielmacher Michael Kraus, der auf dem Schnappschuss links vom slowenischen Abwehr-Spezialisten Miladin Kozlina behindert wird (Foto: Repro), konnte nicht die nötigen Impulse setzen. Immerhin stimmte der Wille der Mannschaft, und die versetzte in der Schluss-Viertelstunde fast noch Berge - überragend dabei der (Noch-)Magdeburger Kreisläufer Christoph Theuerkauf, der sieben Mal einnetzte. Im anderen Match der Gruppe C bezwangen Bielecki & Co. die "Tre Kroners" mit 27:24, und in Gruppe D (die beiden anderen Tableaus hatten frei), zieht Spanien unbeirrt seine Kreise, während sich Weltmeister Frankreich zu einem ganz knappen 21:20 über Tschechien quälen musste. Anbei unser gewohnt einzigartiger Service zum Geschehen in Alpen-Ländle.

Große Spenden-Bereitschaft für Erdbeben-Geschädigte.

(sa-ex) Dem Erdbeben-Schock folgte auch gleich der Nachbeben-Schock - Haiti, das Armen-Haus der sogenannten westlichen Welt, steht am Abgrund. Wenn sogar der Präsidenten-Palast einstürzt, symbolisiert dies die Brüchigkeit aller Bemühungen um Stabilität auf der Jahrzehnte-lang vom Macht-zerfressenen Duvalier-Clan beherrschten Halbinsel. Als der ehemalige Armen-Priester Jean-Betrand Aristide ans Ruder kam, wurde das von der kärglichen Landwirtschaft lebende Land abhänig von Nahrungs-Lieferungen aus den Vereinigten Staaten. Immerhin ging der Terror gegen die Bevölkerung zurück. Jetzt aber zerstörte eine Natur-Katastrophe größten Ausmaßes alle Hoffnungen auf weitere Besserung. Deutschland zeigt sich Unterstützungs-willig; bei einer gestern im ZDF abgehaltenen Spenden-Gala wurden von extrem viel Prominenten stolze 17,86 Mio. Euro zusammengetragen (Foto: Repro) - ein gigantischer Betrag in Anbetracht der schweren Krise im eigenen Land, und andererseits doch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. "Die Menschen" so schrieb heute eine führende US-Zeitung, "versuchen, gelassen zu bleiben", doch wie das in Anbetracht völliger Perspektivlosigkeit funktionieren soll, weiß niemand.

Die vom "Mehr-Wasser" schlürfen - eine Debatte im Bundestag

(20/01/10) Es gehört enorm viel Willen und Humor dazu, dem jetzigen Bundestag noch mehrere Minuten der Fernseh-Aufmerksamkeit zu schenken; was sich da im Zuge der aktuellen Haushalts-Debatte im Herzen Berlins abspielt, ist ein Trauer-Drama ohne jegliche Chance auf Publikums-Beifall. Begonnen hatten die "Vorkämpfer" gestern; griffigstes Oppositions-Thema war zunächst die Millionen-Spende eines Unternehmers namens Finck an die Liberalen. August von Finck junior, ist - das sollte man wissen - Hauptaktionär der Restaurant- und Hotel-Gruppe MÖVENPICK (Schweiz); daher also eine von Schwarz-Gelb beschlossene Steuern-Entlastung, die keine Sau in Bundes-Germanien braucht. Und auch kein Bürger dieses Landes. Dann die Verbal-Hysteriker der Union. Ihr Haushalts-politischer Sprecher Norbert Barthle philosophierte über das zwei-schneidige Schwert von Konsolidierung des Etats bei gleichzeitigen Steuern-Senkungen und will "diese beiden Komponenten einer Seite der Medaille zusammenführen." Wenn ihm und seinen Koalitions-Brüdern wie -Schwestern das gelingt, dann hat aber ein David Copperfield seinen Beruf weit verfehlt! Die SPD hat auch einen Haushalts-politischen Sprecher, und der hatte in gestalt von Carsten Schneider weiß Gott viel Vernünftigeres zu sagen: "Herr Schäuble, Sie haben 15 Milliarden Euro weniger Kredit-Aufnahme verbuchen können, als vorhergesagt wurde. Damit hat die FDP nicht viel zu tun gehabt. Das einzige Gesetz, das Sie bisher gemacht haben, wird dazu führen, dass die eingesparten 15 Milliarden Euro, die im Jahr 2010 einen Basis-Effekt in Höhe von 10 Milliarden Euro haben, verjuxt und verpulvert werden - beispielsweise an Hoteliers -, ohne dass es einen nennenswerten Wachstums-Effekt gibt (...) Ich befürchte, dass Sie im Mai feststellen werden: Wir haben nur noch einen Monat Zeit bis zum Beschluss des Haushalts im Kabinett; nur noch einen Monat, um 15 Milliarden Euro einzusparen. Obwohl das nicht so schnell geht, müssen wir eine Entscheidung treffen. Was wird das für eine Entscheidung sein? Sie können den Ausgleich für das strukturelle Defizit für 2011 sehr schnell erbringen, indem Sie den Arbeitslosen-Versicherungs-Beitrag erhöhen. Ich prophezeie Ihnen: Sie werden im Juni vereinbaren, den Arbeitslosen-Versicherungs-Beitrag für 2011 zu erhöhen!" Heute nun ging das Hauen und Stechen in die nächste Runde. Fraktions-Chef Volker Kauder (Foto oben: sa-ex/TV) blamierte die Christdemokrazies einmal mehr bis auf die Knöchel, als er utopisierte, dass Deutschland "2013 wieder dort stehen wird, wo wir 2008 waren", weil die Koalition Politik mache, indem "wir die Wirklichkeit betrachten" und "nicht aus purer Ideologie die Strom-Preise hochtreiben!" ...

HANDBALL-EM: Deutsche starten mit Niederlage gegen Polen

(20/01/10) In Zeiten der Wirtschafts- und Finanz-Krise sollten die Innsbrucker ihre Kostbarkeiten vielleicht nicht ganz so offen zur Schau stellen: Das "Goldene Dachl" in der Altstadt der österreichischen Tourismus- und Wintersport-Metropole (Foto: Reproduktion) könnte Begehrlichkeiten der verschiedensten Art erwecken. Eigentlich sollte es den deutschen Handballern als gutes Omen dienen, um bei der gestern gestarteten Europameisterschaft an die Glanz-vollen Tage der Heim-WM vor nunmehr drei Jahren zu erinnern. Doch der Auftakt ging erst einmal daneben; die polnischen Nachbarn obsiegten in der (keineswegs Gold-bedeckten) "Olympia-Halle" mit 29:27. Das gleiche Resultat hatte es bei besagtem Welt-Turnier im ersten Aufeinandertreffen beider Kontrahenten auch gegeben, doch stehen die Sterne über Tirol nicht erst seit DJ Ötzi inzwischen leicht anders. (Was eigentlich soll denn das für eine EM-Song sein: "Sweet Caroline"? Fiel den Alpen-Jodlern wirklich nix Besseres ein?). Viel Zeit zum Aufarbeiten bleibt nicht; am Mittwoch wartet als nächster Gegner Slowenien, das per phantastischer Aufholjagd die Schweden bezwingen konnte. Wir waren ausnahmsweise von der eiligen Sorte und haben den ersten Gruppen-Spieltag komplett aufgearbeitet.

FUSSBALL: Das Runde lässt sich vom Winter nicht stoppen

(19/01/10) Des Fußballs Winter-Pause gibt's nicht mehr, also mussten die Unterhosen wieder her: Ja, was Bayern Münchens Arjen Robben hier zum freitäglichen Rückrunden-Auftakt gegen die TSG 1899 Hoffenheim (2:0/Foto: Repro) beim Überlaufen Andreas Ibertsbergers trägt, stammt noch aus Großvaters Wäsche-Inventar, und wurde von einem allzu bösen Fernseh-Menschen sofort als "Liebestöter" tituliert. Die ganze Schizophrenie unseres Dasein in einer unbedachten Moderation zusammengefasst! Denn wie bitteschön kann etwas, das Sack und Penis vor klirrender Kälte schützt, der praktizierten Liebe abträglich sein? Egal, die "Leder(unter)hösler" blieben jedenfalls auf Kurs, wie auch Leverkusener, Schalker und Hamburger - es verspricht allemmal, ein packendes Titel-Rennen zu werden. Überrascht hat am Wochenende lediglich Hinrunden-Versager Hertha BSC, der in Hannover ein 3:0 hinlegte und wieder leise Hoffnung schöpfen darf, während die 96er ihren Coach Andreas Bergmann heute Vormittag nach nur 16 Partien beurlaubten. Gedämpft wurden die Träume von Zweitligist Energie Cottbus, der bei den starken Augsburger mit 1:3 verlor; Trainer "Pele" Wollitz hatte kurz zuvor in einem Interview ein 60-Punkte-Ziel vorgerechnet, bei dem sich die Lausitzer vier Niederlagen erlauben können - jetzt also nur noch drei! Unser Blick schweift im Jahr der Fußball-WM wie üblich über den germanischen Teller-Rand hinaus, zudemal die europäischen Top-Ligen Englands, Spaniens und Italiens schon seit vielen Jahren keine "Weihnachts-Ferien" kennen.

Hurra, huura, huraa: Die SA-EXisten sind endlich wieder da!

(19/01/10) Nein doch, wir waren nicht verschüttet: Der Straßen-Winterdienst unserer Kommune Haselbachtal funktionierte der Ordnung gemäß (Foto: SACHSEN-EXPRESS/F. H.). Und die Aufmerksamen unter den Lesern haben in den Rubriken links wie rechts auch schon für 2010 gewaltig an Zuwachs gesorgt. All jenen, die wie jüngst auf den Riesaer Traversen ihre Besorgnis darüber äußerten, wie lange wir denn dieses Mammut-Programm noch durchhalten, sei klipp und klar versichert, dass es vorläufig nur bis zum Saison-Ende im Fußball gehen kann und wird (ergo im Juni); danach sind erstmal ganz andere Umstellungen zu tätigen. Dass sich bis dahin die konkurrierenden Chefredakteure bei uns melden und um eine Auflagen-Steigerung dank F.H. winseln, darf als unwahrscheinlich gelten - dafür ist unser Journalismus viel zu gut und obendrein viel, viel zu ehrlich. Dessen ungeachtet wird's bis zum Juni noch kompliziert genug, denn abgesehen von ein paar Sekündchen Faulheit, die wir unserem Personal ganz zu Beginn des Januars gönnten, hatte es auch wieder uneingeplante technische Pannen gegeben. Die möchten nicht mehr allzu häufig vorkommen, denn sonst müssen wir im Spätfrühjahr tatsächlich noch gebratene Brennesseln oder gegrillte Fliegen in Spülwasser-Suppe speisen, um unsere Ziele zu erreichen. Optisch bereitet uns auch der große Jahres-Rückblick ein bein bisschen Kummer, denn wenn wir ihn jetzt komplett löschen, steht dieses geilste Titel-Blatt der deutschen Medien-Landschaft plötzlich ganz schön nackt da, aber uns wird schon was einfallen. Es ist ja nicht so, dass es an Themen der jüngsten Tage mangelt, nur kommt uns stets der aktuelle Sport-Stress in die Quere; gerade läuft der Afrika-Cup, beginnt die Handball-EM, schlägt es bei den Australian Open auf, lockt Olympia usw. Wir versuchen aber weiterhin, das Beste daraus zu machen - zum Wohle unserer Leser und als Nachhilfe-Unterricht für die hiesigen "Profi"-Redakteure.

IN EIGENER SACHE: Wie schnell doch so ein Jahr vergeht

(05/01/10) Nun, es war ein ähnlicher Kraftakt wie jenes Muskel-Spiel eines unbekannten Schwächlings am australischen Ende dieser Welt - die Jahres-Rückblicke in gebündelter Form. Es war ja ordentlich vorgearbeitet worden, aber dann gab es halt ein paar Notbremsungen technischer Natur. Wir hoffen dennoch, wieder viel Freude mit unseren Hintergrund-Informationen aus erstklassiger Hand zu vermitteln; wir hätten gut und gerne das Doppelte und Dreifache aufbieten können, aber die eine oder andere Schmerzgrenze darf es dann in 2010 doch sein, in welchem es ohnehin gravierende Einschnitte geben wird. Wie die konkret aussehen, bleibt abzuwarten, doch Veränderungen sind in jedem Fall angezeigt. Ob positiv oder negativ, ist dabei vollkommen "Titte": Wie wissen um unsere einzigartige Ausnahmestellung, und danach haben sich die Chefredaktionen zu richten. Wenn es doch mies ausgeht, hat das nur einen Grund (denn jeder Zeitungs-Obere Deutschlands weiß um unsere ebenso unantastbare wie unerreichbare Nummer 1): Objektiver, neutraler und qualitativ hochwertiger Journalismus ist nirgendwo gefragt. Dann also wird Einer, der aus der Gosse kam, eben wieder in der Gosse enden - wo ist da ein Problem? Noch haben die Verleger zwischen Hamburg, Berlin und München ein halbes Jahr Zeit, es sich anders überlegen. Wir spannen noch ein paar wenige Stunden aus, und dann geht's mit dem selben Fleiße wieder an die selbe Sch ... (Person oben nicht mit dem SA-EX-Chef identisch/Foto: Repro)

(AUGUST) Und noch eine Anmerkung zum Sommer-Monat: Peter Maffay beging am 30. seinen 60. Geburtstag. Von uns leider übersehen (man kann schließlich nicht Alles im Blick haben), wollen wir dem einstigen Schlager-Interpreten, späterem Edel-Rocker und "Tabaluga"-Liebling aller Kinder dennoch unsere Ehre erweisen. Es galt einmal für uns als große journalistische Herausforderung, mit dem intelligenten, aus Siebenbürgen in Rumänien stammenden Künstler ein Interview zu führen - der Mann ist zu klugen weil Gedanken-schwangeren Antworten fähig (was kluge und Gedanken-schwangere Journalisten eben gleichfalls mögen). Geklappt hat es bis jetzt noch nie; andereseits hat auch er ein gestörtes Verhältnis zur medialen Zunft, was sehr vermutlich auf unschöne Erfahrungen mit den weniger Guten unseres Berufs zurückzuführen ist. Wie zur Bestätigung unserer positiven Haltung ihm gegenüber lieferte er eines der schönsten Statements des gesamten Jahres. In einem TV-Bericht über den Auftakt seiner "Und es wird Sommer"-Tournee, bei dem er am Rande als Motorrad-Biker via Ausfahrt-Gebühr auch noch Gelder für einen guten Zweck sammelte, sagte er jenen wunderschönen, von unseren redakteuren sofert festgehaltenen Satz: "Wenn man Musik macht, muss man die Menschen ein bisschen mögen, und meistens tue ich das." Das sollten sich "Kollegen" wie Dieter Bohlen einmal gehörig hinter die Menschen-verachtenden Ohren schreiben. Da passt es nur allzu gut ins Bild, dass sich der Musikus im Mai eine Burg in seiner rumänischen Heimat - im Dorf Radeln unweit seines Geburts-Ortes - kaufte (Foto oben: Repro); nicht für sich, sondern zwecks Umgestaltung in ein Ferienheim für traumatisierte Kinder und Jugendliche dort! Respekt! Möge er auf ewig ein Ritter zum Wohle anderer bleiben. Und vielleicht klappt's ja doch noch einmal mit dem Interview - er hätte es wie kaum ein Zweiter verdient.

(SEPTEMBER) Angela Merkel ist wieder Kanzlerin. Von niemand richtig gewollt, aber mit 33,8 Prozent beköstigt, plus jenen Idioten, die den Steuersenkungs-Versprechungen der Liberalen allen Ernstes glaubten. Steuer ist inzwischen gesenkt, aber nur für Hoteliers und Erben. Also die absolut mega-wichtigsten Teile unserer Gesellschaft. Nach dem Votum am 27. des Monats herrschten Zustände wie unter Stalin und Honecker im Lande: Jeder Befragte verneinte, die Schwarzen gewählt zu haben - in Harald Schmidts böser TV-Show outete sich von hunderten Studio-Gästen ein Einziger als CDU-Wähler. Soviel zum Thema "Volks"-Partei und Wahl-Glaubwürdigkeit; dass der Dresdner Nichtskönner Thomas de Maizière im Berliner Innen-Ministerium als Nachfolger von Schnüffel-Schäuble besetzt wurde, werteten Insider als deutliches Indiz dafür, dass die in Sachsen laut Tillich seit Längerem zur Anwendung kommenden Betrugs-Methoden diesmal offenbar Bundes-weit respektierlichen Erfolg zeitigten. Denn bei aller Unwissenheit, die dem gemeinen Pöbel (der ja meistens eh nicht zur Urne schreitet) gemeinhin angedichtet wird: So dermaßen bekloppt können unsere germanischen Landsleute nicht wirklich sein, dass sie jenen Versagern, die einzig und allein für Banken-Ruin und wirtschaftliche Schieflage verantwortlich waren und sind - also die Konservativen von CDU und FDP! - auch noch das unbehelligte Regieren gestatten. Da muss - wie inziwschen Welt-weit üblich - massive Manipulation im Spiel sein. Der ganze Planet und besonders Amerika selbst watschte Bush ab, und wir halten an der Bush-Schwanzlutscherin fest, die zu Obama passt wie eine Kokos-Palme an den 80. Grad südlicher Breite (das meint die Antarktis)? Da schämst du dich doch bis unter die Vorhaut! Sei es drum, wir werden die MeckPomm-Tussi und ihren noch beknackteren Auslands-Schwuli tapfer erdulden - wir sind Gott sei's gedankt schon viele sächsische Härten gewöhnt. Wer einmal hier im Landtag saß, der allen Fortschritt dieser Welt vergaß. Und außerdem haben wir als Entschädigung für die Millionen, die so denken wie unser Chef, das "Angie"-Bild des Jahres im World Wide Web aufgetrieben: Es zeigt Frau Kanzlerin als Augenzeugin einer Hinrichtung in einem Nicht-EU-Land. Sie musste diesen Presse-Termin zur Ankurbelung der Wirtschaft wahrnehmen; im konkreten Fall ging es um Aufträge für Solinger Messer. Pech für den Delinquenten im Vordergrund, der Sekunden nach dieser Aufnahme um einen Kopf kürzer war (Foto: Repro). So Blut-rünstig ist sie halt, unsere weibliche Nummer 2 im Lande ... hinter Heidi Klum!

(SEPTEMBER) Nicht jeder Geheimdienstler ist zum Politiker geboren (und eigentlich gar keiner). Aber Vladimir Putins Erfolgs-Strategie bis hin zu mörderischen Aufträgen zwecks Beseitigung unliebsamer Gegner - erst im letzten Januar starben der Anwalt Stanislav Markelov und die Journalistin Anastasia Baburova auf offener Moskauer Straße - lässt sich nicht ohne Weiteres kopieren. Dazu muss man erstmal an die Regierungs-Schalthebel gelangen; zwei James Bond-Jünger, eine Sie und ein Er, haben es in 2009 versucht, sind aber gescheitert. Da hätten wir zunächst Zipora "Tzipi" Livni, die smarte Israelitin mit dem Hang zur Macht, die ihr trotz eines knappen Wahl-Sieges bei den Parlaments-Wahlen im Februar verwehrt blieb, weil Benjamin Netanjahus Likud-Partei mehr (rechte) Verbündete mobilisieren konnte als die Anführerin der zur liberalen Mitte gerechneten Kadima. Ihr Scheitern hatte also vordergründig mit den neuen Mehrheits-Verhältnissen in der Knesset zu tun, weniger mit ihrer Vergangenheit beim Geheimdienst Mossad. Denn was genau sie dort von 1980 bis 1984 spioniert hat, bleibt im Verborgenen. Gut möglich, dass da auch Tötungs-Delikte darunter waren - die Bediensteten des "Instituts für Aufklärung und besondere Aufgaben" (so zynisch heißt der Mossad eigentlich) gelten als nicht gerade zimperlich. Nun denn: Ein Killer wird Frank-Walter Steinmeier kaum gewesen sein; er diente ohnehin nicht offiziell bei BND oder Verfassungs-Schutz, sonder war "nur" vom damaligen Kanzler Gerhard Schröder 1998 zum Beauftragten für die Nachrichten-Dienste ernannt worden. Dennoch will auch dies nicht zum Image (aber zum notwendigen Übel) einer Volks-Partei passen; überhaupt hat die SPD seit Jahren ein großes Außendarstellungs-Problem. Dem einstigen "Blaumann"-Arbeiter fehlen Identifikations-Figuren, und vom "Radler" Scharping bis zum pfälzischen Braunbär-Verschnitt Beck haben die Sozis ziemlich Knall auf Fall an der Demontage der eigenen Glaubwürdigkeit gebastelt. Ob sich das noch reparieren lässt, bleibt fraglich. Steinmeier verlor bei der Bundestags-Wahl, ohne eigentlich zu wissen, warum. Vielleicht sollte er mal alte Verbindungen zu den "Schlapphüten" spielen lassen, denn auch das Ergebnis vom 27. September ist definitiv nicht "koscher". Bei uns in Sachsen - das hat Stanislau Tillich schon selber per unbedachter Äußerung am ARD-Mirkophon bestätigt - geht es seit den Kommunal-Wahlen von 2008 nicht mit rechten Dingen zu. Wäre doch schön, mal so ein richtiger Betrugs-Skandal in deutschen Landen (geht doch in Handball oder Fußball auch!) - wir Journalisten dürfen's nicht aufdecken, denn sonst geht es uns wie denen da drüben an der Moskwa. Aber so ein weiß-haariger Politik-Eremit aus dem Dunstkreis des Spiogententums könnte da sicher Wunder bewirken ...

(OKTOBER) Um "Welt-Fußballer des Jahres" zu werden, sollte man(n) wenigstens die Champions League gewonnen haben. Das jedenfalls die Erfahrungs-Werte der letzten drei Jahre: Ricardo Izecson dos Santos "Kaká" Leite (2007/AC Mailand) - Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro (2008/Manchester United) - Lionel Messi (2009/FC Barcelona). Glück hatten sie, die Katalanen, bei ihrem Triumph, denn "normalerweise" wären sie im Halbfinale gegen Chelsea London rausgeflogen; hier ging es bei den strittigen Entscheidungen des seither nicht mehr international in Erscheinung getretenen Tom Henning Øvrebø (obendrein ein studierter Psychologe!) nicht um eventuellen, wieder einmal für Wirbel sorgenden Wettbetrug. Vielmehr hatte der europäische Verband kein Interesse an einer Wiederholung des Vorjahres-Finale und wohl deshalb den Norweger instruiert, der Ballack & Co. daraufhin klarste Elfmeter gleich im Plural verweigerte. Das aber nur nebenbei; unsere Experten konnten über den Aufschrei im Zuge der jüngsten Enthüllungen nur erhaben schmunzeln, denn sportlichen Betrug, zu dem auch kleinste Mogeleien zu zählen sind, gibt es an allen Fronten, fast jede Woche und aus den unterschiedlichsten Anlässen. Erfolgs-gierige Vereins-Bosse hier, Freundschafts-Beweise im Abstiegs-Infight dort, und 2009 kam noch die bemerkenswerte Beobachtung der Match-Manipulation aus Wahlkampf-taktischen Gründen hinzu. Wen hebt da noch ein kleiner Schmuh bei zugegeben lukrativen Spiel mit den Kreuzchen fürs finanzielle Glück an ... Zurück zu Messi: Dem hätte das Jahr trotz Titel in Serie noch richtig vermiest werden können, denn seine argentinische Nationalmannschaft hatte sich in eine extrem ungünstige Position vor der letzten Quali-Auseinandersetzung beim Erzrivalen Uruguay manövriert, durfte am 14. Oktober im "Estadio Centenario" zu Montevideo nicht verlieren, um die unangenehme Relegation zu vermeiden. Es gelang, dank eines Treffers des eingewechselten Mario Bolatti. Und so durfte sich Coach Diego Maradona eine saftige Strafe für ein paar ungebührliche Bemerkungen auf der Presse-Konferenz (in Richtung "Blasmusik") einhandeln, während sich die Südafrikaner auf Kabintett-Stückchen des nur 1,69 Meter großen Messi - der sich auf dem Foto oben (Repro) gegen "Uru" Andres Scotti de León behauptet - freuen mögen. Deulich souveräner marschierten die Deutschen durch ihre Quali; die Angst vor einem Kunstrasen-Ausrutscher in Moskau erwies sich als unbegründet. Der bei den Münchner Bayern längst nicht mehr ganz so glückliche Miroslav Klose sorgte in "Luzhniki" für das einzige Tor, und überhebliche Russen scheiterten dann auch noch dank einer gehörigen Portion Überheblichkeit in der Relegation am Zwerg Slowenien. Diese letzte K.o.-Runde wiederum war überschattet vom irregulären Tor der Franzosen gegen Irland, worauf diese auf die "irre" Idee kamen, als 33. Land zur WM fahren zu wollen. Das wurde dann aber verworfen - wieso ein solches Match trotz eineindeutiger TV-Beweise (Thierry Henry hatte den Ball bei seiner Vorlage zum entscheidenden Ausgleichs-Treffer von William Gallas klar mit der Hand gespielt) dann nicht wenigstens wiederholt wird, bleibt ein in den Schweizer Käse-Bergen gehütetes blattriges Geheimnis. Er sorgt eben täglich und nächtlich für Zündstoff - der rundeste Ball dieser Welt, eigens für die erste Weltmeisterschaft auf schwarz-afrikanischem Boden nach einer südafrikanischen Wein-Sorte benannt. Das kann ein Gelage werden ...

(OKTOBER) Was sind schon sportliche Eskapaden gegenüber den sonstigen TV-"Ausrutschern" des Jahres. Vieles wurde gesendet, was die Ehre von Flachbild-Mattscheiben und davorsitzendem Fernseh-Volk auf das Übelste befleckte. Wir haben mal nur drei Highlights unter hunderten herausgepiekst. Da war zum Beispiel am 8. des Monats Kurt Krömers abstoßender Bauchtanz mit Partnerin Coco, deren Brüste übrigens - unser Foto (sa-ex/TV) täuscht da ein wenig - doch mit einer Tuch-Winzigkeit bedeckt waren. Aber der im oberen Segment nachgeradezu vor Splittern nackte Neuköllner? Asche zu Haut, Staub zu Erde! Bei >>Krömer - Die internationale Show<< gehören solche Peinlichkeiten freilich zum Geschäft, und des germanischen TV-Schaffens ulkigstem Comedy-Talker nimmt man derolei Entgleisungen nicht wirklich übel. Bei >>Schmidt & Pocher<< sah das etwas anders aus - da erwies sich die Engagierung des blond-dummen Hannoveraners als übler Flop, an dem selbst "Dirty Harald" elend zu knaubeln hatte. Das Konzept ging von Anfang an schief, und Pochers plattes Unterstufen-Niveau brachte die Sendung an die Grenze zur Unerträglichkeit. Die ARD zog die Reißleine - spät, aber nicht zu spät. So kann Schmidt auf seine alten Tage zwar wieder allein, aber halt auch löblicher weitermachen. Weitermachen wie gehabt darf auch Poker-Boris, der im Sommer unter breiter Anteilnahme der Öffentlichkeit heiratete - ob es wirklich in deutschen Landen so viele Interessenten für die Affären des Schreckens aller Besen-Kammern gibt, darf bezweifelt werden. Von Bohlen und Konsorten wollen wir gleich gar nicht erst reden: Es wird auch in 2010 wieder sehr viel Lächerliches und noch mehr Lästerliches auf allen verfügbaren Kanälen geben.

(NOVEMBER) Es war der ultimative Fußball-Schock des Jahres: Nationalmannschafts-Keeper Robert Enke wählte am 10. des Monats den Freitod. Ein für den darauffolgenden Samstag geplantes Länderspiel gegen Chile wurde abgesagt. Bundestrainer Joachim Löw hatte den in Jena Geborenen - im August 32 geworden - nicht für dieses und das Match gegen die Elfenbeinküste nominiert. Was anhand von drei weiteren Kandidaten auf die Nummer 1 zwischen den Pfosten beim Championat in Südafrika (die Qualifikation war im Oktober souverän gemeistert worden) sicher verschmerzbar war. Die Anteilnahme einer breiten Öffentlichkeit sprengte alles bisher Bekannte (Foto von der Trauer-Feier im Hannover Stadion: Repro), aber es blieben auch Zweifel und Kritikwürdiges. Wieder produzierten sich die Vertreter des ebenso unschönen wie ganz offenbar überflüssigen Psychologen-Berufs in Scharen vor den zur Aufnahme willigen Kameras bzw. Mikrophonen. Zum Teil waren es die gleichen "Seelen-Klempner", die den in der Tat unter schweren Depressionen leidenden Enke "behandelt" hatten, aber im Nachgang nichts erkannt haben wollen. Ein Medizin-Zweig - in undemokratischen Zeiten bekanntlich für jedes Euthanasie-Verbrechen zu Diensten - machte sich auf diese Art und Weise zum Gespött der ganzen Nation. Und die mega-hektische Eile, mit der Presse-Konferenzen einberufen wurden und die DFB-Führungs-Riege handelte, lässt zumindest vermuten, dass es weit unter der Oberfläche des offiziell Verlautbarten noch andere Gründe für den fürchterlichen Schritt auf die Gleise gegegeben haben könnte. Wir wissen es nicht, aber wir kennen die Mechanismen einer jederzeit manipulierbaren Wahrheit - die bleibt nicht nur in Kriegen als Erstes auf der Strecke. Schade um einen sympathischen Sportsmann.

(NOVEMBER) Nichts geht über geordnete Unordnung: Diese nachgeradezu prekäre Enthüllungs-Foto (Repro) hätten wir liebend gerne zum Manager-Abschied des Ulrich "Uli" Hoeneß gebracht, aber da war es unter den tausenden Aufnahmen unseres Archivs einfach nicht zu finden (und unsere Sekretärinnen, die das erledigen müssten, streiken nach wie vor permanent oder machen Einen auf "Schweine-Influenza"). Nun gut, jetzt erfüllt es auch noch seinen Zweck und berichtet davon, dass dem Macher aller Macher an der Säbener Straße für Geld nichts zu elend ist. Der geile Schnappschuss enthüllt gleich mehrere Straftat-Bestände, von Schwarz-Arbeit (obendrein unter den Augen eines Öl-Scheichs) bis hin zur Steuern-Hinterziehung. Aber einem Patrioten wie ihm lässt man schlichtweg Alles durchgehen; schließlich hat man ihm den fatalen Fehlschuss von Belgrad - 1976 gegen die Tschechen war's - auch verziehen. Nach fast exakt 30 Jahren als geschäftlicher Strippenzieher übernahm er Ende November das Präsidenten-Amt beim "FC Hollywood", und als solchiger präsentierte sich der Rekord-Meister im abgelaufenen Jahr zu genüge. Anfang des Kalendariums hatte er noch mit dem größten Fehlgriff der Vereins-Geschichte zu kämpfen, der da Jürgen Klinsmann hieß, den der doch so um Qualität bemühte Traditions-Club niemals hätte verpflichten dürfen: Der Sprung von der "Märchen-WM" (in des Wortes fürwahr doppel-sinniger Ausdeutung) ins Knall-harte Geschäft der Champions League-Ambitionen war für "Klinsi", der schon als Spieler dem Manager Hoeneß negativ aufgefallen war, nie und nimmer zu schaffen. Und auch die Ära van Louis van Gaal begann wenig berauschend: Merkwürdigerweise fingen sich die Rot-Weißen erst wieder, als sich der stets dem Spielfeld so nahe Wurstwaren-Unternehmer (Marke HOWE, bei ALDI erhältlich - don't call it Werbung, please!) auf die Tribünen des Landes verzogen hatte. Bayern als Traditions-Marke mit unglaublichem Erfolgs-Hunger wäre ohne Hoeneß undenkbar. Deshalb schubste er, pardon, übernahm feierlich den Beckenbauer-Job des Präsidenten. "Ich werde dieses Amt anders versehen", tönte er neulich in die ihm weiß Gott nicht immer liebsamen Journalisten-Mikrophone, "der Franz hatte schließlich viele andere Verpflichtungen, musste nebenbei eine ganze WM nach Deutschland holen." Was sich wie dicke Kumpanei anhört, kann auch als Aufbruch in stürmischere Zeiten interpretiert werden - der Boss, der nicht durch die Welt-Geschichte reist, sondern dem Personal auf die Finger und/oder Füße klopft. Lustig war übrigens (da wir gerade beim Reisen waren) die in einer TV-Dokumentation von ihm selbst geschilderte Episode, wie der FCB-"Einkaufs"-Stab im Sommer 2006 mehrmals nach Italien reiste, um den Luca Toni-Transfer einzufädeln - da sollen doch tatsächlich etliche Liter Alkohol-haltigen Weins mit im Spiel gewesen sein, ehe des damaligen Florentiners Management endlich einwilligte. Schnee, scusi, Chianti von gestern; heute sind die Bayern froh, den Ohrdreher-Sturmflop wieder loszusein, und treffen im Achtelfinale der "Königs-Klasse" ausgerechnet auf den AC Florenz. Wehe, sie scheiden aus, und zwingen so ihren "Uli" erneut zu eventuellen illegalen Sandvermessungs-Schuftereien irgendwo bei Dubai ...

(DEZEMBER) Mit Erich Böhme verstarb Ende November einer der renommierten Journalisten des Landes, der auch Lesern der SÄCHSISCHEN ZEITUNG kein Unbekannter war, schrieb er doch über mehrere Jahre eine politische Wochenend-Kolumne (das wohl aber eher Verlags-gesteuert, denn der gebürtige Hesse dürfte sonst wenig mit bzw. in Dresden zu tun gehabt haben). Der in Bad Saarow einem Krebs-Leiden erlegene Ex-Chefredakteur des SPIEGEL (1973 bis 1989) war auch einem breiten TV-Publikum als Moderator der SAT.1-Sendung >>Talk im Turm<< bekannt, die in den Neunzigern ausgestrahlt wurde. Was ihn in den Dezember-Rückblick manövriert, ist eine eklatante Peinlichkeit im Rahmen der Beisetzungs-Zeremonie: Die Trauer-Feier wurde am 14. des Monats in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche abgehalten; der ehemalige Außenminister Joschka Fischer hielt die Rede. Weil es im weithin bekannten Gotteshaus im Zentrum der Hauptstadt freilich nur einen Ausgang gab, musste der schlicht gehaltene Sarg anschließend über einen Weihnachts-Markt befördert werden, wobei sich die Träger nur mühsam einen Weg durch die um Würstchen- und Glühwein-Buden versammelten Besucher bahnten. Ein irgendwie unschöner Abgang für eine der bekannteren Persönlichkeiten deutschen Landes. Die SÄCHSISCHE hatte im Dezember gleich noch einen zweiten, diesmal Haus-eigenen Verlust zu beklagen: Der für wissenschaftliche Aspekte, Landwirtschaft und auch Tier-Schutz zuständige Redakteur Frank Tausch (Jahrgang 1966) wurde Opfer eines tragischen häuslichen Unfalls. Wir wollten es trotz aller kapitaler und wohl unüberwindbarer (Qualitäts- wie Fleiß-)Differenzen nicht unerwähnt lassen.

(DEZEMBER) Mit Frauen-Handball sollen die sportlichen Exkurse beendet werden; nicht nur, weil die Russinnen unlängst zum dritten Mal hintereinander Weltmeister geworden sind, wir aber unseren Rückblick mit einer Vertreterin der letzt-platzierten Vertretung Australien - Solveig Sørensen (Foto: Repro) - einleiteten. So soll und wird es immer sein, denn jeder Sportler hat nicht nur bei Olympia das Recht, wegen seiner Anwesenheit gewürdigt zu werden - wenn es journalistisch passt, gilt auch Verlierern unsere Aufwartung. Die Deutschinnen haben in China nicht an Prestige verloren, kamen mit dem 7. Platz ordentlich über die Runden und sind mittlerweile schon wieder ins Punktspiel-Geschehen eingestiegen - eine Pause im eigentlichen Sinne kennt die Elite nicht, jedenfalls nicht im saisonalen Zeit-Fenster. Unser Vermerk auf die Parkett-Schönheiten erfolgt freilich ebenso, weil gleich bei uns um die Ecke die SG Rödertal-Weinböhla an einem Handball-Wunder bastelt, so in etwa dem Vorbild von RB Leipzig (Fußball/Männer) folgend, auch wenn diesen Vergleich niemand im von Großröhrsdorf aus gesteuerten Management um Thomas Birnstein hören möchte - es ist ja kein von Grund auf verkehrter: Die "Roten Bullen" der Messestadt wollen nach oben, und das will jemand, der sich eine litauische Nationalspielerin und eine Torschützen-"Königin" des gleichen baltischen Landes leistet, ganz gewiss doch ebenfalls. Es läuft ja auch prima - erst einen einzigen Punkt musste das neu-formierte Team in der Oberliga abgeben, und das ausgerechnet beim HC Sachsen Neustadt-Sebnitz, wo Birnstein einst wirkte und gegangen ist, vielleicht auch gegangen wurde. Geschichten schreibt dieses Berichterstattungs-Leben ... Da wir dem Sport der Westlausitz aller Voraussicht nach nur noch in dieser, von unserer journalistischen Seite auf Welt-Rekord getrimmten Saison zur Verfügung stehen werden, wünschen wir den "Bienen" natürlich, dass wir die Erfolgs-Story bis zum Aufstieg mitschrieben dürfen. Und wenn nicht, geht das Leben trotzdem weiter. Es geht ja immer weiter, bis es nicht mehr weitergeht, wie es in Stanley Kubricks letztem Film so herrlich hinterfotzig heißt ...

(DEZEMBER) Comedian-Star Martin Schneider (Foto: SACHSEN-EXPRESS/F.H.) schloss im Großröhrsdorfer "Kultur-Haus" den Kreis unserer Prominenten-Besuche; der "Maddin" ist ja jetzt nicht zwingend zu den Sängern zu zählen, aber ein paar Brisen an Theater und Kabarett - natürlich wie immer zu wenig - haben wir uns auch 2009 wieder verabreicht. Angefangen mit Herbert Köfer - der in Kamenz im Stück "Zimmer frei" ausgerechnet an einen (weiblichen) Jung-"Grufti" geriet - über die Natür-Bühne Reichenau und deren Aufführung der Schiller-Humoreske nach französischer Vorlage "Der Parasit" hin zu einer Stippvisite bei der lessingstädtischen "KlitzeKleinKunst" und eben dem längsten aller sieben Zwerge konnten wir uns davon überzeugen, dass auch in der Krise das Kulturelle, das Tiefsinnige, Komische, Nachdenkliche durchaus eine Chance hat. Und so soll es ja eigentlich auch sein. Zum krönenden Abschluss der gereimte Abgang unseres Chefredakteurs, der sich trotz allen überdimensionalen Ärgers seiner eigenen künstlerisch-dichterischen Fähigkeiten ein Stück weit bewahrheitet, sorry, bewahrt hat: "Der Lauf der Welt blieb unverändert: Die Hure bumst, der Ganter gentert. Die Umwelt stöhnt, die Merkel weint - noch ist dies Deutschland unvereint! Und doch macht jeder Wett-Betrug den Börsen-Makler neunmal klug. Wir freuen uns auf's neue Jahr genauso wie aufs letzte, als Guttenberg am Hindukusch den Kriegs-Kodex verletzte. Doch immerhin: Er nennt es Krieg, obgleich nicht Krieg der Sterne. Die Bundeswehr, wir loben das, bombt (noch) nur in der Ferne! Und auch Tsunamis gibt's nicht mehr - die Welt ist doch ein Garten. So lasst uns denn in feuchter Rund' das WM-Spektakulum erwarten. Viren gibt's dort unten keine, drum macht den deutschen Kickern Beine - was in Dortmund ward verloren, wird nun am Hoffnungs-Kap beschworen. Der Fußball, das ist Sonnen-klar, verdrängt alle Beschwerden - schlimmer als im letzten Jahr kann's ehedem noch werden ..."














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